Börse Frankfurt: Berlusconi drückt Dax unter 6.000 Punkte

Börse Frankfurt: Berlusconi drückt Dax unter 6.000 Punkte

, aktualisiert 08. November 2011, 17:58 Uhr
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Sorgenvoll beobachten Händler die aktuellen Kursentwicklungen.

Quelle:Handelsblatt Online

Nachdem der Dax zwischenzeitlich deutlich oberhalb der Marke von 6.000 Punkten notierte, machte die Regierungskrise in Italien den Anlegern einen Strich durch die Rechnung. BMW-Aktionäre machten trotzdem ihren Schnitt.

DüsseldorfDer deutsche Anlegermarkt hat sowohl die Meldungen um die Vorbereitungen zum geordneten Rücktritt des Griechischen Kabinetts als auch die Abstimmung in Italien mit Kursbewegungen honoriert. Der Dax schloss am späten Nachmittag bei geringen Umsätzen 0,6 Prozent höher bei 5.962 Punkten. Bis zum Ergebnis der Abstimmung in Italien war er allerdings bis auf 6.087 Zähler geklettert. Für den MDax ging es 0,4 Prozent auf 9.065 Punkte nach oben und der TecDax rückte um 1,9 Prozent auf 703 Punkte vor.

Der angeschlagene italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi hat am Dienstag eine wichtige Haushaltsabstimmung gewonnen, die Mehrheit im Parlament aber offenbar dennoch verloren. Lediglich 308 Parlamentarierer des Abgeordnetenhauses stimmten für das Vorhaben, deutlich weniger als die für eine absolute Mehrheit notwendigen 316 Stimmen. „Das gefällt den Märkten überhaupt nicht“, sagte ein Händler. Börsianer hatten auf ein unmittelbares Ende der Amtszeit Berlusconis gewettet.

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Jeder am Markt wolle Berlusconi zurücktreten sehen, sagte Stratege Stan Shamu von IG Markets. Das Vertrauen von Investoren in die Zahlungsfähigkeit Italiens ist am Dienstag weiter abgeschmolzen. Vor der Abstimmung gerieten Anleihen aus Rom nochmals unter Druck. Zehnjährige Papiere verloren bis zu 34 Ticks auf 86,58 Zähler und rentierten mit 6,742 Prozent - so hoch wie seit 14 Jahren nicht mehr. Der Staat kann sich zu diesen Sätzen eigentlich schon nicht mehr refinanzieren. Bereits am Montag hatte sich das Gerücht verbreitete, Berlusconi werde zurücktreten. Die europäischen Aktienmärkte hatten daraufhin deutlich zugelegt. Auf das Dementi aus Italien folgte jedoch der Kursabsturz.

Währenddessen lässt in Griechenland eine große Koalition auf sich warten. Sozialisten und Konservative hätten sich noch nicht auf die Bildung einer Übergangsregierung verständigt, sagte ein Regierungsvertreter am Dienstag. „Aber der Ministerpräsident ist überzeugt, dass dies bald der Fall sein wird“, ergänzte der auf Anonymität Wert legende Insider.

Die deutschen Exporteure bieten der Schuldenkrise und der weltweiten Konjunkturabkühlung bisher noch erfolgreich Paroli. Im September setzten sie überraschend 0,9 Prozent mehr um als im Vormonat, teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag mit. Fachleute erwarten jedoch härte Zeiten: „Dass es in diesem Tempo weitergeht, darf bezweifelt werden“, sagte DIHK-Außenhandelschef Volker Treier der Nachrichtenagentur Reuters. Auch Commerzbank-Expertin Ulrike Rondorf bezeichnete das Umsatzplus als „Blick in den Rückspiegel“. Die mageren Auslandsaufträge signalisierten künftig schlechtere Exporte.


Münchener Rück enttäuscht, Hugo Boss überzeugt

Am Markt standen eine ganze Flut von Quartalsbilanzen unter anderem mit den Finanzwerten Munich Re und Aareal Bank sowie Leoni und Heidelberger Druck im Blick.

Laut ersten Händlereinschätzungen verfehlte der weltweit größte Rückversicherer die durchschnittlichen Markterwartungen beim Gewinn. Die Munich-Re-Aktien verloren 0,6 Prozent.

Für die Papiere der Aareal Bank ging es nach den Zahlen hingegen um 12,7 Prozent nach oben. Hier nannte ein Händler das Zahlenwerk zum dritten Quartal etwas besser als erwartet. Zudem habe der Immobilienfinanzierer seine Prognose bestätigt.

Auch BMW-Titel konnten 0,5 Prozent zulegen. Der Münchener Autokonzern setzte seine Rekordfahrt fort. Im vergangenen Monat seien so viele Autos verkauft worden wie noch nie in einem Oktober, teilte der Dax-Konzern am Dienstag mit. Der Absatz der drei Konzernmarken BMW, Mini und Rolls-Royce sei binnen Jahresfrist um gut acht Prozent auf gut 139.000 Fahrzeuge geklettert. In den ersten zehn Monaten habe das Absatzplus gut 15 Prozent betragen. Knapp 1,4 Millionen Autos fanden den Weg zu ihren Käufern.

Die Papiere der Comdirect Bank gewannen nach Zahlen 0,6 Prozent. Schwächer als der Markt zeigten sich die Papiere von Beiersdorf und Henkel nach den Zahlen des Konkurrenten L'Oreal. Mit ihrem Umsatz hatten die Franzosen am Vorabend die Erwartungen der Analysten erfüllt, kommentierte ein Börsianer. Allerdings verliere der weltweit führende Kosmetikhersteller im europäischen Massenmarkt Marktanteile, was zu einem eher vorsichtigen Ausblick für 2011 geführt habe.

Das Immobilienunternehmen Gagfah hat den Gewinn im dritten Quartal stärker als von Analysten erwartet gesteigert. Dies führte zu einem Kursplus von 1,2 Prozent.

Noch deutlicher legten die Aktien von Hugo Boss mit 8,5 Prozent zu. Knapp eine Woche nach der Vorlage der Zahlen zum dritten Quartal erhöhte der Modekonzern mit Blick auf gute Wachstumsaussichten in Asien und Amerika nun seine mittelfristigen Ziele.

Im TecDax machten die Papiere von Drillisch mit einem Plus von 12 Prozent einen Teil ihres 40-prozentigen Kursverlustes vom Vortag wett. Die Deutsche Telekom hatte einem Tochterunternehmen des Serviceproviders Provisionsbetrug vorgeworfen und deshalb die Verträge mit den Unternehmen fristlos gekündigt. Das hatte zum Wochenstart zu einem Kurssturz geführt.

Der Technologiekonzern Jenoptik hat zum zweiten Mal in diesem Jahr seine Geschäftsprognose angehoben. Für 2011 werde nun ein Betriebsgewinn von 44 Millionen Euro und ein Umsatz von 525 Millionen Euro erwartet, teilte Jenoptik am Dienstag mit. Bislang war der Konzern von einem operativen Ergebnis (Gewinn vor Steuern und Zinsen) von 40 Millionen Euro und einem Umsatz von mehr als 510 Millionen Euro ausgegangen. Vor allem die hohe Nachfrage aus der Halbleiterindustrie habe optimistischer gemacht, hieß es. Auch im laufenden vierten Quartal erwarte Jenoptik eine positive Entwicklung des Geschäfts. Die Zahlen für das dritte Quartal sollen am Mittwoch veröffentlicht werden. Die Aktie legte um 2,6 Prozent zu.

Quelle:  Handelsblatt Online
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