Apple: Warum die Apple-Aktie noch viel zu billig ist

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Apple: Warum die Apple-Aktie noch viel zu billig ist

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In China ganz oben: Apple kann seine hohen Preise jetzt auch in Asien durchsetzen.

von Stefan Hajek

Apple ist zwar das teuerste Unternehmen der Welt. Doch gemessen am Rest der Börse ist die Aktie viel zu billig. Mit dem Musik-Streaming nimmt Apple nun einen weiteren großen Markt ins Visier.

Genau 71 Zeichen musste er tippen, um jene Kettenreaktion auszulösen, die ihn in nur 25 Stunden 117 Millionen Dollar reicher machen würde: „Think you will find our latest letter to @tim_cook re $AAPL interesting“, schrieb Carl Icahn, berüchtigter Wall-Street-Veteran, auf Twitter an seine 220 000 Follower. „Unser Brief an Apple-Chef Tim Cook könnte Sie interessieren.“

Und wie er interessierte: Die Nachricht mit dem Link zum zehn Seiten langen Brief wurde auf Twitter sofort 440 Mal vervielfältigt, erreichte Millionen Menschen; Börsenblogs und Agenturen griffen sie auf, noch in der Nacht füllten sich die Orderbücher an der Börse. Bis zum Abend des nächsten Tages legte die zuvor schwächelnde Apple-Aktie um 2,25 Dollar zu, der Marktwert Apples um 8,3 Milliarden Dollar.

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Mit seinen 52,6 Millionen Apple-Aktien gehört Icahn, dessen Gesamtvermögen auf 22 Milliarden Dollar geschätzt wird, zu den größten Profiteuren seines Tweets, gefolgt von Fondsgiganten wie Blackrock, Vanguard, gut 2400 weiteren Großanlegern und Millionen privaten Apple-Aktionären. Und viele Investoren stehen noch an der Seitenlinie. „Wir warten seit 2012 auf einen größeren Rücksetzer, um günstig Positionen aufzubauen“, sagt Marco Günther, Analyst bei der Hamburger Sparkasse. Die Kaufgelegenheit kommt nicht. Tausende von Großinvestoren, sagt Erin Gibbs, Aktienstrategin bei S&P Capital Markets, hätten „zu früh Gewinne mitgenommen, oder sie warten seit Jahren auf die günstige Kaufchance“.

Natürlich gibt es keine Aktie, die immer nur steigt. Das wissen auch die Apple-Enthusiasten. Immer wieder werden Stimmen laut, die auch Apple, das mit 753 Milliarden Dollar Börsenwert teuerste Unternehmen der Welt, an seine Grenzen stoßen sehen:

  • Seit dem Tablet-PC iPad (2010) hat es keine echte Produktinnovation mehr gegeben. Frühere, wie der Mini-Musikplayer iPod und das Internet-Handy iPhone, zündeten stets die nächste Stufe des Apple-Höhenfluges an der Börse, weil sie aus dem Nichts eine neue Produktkategorie, neue Kunden und echtes Umsatzwachstum erzeugten. Zuletzt haben sich Apples Neuheiten auf Handys mit größeren Displays und leichtere, flachere iPads und Laptops beschränkt.
  • Apples enorm hohe Gewinnmargen seien in Gefahr, denn andere, allen voran Samsung, böten inzwischen oft technisch bessere Produkte zu attraktiveren Preisen.
  • Zu viele neue Produkte ähnlicher Machart seien auch nicht gut: Neue Apple-Handys mit größeren Displays etwa könnten Käufer davon abhalten, sich ein iPad zuzulegen – zu gering sind die Unterschiede.
Erfolgsgarant: Apples Smartphone-Verkäufe treiben den Aktienkurs. (zum Vergrößern bitte anklicken)

Erfolgsgarant: Apples Smartphone-Verkäufe treiben den Aktienkurs. (zum Vergrößern bitte anklicken)

Ganz anders sieht das Carl Icahn. Die Aktie sei „dramatisch unterbewertet“, schrieb er an Apple-Chef Tim Cook, und 240 Dollar wert, nicht 130, wie zurzeit. Denn Apple könne bereits 2016 zwölf Dollar je Aktie verdienen, im Geschäftsjahr 2013/14 waren es nur 6,45 Dollar. Abzüglich der Schulden hat Apple netto 153 Milliarden Dollar Cash angesammelt, jedes Quartal kommen 15 bis 20 Milliarden Dollar hinzu.

Da will Icahn ran: Immer wieder fordert er das Management unter öffentlichem Getöse auf, mehr Geld auszuschütten. Seit August 2012 hat Apple bereits 112 Milliarden Dollar an seine Aktionäre verteilt – als Dividenden und über den Rückkauf eigener Aktien an der Börse. Die Rückkäufe steigern Gewinn und Dividende je Aktie für jeden, der Apple-Aktien hält, weil die Zahl der Aktien und damit der Nutznießer sinkt.

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