Börse: Ausländer kapern den Dax

Börse: Ausländer kapern den Dax

von Annina Reimann

Immer weniger deutsche Anleger profitieren von den Kursgewinnen der Dax-Werte, denn immer weniger sind hier investiert. Das bringt eine neue Studie ans Licht.  

Die, wenn man so will, gute Nachricht zuerst: Der Dax wird internationaler. Die Investoren des Dax kommen aus Nordamerika, Europa sowie Großbritannien und Irland. Nordamerikaner halten mit 32 Prozent zwar die meisten Dax-Papiere. Der größte Einzelinvestor ist mit 24 Milliarden US-Dollar aber der norwegische Staatsfonds. Der hat dank der norwegischen Öl- und Gasreserven besonders viel Geld anzulegen. Insgesamt betrachtet ist und bleibt aber die BlackRock-Gruppe der allergrößte Strippenzieher im Dax - obwohl BlackRock Deutschland über seine iSharesDax-Fondspalette mehr als die Hälfte seiner vorherigen Beteiligung abgebaut hat. Insgesamt verwaltete die Gruppe 2014 aber immer noch 56,7 Milliarden US-Dollar in Dax-Aktien.

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Top 15 Investoren im Dax

  • Platz 15

    Capital Research Global Investors (U.S.)

    Vorheriger Rang: 14

    Wert DAX Dez-14 (in Mio. Dollar): 7728,0

    Wert DAX Dez-13 (in Mio. Dollar): 9200,5

    Veränderung DAX Wert (in Mio. Dollar): -1472,4

    Stadt: Los Angeles - USA

    Quelle: Deutscher Investor Relations Verband

  • Platz 14

    Legal & General Investment Management, LTD

    Vorheriger Rang: 13

    Wert DAX Dez-14 (in Mio. Dollar): 8095,6

    Wert DAX Dez-13 (in Mio. Dollar): 9333,1

    Veränderung DAX Wert (in Mio. Dollar): -1237,5

    Stadt: London - GBR

  • Platz 13

    Capital World Investors (U.S.)

