Blackrock-Chef: Konzerne sollen weniger Dividenden zahlen

Blackrock-Chef: Konzerne sollen weniger Dividenden zahlen

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Larry Fink

von Saskia Littmann

Der Chef des Vermögensverwalters Blackrock fordert, Unternehmen sollten lieber investieren anstatt hohe Dividenden an Aktionäre zu zahlen. Anlegerschützer sehen das ganz anders. Wo in Deutschland viel gezahlt wird.

An den Börsen hat die fünfte Jahreszeit angefangen. Im April und Mai finden zahlreiche Hauptversammlungen statt, die Dividende landet auf den Konten der Aktionäre. Entsprechend nutzen viele diese Phase, um Werbung für oder gegen den Anleger-Bonus zu machen. Laut einem Bericht des „Handelsblatt“ forderte Larry Fink, Chef des weltgrößten Vermögensverwalters Blackrock, in einem Brief die Chefs der europäischen Großkonzerne auf, sie sollten weniger Dividenden an ihre Aktionäre zahlen. Die Unternehmen sollten mehr Geld in die Zukunft investieren, anstatt die Ausschüttungen zu erhöhen.

„Zu viele Firmen haben ihre Kapitalausgaben zurückgefahren oder sogar höhere Schulden gemacht, um Dividenden und Aktienrückkäufe zu steigern“, schreibt Fink. Wie das „Handelsblatt“ schreibt, haben auch zahlreiche deutsche Konzerne den Brief bekommen. Blackrock hält größere Anteile an Dax-Konzernen wie der Deutschen Telekom, Daimler, Linde, Siemens oder VW.

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Top 5 Dividendenzahler: DAX

  • Platz 5

    Deutsche Telekom

    Ausschüttungssumme: 2.226 Mio. €
    Dividende 2013: 0,50 €
    Dividende 2014: 0,70 €
    Im Vorjahresvergleich (%YoY): -28,6%

    Quelle: DSW Dividendenstudie 2014

  • Platz 4

    Daimler

    Ausschüttungssumme: 2.407 Mio. €
    Dividende 2013: 2,20 €
    Dividende 2014: 2,25 €
    Im Vorjahresvergleich (%YoY): +2,3%

  • Platz 3

    Allianz

    Ausschüttungssumme: 2.419 Mio. €
    Dividende 2013: 4,50 €
    Dividende 2014: 5,30 €
    Im Vorjahresvergleich (%YoY): +17,8%

  • Platz 2

    BASF

    Ausschüttungssumme: 2.480 Mio. €
    Dividende 2013: 2,60 €
    Dividende 2014: 2,70 €
    Im Vorjahresvergleich (%YoY): +3,8%

  • Platz 1

    Siemens

    Ausschüttungssumme: 2.643 Mio. €
    Dividende 2013: 3,00 €
    Dividende 2014: 3,00 €
    Im Vorjahresvergleich (%YoY): +0,0%

Während Blackrock mehr Investitionen statt Ausschüttungen fordert, trommelte die Deutsche Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz (DSW) für eine höhere Dividendenquote. Geht es nach den Aktionärsschützern, sollten Konzerne im Mittel rund die Hälfte ihrer Gewinne an ihre Anteilseigner ausschütten. Schließlich trügen die Kapitalgeber das Risiko und müssten "in angemessener Weise am Unternehmensgewinn beteiligt" werden, erklärt die stellvertretende DSW-Hauptgeschäftsführerin Jella Benner-Heinacher.

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Zuletzt lagen die Quoten in den deutschen Aktienindizes allerdings deutlich niedriger. Lediglich der MDax kam auf eine Ausschüttungsquote von fast 50 Prozent. Im Dax dagegen liegt die Quote 2014 sogar unter 40 Prozent und ist damit gegenüber dem Vorjahr leicht gesunken. Sukzessive verbessert hat sich dagegen der TecDax. Während dort vor ein paar Jahren die Unternehmen im Schnitt nur knapp ein Drittel ihrer Gewinne an die Aktionäre weiterreichten, sind es mittlerweile über 40 Prozent.

Während also Großinvestoren wie Blackrock mehr Investitionen fordern, wollen Anlegerschützer die Aktionäre für ihr Risiko angemessen entlohnt wissen. Beide Argumente sind legitim, die Dividendenzahlung darf die Investitionsfähigkeit des Unternehmens nicht spürbar einschränken. Auch Aktionäre haben schließlich ein Interesse an der Zukunftsfähigkeit des Konzerns.

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