Apple: "Follow me, I Cahn"

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Obwohl Carl Icahn sich in Apple eingekauft hat, sollten Anleger nicht unbedingt seinem Beispiel folgen

von Hauke Reimer, Matthias Hohensee und Stefan Hajek

Die Cash-Reserven des Giganten ziehen aggressive Investoren an. Anleger sollten ihnen jetzt noch nicht folgen. Viel hängt davon ab, wie das neue iPhone einschlägt.

Welcher Teufel hat Carl Icahn da geritten? Der berühmte US-Investor und Firmenkäufer gab seinen Einstieg bei Apple über den Kurznachrichtendienst Twitter bekannt – und gleich ein Kursziel von 700 Dollar für die Aktie aus. Die notierte da noch bei 480 Dollar, nimmt inzwischen Kurs auf die 500. Fast täglich twittert Icahn nun seine Meinung zur Apple-Aktie – vor allem, dass diese viel zu billig sei. Offenbar hofft der 77-jährige Investor, dessen Apple-Paket 1,5 Milliarden Dollar wert sein soll, auf zahlreiche Follower. Nicht nur auf Twitter, sondern vor allem an der Börse, damit diese mit Folgekäufen den Wert seines Paketchens treiben.

Zumindest einen Follower hat Icahn, auf Twitter schon "iCahn" getauft, gefunden: Hedgefondskollege George Soros stockte kurz nach Icahn sein Apple-Paket auf. Doch wo im Stile halbseidener Tippgeber plumpe Kaufempfehlungen getwittert werden, ist es für Anleger meist besser, sich fernzuhalten. "Man sollte sich jetzt nicht an Icahns Rockzipfel hängen", warnt Eric Parnell, Gründer des Vermögensverwalters Gerring Wealth Management. Die Apple-Aktie hat seit ihrem Tief bei 390 Dollar im April schon 38 Prozent gutgemacht – eine Korrektur könnte anstehen, die Anlegern günstigere Einstiegskurse beschert.

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Leute wie Icahn haben eine ganz eigene Agenda

Eine Überraschung wäre das nicht, meint Parnell. In einem Beitrag für die US-Finanzseite "Seeking Alpha" hat er Icahn-Deals der letzten fünf Jahren untersucht. Bei den Icahn-Investments Nuance (Sprach- und Bildbearbeitung), Netflix (Internet-TV), Clorox, Hain (beide Konsum) sowie Yahoo folgten dem anfänglich starken Icahn-Kurssprung meist bittere Korrekturen. Nuance etwa stiegen nach Icahns Kauf im April zwar noch von 21,90 auf 23,40 Dollar, rutschten dann aber auf unter 20 Dollar. Clorox verloren 2011 vom Icahn-Peak zehn Prozent, und Yahoo 2008 – natürlich auch finanzkrisenbedingt – 40 Prozent. Aktien, die nach Icahns Einstieg lange stiegen, hat Pernell nicht gefunden.

Wo der Investor wirkt Carl Icahn treibt Apple-Aktie nach oben

Aktienrückkauf, Sonderdividende, Krieg mit Dell - Carl Icahn gilt als besonders aggressiver Investor. Sein Einstieg bei Apple mit einer Milliarde US-Dollar sorgt trotzdem für einen Kurssprung.

Die Dividende im Blick: Carl Icahn gilt als besonders aggressiver Investor. Quelle: REUTERS

Leute wie Icahn haben oft ihre ganz eigene Agenda beim Erwerb von Aktien. Wer ihnen mit Verzögerung einfach folgt, kann auf die Nase fallen. Ob Icahns heiße Apple-Wette aufgeht, darauf werden Anleger spätestens am 10. September erste Hinweise bekommen. Dann wird Apple – früher als erwartet – sein neuestes iPhone vorstellen. Wie an keinem anderen Produkt hängen Apples Umsätze und Gewinne an dem Smartphone; es bringt rund die Hälfte des Apple-Umsatzes und fast 65 Prozent des Vorsteuergewinns.

Apple braucht eine Sensation

Doch nicht weniger als eine technische Sensation wäre nötig, um Apple, das zuletzt an der Börse den Ruf des langweiligen Value-Unternehmens erworben hat, wieder in Richtung der alten Kurshochs von vor einem Jahr zu treiben. Zuletzt ist Apple haargenau das geworden, was der verstorbene Gründer Steve Jobs immer verhindern wollte: vorhersehbar. Im zweiten Quartal 2013 setzte der High-Tech-Konzern 35,3 Milliarden Dollar um, nur noch ein knappes Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Gewinn sank um 22 Prozent, wenn auch von üppigem Niveau aus.

Apple-Chef Tim Cook hat nun für den Herbst und das kommende Jahr "großartige" neue Produkte versprochen. Doch der ganz große Wurf dürfte kaum dabei sein. Das lange erwartete Apple-TV-Gerät lässt auf sich warten; auch ein preisgünstiges Apple-Einsteigerhandy fehlt noch. Allenfalls eine i-Armbanduhr könnte kommen, die aber haut zu Recht keinen Anleger vom Hocker. Zu viel hängt weiterhin ab vom Verkaufserfolg der beiden umsatzträchtigsten Produkte, iPhone und iPad.

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