    Vorheriger Rang: 8

    Wert DAX Dez-14 (in Mio. Dollar): 9444,2

    Wert DAX Dez-13 (in Mio. Dollar): 12238,8

    Veränderung DAX Wert (in Mio. Dollar): -2794,6

    Stadt: Los Angeles - USA

  • Platz 12

    Union Investment Privatfonds GmbH

    Vorheriger Rang: 11

    Wert DAX Dez-14 (in Mio. Dollar): 9655,6

    Wert DAX Dez-13 (in Mio. Dollar): 10284,6

    Veränderung DAX Wert (in Mio. Dollar): -629,0

    Stadt: Frankfurt - DEU

  • Platz 11

    BlackRock Advisors (U.K.), LTD

    Vorheriger Rang: 12

    Wert DAX Dez-14 (in Mio. Dollar): 10032,7

    Wert DAX Dez-13 (in Mio. Dollar): 9656,2

    Veränderung DAX Wert (in Mio. Dollar): 376,5

    Stadt: London - GBR

  • Platz 10

    Amundi Asset Management

    Vorheriger Rang: 16

    Wert DAX Dez-14 (in Mio. Dollar): 10242,0

    Wert DAX Dez-13 (in Mio. Dollar): 6489,9

    Veränderung DAX Wert (in Mio. Dollar): 3752,1

    Stadt: Paris - FRA

  • Platz 9

    Allianz Global Investors GmbH

    Vorheriger Rang: 9

    Wert DAX Dez-14 (in Mio. Dollar): 10253,2

    Wert DAX Dez-13 (in Mio. Dollar): 11185,8

    Veränderung DAX Wert (in Mio. Dollar): -932,6

    Stadt: Frankfurt - DEU

  • Platz 8

    Deka Investment GmbH

    Vorheriger Rang: 4

    Wert DAX Dez-14 (in Mio. Dollar): 11790,4

    Wert DAX Dez-13 (in Mio. Dollar): 16137,9

    Veränderung DAX Wert (in Mio. Dollar): -4347,5

    Stadt: Frankfurt - DEU

  • Platz 7

    Deutsche Asset & Wealth Management Investment GmbH

    Vorheriger Rang: 7

    Wert DAX Dez-14 (in Mio. Dollar): 13013,3

    Wert DAX Dez-13 (in Mio. Dollar): 13011,7

    Veränderung DAX Wert (in Mio. Dollar): 1,6

    Stadt: Frankfurt - DEU

  • Platz 6

    BlackRock Asset Management (Deutschland) AG

    Vorheriger Rang: 1

    Wert DAX Dez-14 (in Mio. Dollar): 14316,9

    Wert DAX Dez-13 (in Mio. Dollar): 29588,3

    Veränderung DAX Wert (in Mio. Dollar): -15271,3

    Total Global Equity (in Mio. Dollar): 29492,6

    Style: Index

    Stadt: München - DEU

  • Platz 5

    The Vanguard Group, Inc.

    Vorheriger Rang: 6

    Wert DAX Dez-14 (in Mio. Dollar): 16501,9

    Wert DAX Dez-13 (in Mio. Dollar): 14454,8

    Veränderung DAX Wert (in Mio. Dollar): 2047,1

    Stadt: Malvern - USA

  • Platz 4

    State Street Global Advisors, LTD

    Vorheriger Rang: 10

    Wert DAX Dez-14 (in Mio. Dollar): 16596,2

    Wert DAX Dez-13 (in Mio. Dollar): 10709,3

    Veränderung DAX Wert (in Mio. Dollar): 5886,9

    Stadt: London - GBR

  • Platz 3

    Lyxor Asset Management S.A.

    Vorheriger Rang: 5

    Wert DAX Dez-14 (in Mio. Dollar): 18856,9

    Wert DAX Dez-13 (in Mio. Dollar): 15108,9

    Veränderung DAX Wert (in Mio. Dollar): 3748,0

    Stadt: Puteaux - FRA

  • Platz 2

    BlackRock Fund Advisors

    Vorheriger Rang: 3

    Wert DAX Dez-14 (in Mio. Dollar): 20210,1

    Wert DAX Dez-13 (in Mio. Dollar): 19272,3

    Veränderung DAX Wert (in Mio. Dollar): 937,8

    Stadt: San Francisco - USA

  • Platz 1

    Norges Bank Investment Management (Norway)

    Vorheriger Rang: 2

    Wert DAX Dez-14 (in Mio. Dollar): 23996,7

    Wert DAX Dez-13 (in Mio. Dollar): 29167,8

    Veränderung DAX Wert (in Mio. Dollar): -5171,1

    Stadt: Oslo - NOR

Das hat eine Studie von Ipreo und dem Deutschen Investor Relations Verband ergeben, die gemeinsam untersucht haben, wie sich die Aktionärsstruktur der 30 größten börsennotierten Unternehmen im Jahr 2014 verändert hat.

Bedenklich: Rekordverdächtige 65 Prozent der Aktien liegen in den Händen institutioneller Investoren. Private Anleger geraten immer stärker ins Hintertreffen. Sie haben ihren Anteil an Dax-Konzernen 2014 um zwölf Prozent reduziert und halten nur noch 13 Prozent der Dax-Aktien. Immerhin: Das sind immer noch stolze 89,3 Milliarden Dollar. Zwar hat der Dax erst in diesem Jahr so richtig losgelegt und neue Rekorde erklommen. Die Annahme jedoch, dass private Anleger – mal wieder – die jüngste Hausse verpasst haben, liegt auf der Hand. Sie lassen ihr Geld nach wie vor lieber auf nahezu zinslosen Konten liegen, statt es in gewinnträchtige Anlagen zu stecken. Für die Altersvorsorge ist das fatal.

