Bisher größter Verlust: Groupon-Aktie verliert zehn Prozent

Bisher größter Verlust: Groupon-Aktie verliert zehn Prozent

, aktualisiert 22. November 2011, 15:31 Uhr
Bild vergrößern

Groupon-Chef Andrew Mason mit seiner Frau Jenny Gillespie posieren anlässlich des Börsengangs am 4. November.

von Annika WilliamsonQuelle:Handelsblatt Online

Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt: Die Groupon-Aktie bewegt sich zwischen Extremen. Analysten bezweifeln, dass der Hype um das Social-Media-Unternehmen allzu lange hält. Heute ging es schon mal kräftig runter.

DüsseldorfDie Groupon-Aktie hat heute den größten Tagesverlust seit dem Börsengang hinnehmen müssen und nährt damit die Zweifel, die Beobachter im Vorfeld an dem geschäftlichen Erfolg des Social-Media-Unternehmen hatten. Fast zehn Prozent fiel das im Technologie-Index Nasdaq notierte Papier vergangene Nacht. Der Kurs steht damit noch bei 23,58 US-Dollar, knapp 18 Prozent über dem Ausgabepreis der Aktie. Am vorherigen Handelstag vergangenen Freitag stand die Aktie noch bei ihrem absoluten Höhepunkt seit dem ersten Tag an der Börse bei 26,19 Dollar. Der Abstieg war steil und kontrastiert die vollmundigen Versprechungen der Gründer.

Am 4. November ist das Papier mit großem Jubel in New York an die Börse gegangen. Über 30 Prozent ging es am ersten Handelstag nach oben - dabei war das Unternehmen selbst beim Ausgabepreis der Aktien von 20 Dollar das Stück insgesamt mit 13 Milliarden Dollar bewertet.

Anzeige

Ein teurer Börsengang, dafür dass über das Unternehmen noch viele Fragen offen sind: Wann macht Groupon aus seinem rasant wachsenden Umsatz endlich auch Gewinne? Was für eine Strategie steckt hinter den geschönten Bilanzen, die das Unternehmen schon zweimal auf Druck der Börsenaufsicht ändern musste?

Zuletzt musste Groupon seine Umsätze auf einen Schlag halbieren. Bisher nahm die Firma den gesamten Wert eines Rabattgutscheins in die Bücher auf, jetzt nur noch die Kommission, die bei ihm tatsächlich hängenbleibt. Für das Jahr 2010 liegen die Erlöse jetzt zum Beispiel bei knapp 313 Millionen Dollar statt wie zuvor bei 713 Millionen.

Commerzbank-Analystin Heike Pauls beobachtet das deutsche Social-Media-Unternehmen Xing, das schon einige Zeit vor dem Social-Media-Hype an die Börse gegangen ist. "Ich bin dem Geschäftsmodell von Groupon gegenüber sehr skeptisch", sagt sie. "Das Unternehmen ist nicht zu vergleichen mit Xing, das ein solides Kerngeschäft hat."


Grundsätzliche Zweifel

Fünf Analysten beobachten laut Bloomberg mittlerweile die Aktie. Die Meinungen unter ihnen sind gemischt, doch die beiden Analysten, die sich vergangene Woche zu Wort gemeldet haben, urteilten nur mit "Neutral" und "Verkaufen". Der pessimistischere der beiden, Chuck Cerankosky vom Analysehaus Northcoast Research, sieht die Aktie in zwölf Monaten nur noch bei 15 Dollar. Vor allem zweifelt er grundsätzlich an der Methode, wie Groupon Geld verdient, auch wenn er "vom Umsatzwachstum beeindruckt ist".

Von dem, was eine Ware oder Leistung nach dem Rabatt noch kostet, behält Groupon die Hälfte ein, der Händler verdient also an seinem Produkt nur noch einen Bruchteil. "Rabatte tragen außerdem negativ dazu bei, wie Kunden den Wert eines Produkts einschätzen. Wenn ein Restaurant zum Beispiel auch noch ein Viertel an dem servierten Essen verdient, muss der Betreiber sich fragen, ob das noch gutes Wirtschaften ist", sagt Cerankosky im Interview mit der Agentur Bloomberg.

Edward Woo, Analyst bei Wedbush, hat das Papier bei "Neutral" eingestuft: "Groupon hat zwar erfolgreich diesen schnell wachsenden Markt für tägliche Rabattaktionen aufgebaut. Doch wir glauben, dass Konkurrenten dem Unternehmen seine Führungsposition bald streitig machen." Außerdem rechnet er damit, dass sich das derzeit noch beeindruckende Umsatzwachstum bald abflacht, wenn der Markt gesättigt ist und bei den Kunden die Kaufmüdigkeit einsetzt.

Immerhin nähert sich Groupon den schwarzen Zahlen an. Im 3. Quartal hat das Unternehmen einen Nettoumsatz von 430,2 Millionen Dollar, eine Steigerung von zehn Prozent zum zweiten Quartal. Auf Pro-forma-Basis wies Groupon einen Betriebsverlust von zwei Millionen Dollar aus nach einem Minus von 62 Millionen Dollar im Vorquartal. Den Analysten von Benchmark Company reicht das für eine Einstufung bei "Kaufen": "Das Ergebnis des dritten Quartals zeigt das Potential für hohe Profitabilität."

Mit seinem Geschäftsmodell eckt Groupon allerdings auch bei den Gesetzeshütern an: In Brasilien wird dem Unternehmen vorgeworfen, gegen Verbraucherschutzgesetze zu verstoßen. Jetzt wird ermittelt. Der Streit könnte mit einer Geldstrafe von 3,3 Millionen Dollar enden.

Quelle:  Handelsblatt Online
Anzeige
Immobilien-Wertfinder:Was Mieten und Kaufen in Ihrer Region kostet
Immobilien-Wertefinder

Mit unserem interaktiven Tool finden Sie Interessierte Mieten und Kaufpreise in ihrem Viertel und ihrer Straße. Mehr...

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%