Bitcoins: Volatil wie ein börsengehandelter Fonds auf Steroiden

Bitcoins: Volatil wie ein börsengehandelter Fonds auf Steroiden

, aktualisiert 01. Juli 2017, 14:59 Uhr
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Im bisherigen Jahresverlauf hat die virtuelle Währung um 167 Prozent zugelegt.

Quelle:Handelsblatt Online

Plötzliche Kurseinbrüche und eine Reihe von Lösegeld-Trojanern werfen Schatten auf die Legitimation des Bitcoin-Markts. Experten bezweifeln, dass Bitcoins jemals eine etablierte Währung werden.

New YorkEs gibt Volatilität und es gibt Bitcoin-Volatilität. Plötzliche Kurseinbrüche und jüngst eine Reihe von Lösegeld-Trojanern haben die zunehmende Stabilität der digitalen Währung wieder ausradiert – es ist schwierig geworden, eine vergleichbare Anlage zu finden. Naheliegend wäre tatsächlich nur ein börsengehandelter Fonds (ETF) auf gehebelte Steroiden, der höchst volatil sein soll.

Die anziehende Volatilität wirft Schatten auf den gesamten Markt. Die Kryptowährung hatte sich stabilisiert, seit 2014 eine Preisblase platzte. Die realisierte Zwei-Monats-Volatilität erreichte ihr niedrigstes Niveau im April 2016. Doch die jüngsten Kursausschläge führen schmerzlich vor Augen, dass Bitcoins noch einen weiten Weg vor sich haben, bevor sie sich wie eine etablierte Währung verhalten.

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Vielleicht jedoch ist das auch überhaupt möglich, meint Dave Nadig, Chief Executive Officer der Research-Firma ETF.com aus San Francisco: „Es hat eine Menge Fortschritte gegeben und Bitcoins wurden von Investoren und Institutionen ernster genommen. Doch vielerlei Schritte sind nötig, um einen Markt zu legitimieren, und Bitcoins sind ihrer Gestaltung nach grundsätzlich unreguliert“, sagt Nadig. „Zum Teil ist die Volatilität auch darauf zurückzuführen, dass es an einer Marktstruktur mangelt.“

In Anbetracht dessen, dass einige renommierte Investoren ihre Hoffnungen an eine Bitcoin-Stabilisierung geknüpft haben, sieht die Rückkehr der Kurskapriolen nicht gut aus. Der ehemalige Hedgefondsmanager Michael Novogratz hat zehn Prozent seines Kapitals in Kryptowährungen investiert. Sollte der Bitcoin-Preis unter 2000 Dollar fallen, will Novogratz zukaufen. Derzeit wird die digitale Währung über 2500 Dollar gehandelt.

Im bisherigen Jahresverlauf hat der Bitcoin-Kurs um 167 Prozent zugelegt. Zuletzt korrelierten sie zunehmend mit einem kleineren, doch wachstumsstarken virtuellen Pendant, das auf der Ethereum-Blockchain beruht. Die als Ether bekannte Kryptowährung brach vergangene Woche von über 300 Dollar auf zehn Cent ein, bevor sie sich schlagartig erholte. Derzeit kostet Ether etwa 390 Dollar.

An den Edelmetallmärkten war die Volatilität zuletzt gering – das verhalf Bitcoins dazu, den Bergbauindex zu schlagen. Der CBOE/COMEX Gold Volatility Index ist in diesem Jahr 25 Prozent gefallen und hat im vergangenen Monat ein Allzeittief erreicht. Gold und Kryptowährungen werden an den Finanzmärkten oft als artverwandt betrachtet, schließlich gelten beide als eine Alternative zu Papiergeld. Das Edelmetall, das schon seit Ewigkeiten als solche genutzt wird, ist normalerweise stabiler als die erst 2009 entstandenen Bitcoins.

Quelle:  Handelsblatt Online
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