Börse Frankfurt: Brexit-Angst drückt Pfund noch tiefer - Dax im Minus erwartet

Börse Frankfurt: Brexit-Angst drückt Pfund noch tiefer - Dax im Minus erwartet

, aktualisiert 06. Juli 2016, 07:48 Uhr
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Viele Anleger fürchten negative wirtschaftliche Folgen des Brexit-Votums.

Quelle:Handelsblatt Online

Das britische Pfund rutscht ab – und der Dax wohl gleich mit. Die Angst vor den wirtschaftlichen Folgen des Brexit lässt die Märkte nicht los. Das Pfund rutscht auf ein 30-Jahres-Tief, auch der Ölpreis schmiert ab.

FrankfurtDie Furcht der Anleger vor den wirtschaftlichen Folgen des Brexit wird den Dax Börsianern zufolge am Mittwoch erneut belasten. Beim Online-Broker IG Markets tendierte der deutsche Leitindex vorbörslich über 0,6 Prozent im Minus. Vor allem das britische Pfund steht knapp zwei Wochen nach dem Votum weiter unter Druck. In der Nacht zum Mittwoch rutschte die britische Währung um drei Cent und damit erstmals seit 1985 unter die Marke von 1,30 US-Dollar. Zeitweise kostete ein Pfund nur noch 1,2798 US-Dollar und damit rund 22 Cent oder 15 Prozent weniger als kurz vor der Mehrheits-Entscheidung der britischen Bevölkerung, aus der Europäischen Union austreten zu wollen. In den ersten Tagen nach dem Votum war das Pfund bis auf 1,31 Dollar abgesackt, konnte sich dann aber wieder etwas erholen und stieg wieder bis auf 1,35 Dollar. Ähnlich sah die Entwicklung an anderen Märkten aus.

Auch die Ölpreise sind am Mittwoch im frühen Handel gesunken. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im September kostete am Morgen 47,85 US-Dollar. Das waren 11 Cent weniger als am Dienstag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im August fiel um 15 Cent auf 46,45 Dollar. „Unsicherheiten und Sorgen darüber, wie der Brexit die Märkte beeinflussen wird, dürften noch eine lange Zeit anhalten“, sagte Will Yun, Rohstoffexperte beim Finanzdienstleister Hyundai Futures. „Das erhöht die Volatilität bei den Ölpreisen.“

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Am Vortag hatte der Dax aus Angst vor den Brexit-Folgen und einer drohenden italienischen Bankenkrise um 1,8 Prozent auf 9532,61 Punkte verloren. Investoren seien besorgt, dass die von der britischen Entscheidung zum Ausstieg aus der EU ausgelöste politische Krise das bereits maue Wachstum weiter dämpfen werde, schrieben die Analysten der ANZ Bank in einem Kommentar.

Auf Terminseite warten Investoren auf die Veröffentlichung der Protokolle der jüngsten Fed-Sitzung am Abend (MESZ). Von den Mitschriften erhoffen sie sich Hinweise auf Zeitpunkt und Tempo der geplanten US-Zinserhöhungen. An der Wall Street hatten sich die US-Indizes am Dienstag nach Börsenschluss in Deutschland kaum bewegt. Der Dow Jones beendete die Sitzung 0,6 Prozent und der Nasdaq 0,8 Prozent tiefer. Der S&P 500 verlor 0,7 Prozent. In Tokio fiel der Nikkei-Index am Mittwoch um 2,6 Prozent auf 15.263 Punkte. Der Shanghai Composite stieg dagegen um 0,1 Prozent auf 3008 Zähler.

Verstärkt worden war die Verunsicherung der Investoren am Dienstag durch die Krise des italienischen Bankensektors, der auf einem 360 Milliarden Euro hohen Berg fauler Kredite sitzt. „Italien könnte ein größeres Risiko für die Stabilität der Euro-Zone sein als der Brexit“, warnte Andrew Edward, Chef des Brokerhauses ETX Capital. Das Land habe nach der Lehman-Pleite 2008 seine Hausaufgaben nicht gemacht und den Finanzsektor nicht reformiert. Auch Konstantin Oldenburger, Analyst des Online-Brokers CMC Markets, äußerte sich kritisch. „Der EU-Banken-Stresstest Ende des Monats könnte hier weitere Löcher und Schwächen der einzelnen Banken aufdecken.“
Größtes Sorgenkind war am Dienstag erneut Banca Monte dei Paschi di Siena (BMPS). Die faulen Kredite des ältesten Geldhauses der Welt stünden mit überhöhten Werten in der Bilanz, sagte ETX-Experte Edwards. Daher sei es schwierig, sich ihrer zu entledigen und frisches Kapital aufzutreiben. BMPS-Aktien waren am Dienstag um rund 20 Prozent abgerutscht.

Aber auch die größte italienische Bank, die HVB-Mutter Unicredit, benötigt Analysten zufolge zusätzliches Geld. Peter Garnry, Chef-Aktienstratege der Saxo Bank, hatte den Bedarf auf acht Milliarden Euro taxiert. Unicredit fielen zunächst auf ein Rekordtief, schlossen dank einer Kaufempfehlung der US-Investmentbank Goldman Sachs allerdings am Dienstag zum Handelsende im Plus.

Quelle:  Handelsblatt Online
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