Bestnote in Gefahr: Moody's droht Frankreich mit Herabstufung

Bestnote in Gefahr: Moody's droht Frankreich mit Herabstufung

, aktualisiert 21. November 2011, 12:43 Uhr
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Drei A's aus Pappe vor dem Pariser Büroviertel La Défense: Die Ratingagentur Moody's droht Frankreich mit Verlust der Bestnote.

von Annika WilliamsonQuelle:Handelsblatt Online

Moody's droht Frankreich mit Entzug der Bestnote. Es ist nicht die erste Warnung einer Ratingagentur - und wird wohl auch nicht die letzte sein. Für die Regierung wird es eng, das Ruder noch herumzureißen.

DüsseldorfEs ist schon der zweite Warnschuss für Frankreich: Die Ratingagentur Moody's hat klar gemacht, dass das Land einer Herabstufung seiner Bonitätsnote "AAA" gefährlich nahe ist. Die Zinsen, zu denen sich Frankreich derzeit refinanzieren muss, machen den Schuldendienst ungemütlich teuer: Derzeit liegen die bei 3,59 Prozent. Zum Vergleich: Deutsche Staatsanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren rentieren aktuell bei 1,89 Prozent. Sollten die erhöhten Finanzierungskosten für längere Zeit anhalten, teilte Moody's heute mit, würden die Haushaltsschwierigkeiten steigen und negative Auswirkungen auf die Kreditwürdigkeit haben. Zudem habe sich der Konjunkturausblick eingetrübt.

Die Ratingagentur Standard & Poor's hatte jüngst - nach eigenen Angaben - versehentlich Frankreichs Toprating „AAA“ herabgestuft. „Frankreich (Republik) (unbeauftragtes Rating): Herabstufung“ hieß es in der Betreffzeile der E-Mail, die "versehentlich" entsendet wurde. Obwohl der Text der Nachricht nicht zum Titel passte, schossen die Anleiherenditen augenblicklich in die Höhe. Analysten spekulierten, dass S&P damit die Reaktion der Märkte auf eine Herabstufung testen wollte.

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Moody's hatte bereits Mitte Oktober die Kreditwürdigkeit Frankreichs unter Beobachtung gestellt. Es sollte überprüft werden, inwieweit die französische Regierung die angekündigten Maßnahmen zur Reduzierung des Staatsdefizits umsetzt. Innerhalb von drei Monaten sollte entschieden werden, ob Frankreich noch die Bedingungen für die Perspektive „stabil“ erfüllt. Ein negativer Ausblick wäre der erste Schritt zu einer späteren Herabstufung.

Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker sieht eine mögliche Herabstufung kritisch. „Ich würde das der tatsächlichen Lage Frankreichs für nicht angemessen halten“, sagte der luxemburgische Regierungschef am Montag bei einer Ordensverleihung in Mainz. Sollte Moody's diesen Schritt tatsächlich gehen, sei nach dem AAA-Rating Frankreichs auch das AAA-Rating des EU-Rettungsschirms EFSF gefährdet. „Ich möchte nicht, dass das passiert“, sagte Juncker.

Die Regierung von Nicolas Sarkozy will mit einem härteren Sparkurs das Vertrauen der Investoren wiedergewinnen - doch die selbst gesteckten Ziele erscheinen selbst der EU-Kommission zu ehrgeizig. Diese prognostizierte Frankreich für 2012 ein Wirtschaftswachstum von 0,6 Prozent und für 2013 von 1,4 Prozent. Die Rechnung der Regierung allerdings basiert auf einem Wachstum von ein Prozent 2012 und zwei Prozent im Jahr 2013.

Nur mit diesem optimistischeren Szenario könnte Frankreich bis 2013 sein Haushaltsdefizit wieder unter drei Prozent drücken. Behielte die EU-Kommission recht, läge der Wert dann rund zwei Prozentpunkte höher. Sollte Frankreich tatsächlich eine Herabstufung blühen, dürfte das Defizitziel erst recht in weite Ferne rücken.

Quelle:  Handelsblatt Online
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