Ausverkauf am Aktienmarkt: Dax rutscht unter 9000 Punkte

Ausverkauf am Aktienmarkt: Dax rutscht unter 9000 Punkte

, aktualisiert 08. Februar 2016, 14:40 Uhr
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Der Dax rutscht unter die 9000-Punkte-Marke

Der Dax rutscht erstmals seit Oktober 2014 wieder unter die Marke von 9000 Punkten. Die Sorgen um den steigenden Euro und den Ölmarkt scheinen zu groß. In den nächsten Tagen könnte es noch weiter abwärts gehen.

Der Dax ist zum ersten Mal seit anderthalb Jahren wieder unter die Marke von 9000 Punkten gefallen. Die anhaltenden Sorgen vor einem globalen Wirtschaftsabschwung ließen den deutschen Leitindex am Montag um mehr als 3 Prozent abrutschen. Das Börsenbarometer fiel bis zum frühen Nachmittag um 3,09 Prozent auf 8999,41 Punkte. Das Minus des Leitindex summiert sich 2016 nun schon auf mehr als 16 Prozent.

Vor allem der steigende Euro und die angespannte Lage am Ölmarkt ließen Anleger aus Aktien flüchten. Konjunktursorgen, durchwachsene Geschäftsberichte und der Euro hatten den deutschen Aktienmarkt schon in der alten Woche nach unten gezogen. „Wie zuletzt ist das Nervenkostüm der Anleger angespannt“, schrieben die Experten der Helaba. Während die übergeordneten Abwärtstrends lediglich begrenzten Spielraum nach oben zuließen, gebe es großes Rückschlagpotenzial in den Indizes nach unten.

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Nach Einschätzung von Analysten dürften die Kurse vorerst weiter sinken. An den Börsen dominiere weiterhin die Angst vor einer Abkühlung der Weltwirtschaft und einem weiteren Ölpreisverfall. Jochen Stanzl, Analyst des Online-Brokers CMC Markets, hält daher einen Rückgang des Dax in dieser Woche auf bis zu 8300 Punkte für möglich. Angesichts vieler negativer Aspekte gebe es derzeit kaum Kaufargumente, sagte Händler Andreas Lipkow von Kliegel & Hafner. Dieser Käuferstreik führe dann auch mit Blick auf das Chartbild zu zusätzlichem Druck, da sich der Abwärtstrend immer weiter beschleunige und gerade die meist computergesteuerten Handelsprogramme darauf reagierten.

Ölmarkt drückt

Gefahr droht den Aktienbörsen vor allem vom Ölmarkt. Der Preis für die richtungsweisende Sorte Brent aus der Nordsee stieg zwar in den vergangenen Wochen auf zuletzt rund 34 Dollar je Barrel (159 Liter). Grund waren Spekulationen auf geringere Fördermengen. Diese Hoffnungen könnten sich jedoch schnell als trügerisch erweisen, warnte Commerzbank-Analystin Barbara Lambrecht. Außerdem würden das US-Energieministerium und die Internationale Energieagentur am Dienstag voraussichtlich ihre Nachfrageprognosen senken.

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Tankstellen von BP und Shell Quelle: REUTERS


Am Wochenende hatten sich die Ölminister von Saudi-Arabien und Venezuela in Riad getroffen, um über die derzeitige Lage am Ölmarkt zu reden. Die Opec-Länder vertreten unterschiedliche Positionen: Während Venezuela seit längerem für eine Verringerung der Ölförderung eintritt, um damit den Ölpreisverfall aufzuhalten, steht Saudi-Arabien für eine Fortsetzung der Ölschwemme. Konkrete Ergebnisse des Treffens wurden zunächst nicht bekannt.

Warten auf die Fed

Investoren warten nun gespannt auf die halbjährliche Anhörung der US-Notenbankchefin Janet Yellen vor dem Kongress am Mittwoch und Donnerstag. Sie hoffen auf Signale, dass die Fed sich in der aktuell schwierigen Gemengelage mit weiteren Zinserhöhungen zurückhält. Die Wahrscheinlichkeit einer Anhebung im März sehen sie bei gerade einmal acht Prozent. Selbst für Februar 2017 liegt die Quote derzeit bei lediglich 31 Prozent. Die Europäische Zentralbank (EZB) wird nach Einschätzung von Marktexperten ihre Geldpolitik weiter lockern.

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Technologiewerte verlieren

Vorerst sind es vor allem Technologiewerte, die unter den großen Verlierern der Börse sind. Der Technologiewerte-Index TecDax gab um 3,24 Prozent auf 1541,13 Punkte nach. Dem jüngsten Einbruch der Technologiewerte an der Wall Street folgten auch hierzulande heftige Verluste in einigen Einzelwerten. Besonders stark erwischte es den Solarzulieferer SMA Solar mit einem Verlust von acht Prozent. Die Aktien des Halbleiterherstellers Infineon führten am Dax-Ende ihre mehrtägige Verlustserie mit vier Prozent Minus fort.


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