Börse Frankfurt: Anleger fiebern US-Arbeitsmarktdaten entgegen

Börse Frankfurt: Anleger fiebern US-Arbeitsmarktdaten entgegen

, aktualisiert 29. August 2016, 07:20 Uhr
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Unsicherheit über den Kurs des neuen US-Präsidenten Donald Trump hatte die Anleger zuletzt skeptischer werden lassen, sie nahmen Gewinne mit.

Quelle:Handelsblatt Online

Die US-Arbeitsmarktdaten sind der Höhepunkt der Woche. Und Inflationsdaten könnten die Diskussion um die EZB-Politik befeuern. Der Dax hält sich vor dem Start der Präsenzbörse weiter über 10.500 Punkten.

FrankfurtDie Ungewissheit über die US-Geldpolitik lässt die Börsianer auch in der neuen Woche nicht los. "Nach dem Notenbanker-Treffen in Jackson Hole richten Anleger ihre Aufmerksamkeit wieder auf harte Fakten", sagte Aktienstratege Tobias Basse von der NordLB. "Und mit den US-Arbeitsmarktdaten haben wir am Freitag ein Highlight."

Fed-Chefin Janet Yellen hatte bei der Notenbank-Konferenz die anhaltend solide Beschäftigungssituation und rosigere Aussichten für die US-Wirtschaft als Argumente für eine Zinserhöhung aufgezählt. Diese solle aber "behutsam" erfolgen.

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Die Nervosität der Anleger bleibe trotz des zu erwartenden soliden Job-Wachstums in den USA bestehen, konstatierte Basse. Daher müsse mit größeren Kursausschlägen an den Finanzmärkten gerechnet werden. David Schiegoleit, der für vermögende Privatkunden von U.S. Bank zuständig ist, geht davon aus, dass die Arbeitsmarktdaten sogar für geraume Zeit die Richtung der Aktienbörsen vorgeben werden.

In Frankfurt kam der Dax in den vergangenen Tagen kaum vom Fleck und ging am Freitag mit 10.587 Punkten aus dem Handel. Auf Wochensicht gewann der Leitindex 0,4 Prozent. Auch am Montag vor dem Start der Präsenzbörse notierte der Index auf diesem Niveau und hielt sich weiter über der Marke von 10.500 Zählern. In New York büßte der S&P-500-Index dagegen vergangene Woche 0,7 Prozent ein. Er liegt aber nur ein Prozent unter seinem Rekordstand.

Von Reuters befragte Analysten sagen für August 180.000 neue Jobs außerhalb der US-Landwirtschaft voraus, nach einem Plus von 255.000 im Vormonat. "Ein erneutes sehr starkes Ergebnis könnte eine Zinserhöhung im September zu einer ausgemachten Sache machen", führte Aktienhändler Markus Huber vom Brokerhaus City of London aus.

Commerzbank-Volkswirt Christoph Balz zweifelt hingegen an einer schnellen Straffung der US-Geldpolitik. "Der Bericht wird wohl nicht ausreichen, um die Skeptiker für eine Zinsanhebung bereits im September zu gewinnen. Wir halten weiterhin einen Schritt im Dezember für wahrscheinlicher", erklärte er.

An den Terminmärkten werden die Chancen einer Zinsanhebung im Dezember mittlerweile auf 60 Prozent taxiert, nach knapp über 50 Prozent vor Yellens Rede. Die Wahrscheinlichkeit einer Erhöhung bereits im September schätzen Investoren demnach nun mit 36 (davor: 21) Prozent ein.


Mittelfristig könnten die Kurse wieder steigen

Auch in Europa bietet die Geldpolitik Raum für Diskussionen. "Obwohl die EZB-Sitzung erst am 8. September bevorsteht, dürften Spekulationen hinsichtlich weiterer expansiver Maßnahmen schon kommende Woche die Börsen beschäftigen", sagte Robert Greil, Chef-Anlagestratege des Bankhauses Merck Finck & Co.

Diese könnten von den Inflationsdaten aus Deutschland (Dienstag) und der Euro-Zone (Mittwoch) befeuert werden. Sollte die Teuerung niedrig bleiben, wäre das Wasser auf die Mühlen derjenigen, die für weitere Geldspritzen der Europäischen Zentralbank (EZB) plädieren.

Mit dem Auslaufen der Sommerferien hoffen Börsianer darauf, dass die Handelsumsätze wieder anziehen. In der alten Woche lagen sie in Dax und EuroStoxx50 meist etwa ein Drittel unter dem Durchschnitt. Allerdings bleiben die Londoner Handelssäle am Montag wegen eines Feiertags geschlossen.

Mittelfristig erwarten Experten steigende Aktienkurse. "Dies liegt zum großen Teil an der mangelnden Attraktivität der Anlageklasse Anleihen", sagte NordLB-Experte Basse. "Es gibt genügend Anleger, die nur auf Rücksetzer am Aktienmarkt warten, um in den Markt einzusteigen." Bundesanleihen mit einer Laufzeit von bis zu zehn Jahren sind für Anleger derzeit ein Verlustgeschäft.

Quelle:  Handelsblatt Online
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