Deutsche Anleger ziehen sich aus dem Dax zurück. Nur noch 15 Prozent der Dax-Aktien liegen in deutschen Händen. Für Inländer gibt es allerdings ein Trostpflaster. Denn einen Schönheitsfehler hat die Studie: Die Autoren haben die Daten auf der Ebene der Investoren erhoben. Nicht analysiert haben sie hingegen, wer diesen Investoren das Geld zum Investieren gegeben hat. Übersetzt: Hat ein deutscher Anleger in einen britischen Fonds oder in einen börsennotierten Indexfond (Exchange Traded Fund, ETF) aus den USA investiert, so wird er nicht erfasst. Gezählt wird er dann der ausländischer Investor.

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Ernsthaft kann also kaum einer ausrechnen, wie viel vom Dax deutschen Anlegern gehört oder nicht. Geschuldet ist das dem Aufstieg der ETFs. Diese Fonds bilden breite Indizes nach, wie den Dax, wie auch andere Indizes, in denen sich Dax-Papiere befinden, etwa den Eurostoxx. Weltgrößter Anbieter über seine Tochter iShares ist eben der Fondsgigant Blackrock mit Sitz in New York. Der ist aus Sicht der Studien-Autoren eben ein Ausländer, egal, wer ihm das Geld gegeben hat. Die Amerikaner haben in ihre inzwischen mehr als 7700 Portfolios rund 4800 Milliarden Dollar an Vermögen aufgesogen. Sie sind daher geradezu zwangsläufig große Spieler auch im Dax.

 

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4 Kommentare zu Börse: Ausländer kapern den Dax

  • Bei 25 % Abgeltungssteuer lohnt das Risiko nicht mehr.

  • Wenn Deutsche nur noch 15% am DAX halten, dann wird sich das kaum veraendern, wenn man die deutschen Einlagen in auslaendischen Fonds, etc. zusaetzlich beruecksichtigt! Denn auch dort duerfte der Deutsche in etwa dem gleichen Verhaeltnis investiert sein, wenn nicht deutlich weniger!

  • Ob das gut oder schlecht ist, wird sich erst am Ende dieses Börsenzyklus zeigen.
    Ich persönlich halte die deutschen Werte derzeit für absolut überteuert und halte meine Finger da raus.
    Vielleicht gibt es einfach viele, die ebenfalls zu diesem Ergebnis gekommen sind. Augenblicklich verdienen nur noch die Händler am Aktienkauf, alle anderen haben inzwischen sicher schon die eine oder andere schlaflose Nacht.
    Ich persönlich hänge sehr an meinem guten Nachtschlaf.
    Aber was solls, so ist das eben beim Glücksspiel.
    Nur hier ist es eben ein bisschen anders.
    Behalte ich recht und es kommt zumindest zu einer deutlichen Marktbereinigung nach unten, dann habe ich danach die Hände frei. Dann kann ich billig einkaufen gehen, mit der realistischen Hoffnung, dabei recht gut zu verdienen.
    Kommt es sogar zu einem Crash, dann bin ich König.
    Zugegeben, bis September 2016, wenn die EZB-Ankäufe auslaufen, könnte man den einen oder anderen Deal, selbstverständlich nicht mit dem eigenen Geld, nur so zum Spaß realisieren. Aber auch zuvor gibt es hier nicht wenige Risiken. Die Masters of the Universe, die Global-Player mit ihren beinahe unbegrenzten Mitteln haben zum Sturm auf die Eurozone geblasen und mit den Staatstiteln schon kräftig für Bewegung gesorgt. Wann schmeißen sie die deutschen Aktien raus? Warum sie das tun sollten? Nun, Deutschland ist die Lokomotive der Eurozone. Nimmt man ihr die Betriebsstoffe weg, bleibt der ganze Zug stehen. Dann ist da noch das leidige Griechenlanddesaster.

    Mein Fazit: Der berühmte Drittelmix und Investitionen in sichere Werte außerhalb der Eurozone und keine US-Titel. Skandinavien, Kanada, Südkorea und Australien bieten sich hier an.
    Und Voila, morgen früh werde ich wieder gut geschlafen haben und was übermorgen kommt werden wir sehen.
    Gelassenheit zeichnet einen guten Spieler aus und wen die Gier packt, der sollte eine Pause einlegen und mit seinen Freunden ein Bier trinken gehen oder mit der Familie einen Kurztrip antreten.

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