Bahntechnikkonzern: Vossloh gibt Gewinnwarnung aus

Bahntechnikkonzern: Vossloh gibt Gewinnwarnung aus

, aktualisiert 27. Juni 2014, 12:12 Uhr
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Ein Schienenbefestigungssystem für Schottergleise und feste Fahrbahnen im Voll- und Nahverkehrsbereich der Firma Vossloh.

Die Aktie von Vossloh ist auf den tiefsten Stand seit mehr als fünf Jahren eingebrochen. Schuld ist eine Gewinnwarnung des Konzerns.

Der neue Vossloh -Vorstand krempelt den Bahntechnikkonzern um und nimmt dafür einen hohen Verlust in Kauf. Statt des zuvor anvisierten Gewinns erwartet Vorstandschef Hans Schabert 2014 nun einen operativen Verlust (Ebit) von 150 bis 180 Millionen Euro an, wie Vossloh am Freitag mitteilte. "Es gilt jetzt, in einem ersten Schritt das Unternehmen zu restrukturieren und den Marktverhältnissen entsprechend neu zu positionieren, um dann auf dieser Grundlage unsere mittel- und langfristige Strategie umzusetzen", sagte der seit April amtierende Konzernchef. "Ziel ist es, 2015 den Turn-Around zu schaffen." Die Neuausrichtung mehrerer Geschäftsfelder führe zu Ergebnisbelastungen von voraussichtlich bis zu 250 Millionen Euro im laufenden Geschäftsjahr.

Ursprünglich hatte Vossloh bei einem Umsatzplus von zehn Prozent eine operative Umsatzrendite (Ebit-Marge) von mindestens fünf Prozent angepeilt. 2013 erzielte das Unternehmen mit rund 5600 Mitarbeitern einen Umsatz von 1,3 Milliarden Euro und ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 54,2 Millionen Euro. Im SDax brachen die Vossloh-Papiere in der Spitze um 14 Prozent ein und markierten den tiefsten Stand seit fast sechs Jahren.

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Es gebe einen "erheblichen Handlungsbedarf", sagte Schabert. "Der operativ schwachen Performance in Teilen unseres Geschäftes müssen wir unverzüglich Maßnahmen entgegenstellen." Vor allem das defizitäre Geschäftsfeld Transportation und dort das Lokomotivgeschäft seien von den geplanten Restrukturierungen betroffen. Die Produktion in Kiel solle künftig ausschließlich auf das Geschäft mit standardisierten Rangier- und Industrielokomotiven ausgerichtet und die Kapazitäten entsprechend angepasst werden. Die Sparte Transportation setzte mit 451 Millionen Euro im vergangenen Jahr rund sechs Prozent weniger um und verbuchte ein operatives Minus von 21,2 Millionen Euro. In dem Bereich arbeiten rund 1900 Menschen.

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Schabert kündigte zudem an, im Zuge der Neuausrichtung auch beim Management den Rotstift anzusetzen. Insgesamt soll rund ein Drittel der Geschäftsführungen und Bereichsleitungen wegfallen. Wie viele Stellen insgesamt gestrichen werden sollen, ließ er zunächst offen. Darüber hinaus seien die Verbindlichkeiten per Ende Juni abgelöst und eine zinsgünstigere Finanzierung mit mehreren Banken über insgesamt 250 Millionen Euro vereinbart worden.

Vossloh-Großaktionär und Knorr-Bremse-Eigner Heinz Hermann Thiele hatte im vergangenen Jahr nach einem Machtkampf mit der Gründerfamilie das Ruder als Aufsichtsratschef übernommen. Fortan baute er seine Macht im Kontrollgremium aus und holte einen ehemaligen Manager seines Unternehmens in den Aufsichtsrat. Anfang diesen Jahres wechselte er den Vorstand aus.

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