Arbeitsmarkt stabil: Chinesische Exporte brechen überraschend ein

Arbeitsmarkt stabil: Chinesische Exporte brechen überraschend ein

Ein überraschend starker Rückgang des chinesischen Außenhandels weckt neue Sorgen über den Zustand der zweitgrößten Volkswirtschaft. Die Ausfuhren fielen im März drastisch um 14,6 Prozent.

Die chinesischen Exporte sind überraschend eingebrochen und nähren die Konjunktursorgen in der Volksrepublik. Die Ausfuhren fielen im März im Vergleich zum Vorjahresmonat um 15 Prozent, wie die Zollverwaltung am Montag mitteilte. Experten hatten mit einer Zunahme von zwölf Prozent gerechnet. Die Einfuhren gingen mit 12,7 Prozent so stark wie seit Mai 2009 nicht mehr zurück, als die Weltwirtschaft mit der Finanzkrise kämpfte. Analysten sagten, der Rückgang der Exporte könnte den Blick auf den gestiegenen Yuan lenken, der chinesische Produkte im Ausland verteuert.

Die fünf großen Gefahren für Chinas Wirtschaftswachstum

  • Immobilienblase

    Seit Jahren schießen die Immobilienpreise in Chinas Großstädten in ungeahnte Höhen - seit Monaten mehren sich jedoch Zeichen für einen Kollaps.

  • Schattenbanken

    Neben den trägen Staatsbanken hat sich in China ein großer Markt von nicht-registrierten Geldinstituten etabliert, die der Staat bislang nicht kontrollieren kann.

  • Faule Kredite

    Banken haben ohne genaue Prüfung Firmen immense Kredite für unproduktive und verschwenderische Investitionen gegeben.

  • Überkapazitäten

    Mit Subventionen der Regierung haben viele Branchen gewaltige Überkapazitäten aufgebaut, beispielsweise die Solarindustrie. Aber sie werden ihre Produkte nicht los.

  • Internationale Krisen

    Chinas Wirtschaft hängt vom Export ab. Geraten wichtige Abnehmerländer in Krisen, hat auch China Probleme.

Der Volkswirt Louis Kuijs von der Royal Bank of Scotland in Hongkong erklärte, die Exportstatistik sei ein Warnsignal für weltweite Nachfrage und die Wettbewerbsfähigkeit der chinesischen Wirtschaft. "Es ist eine schwache Zahl, die weit hinter den Erwartungen zurückblieb."

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Die wirtschaftliche Entwicklung wird von der Führung in Peking mit großer Aufmerksamkeit verfolgt, weil eine Schwäche in der Exportwirtschaft auch Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt haben könnte. Die kommunistische Regierung fürchtet, dass es bei einem Anstieg der Erwerbslosigkeit zu Unruhen kommen könnte. Der Arbeitsmarkt hat sich bislang aber überraschend stabil gezeigt. Auch Investoren an den Börsen zeigten sich am Montag von den Zahlen unbeeindruckt. Die Aktienkurse stiegen auf den höchsten Stand seit sieben Jahren. Anleger setzen offenbar darauf, dass die Regierung das Wachstum bald ankurbeln wird.

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