Bankaktien: Deutsche Bank gegen Commerzbank

Bankaktien: Deutsche Bank gegen Commerzbank

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Deutsche Bank vs. Commerzbank - blaue Aktien sind bei näherer Betrachtung keine "sichere Bank" für Anleger, gelbe Wert können sich für ein Spekulationsgeschäft eignen.

von Mark Fehr

Deutsche Bank hui, Commerzbank pfui? Momentan führt der Branchenprimus angesichts der Misere der kleineren Konkurrentin in der Gunst von Investoren und Privatanlegern. Doch die sollten bei beiden Werten genauer hinschauen.

Wer trotz Finanz- und Schuldenkrise nicht die Hände von heimischen Bankaktien lassen kann, bevorzugt derzeit die Deutsche Bank und schmäht die Commerzbank. Auf den ersten Blick scheint das angesichts der noch aufzustockenden Kapitaldecken und Abwicklungslasten bei Deutschlands zweitgrößter Bank vernünftig. Der Marktwert ist so stark gesunken, dass sich manche schon um den Verbleib der Commerzbank in der Riege der 30 größten Dax-Werte sorgen. Und zu allem Überfluss haben auch die großen Ratingagenturen schlechtere Bonitätsnoten vergeben.

Doch Aktionäre sollten ihre Haltung zu den beiden deutschen Großbanken überdenken. Denn bei näherem Hinschauen zeigt sich, dass die blauen Aktien keine „sichere Bank“ für Anleger sind, während die gelben Werte sich mit etwas Glück durchaus für ein Spekulationsgeschäft eignen könnten.

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Die jüngste Kapitalerhöhung um 2,5 Milliarden Euro, die die Commerzbank heute abgeschlossen hat, hat den Kurs tief in den Keller rauschen lassen. Vielleicht sogar etwas zu tief, wie manche Analysten meinen. So sieht Philipp Häßler von der equinet Bank die Commerzbank als interessante Kaufgelegenheit für spekulativ orientierte Investoren. Um kein Missverständnis entstehen zu lassen: Das gilt nur für Aktionäre, die einen möglichen Verlust verdauen können. Denn die fundamentalen Geschäftsdaten des Kreditinstituts beurteilt auch der equinet-Experte kritisch.

Hauptrisikofaktor bei der Commerzbank ist laut equinet das stillgelegte Schiffsgeschäft. Dieses wird gemeinsam mit der Finanzierung von Staaten und Gewerbeimmobilien aus der ehemaligen Tochter Eurohypo abgewickelt. Dafür hat die Commerzbank ein eigenes Segment namens Non Core Assets eingerichtet, nichts anderes als eine noble Bezeichnung für eine interne Bad Bank. Auch die Deutsche Bank hat eine solche Restehalde aufgebaut.

Deren Investoren scheint das aber nicht zu schrecken, die Deutsche-Bank-Aktie verdaute die letzte Kapitalerhöhung ohne größere Probleme. Tatsächlich fällt das Abbausegment von Anshu Jains und Jürgen Fitschens Institut im Verhältnis zur Bilanzsumme weniger stark ins Gewicht als beim Konkurrenten. Zudem werden darin nicht komplette Geschäftsbereiche abgewickelt, die dann für die Erzielung von operativen Gewinnen ausfallen.

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Der Deutschen Bank könnte aber eine Umstrukturierung drohen, je nachdem, wie die derzeit diskutierten Konzepte zum Trennbankensystem umgesetzt werden. Noch beurteilen Investoren diese Gefahr als gering. Bei der Commerzbank hingegen dürfte eine Abtrennung des Investmentbankings vom Kredit- und Einlagengeschäft keine großen Verwerfungen auslösen. Der Branchenzweite hat seine Investmentbanker an die Kette gelegt und lässt diese fast nur noch im Sinne der Firmenkunden arbeiten.

Noch profitiert die Deutsche Bank vom Glauben vieler Investoren an das vom Investmentbanking dominierte Geschäftsmodell. Doch wenn die daraus entstehenden Prozess- und Schadensersatzrisiken weiter mit der gleichen Geschwindigkeit aufpoppen wie in der jüngsten Vergangenheit, könnte sich die Haltung der Aktionäre ändern. Vielleicht sind dann auch wieder mal Commerzbank-Aktien gefragt.

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