Börse Frankfurt: Dax dank guter US-Daten weiter im Aufwind

Börse Frankfurt: Dax dank guter US-Daten weiter im Aufwind

, aktualisiert 29. November 2011, 18:05 Uhr
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Der Euro und seine Zukunft bleiben das dominante Thema an der Börse.

Quelle:Handelsblatt Online

Nach dem fulminanten Auftakt in die Handelswoche hoffen Anleger auf weitere Gewinne am Aktienmarkt. Doch auch die Nervosität am Markt ist weiter deutlich zu spüren.

DüsseldorfAuch nach dem gestrigen Kursfeuerwerk ist der Dax am Dienstag weiterhin im Aufwärtstrend. Der deutsche Leitindex schloss am späten Nachmittag vor allem aufgrund positiver US-Konjunkturdaten knapp ein Prozent höher bei rund 5.800 Punkten. Damit legte er seit seinem Tief am Freitag wieder um knapp acht Prozent zu und machte einen Teil seiner jüngsten Verluste wieder wett. Der MDax stieg um 0,3 Prozent auf 8.612 Punkte, der TecDax gewann 1,5 Prozent auf 685 Punkte.

Über weite Strecken allerdings spiegelte das deutsche Börsenbarometer insbesondere die Hoffnungen und Sorgen der Anleger in der Euro-Schuldenkrise wider: Während der Markt am Morgen noch positiv auf eine gut verlaufene Auktion italienischer Staatsanleihen reagierte, sorgte am Mittag der Antrag auf Gläubigerschutz durch den US-Konzern AMR und seine Tochter American Airlines für Unmut im Handel. Zudem verwiesen Börsianer auch auf die Nachricht, die EZB habe ihre Anleihe-Käufe nicht in dem Umfang wie geplant neutralisieren können. Die Notenbank hatte den Banken insgesamt 203,5 Milliarden Euro abnehmen wollen, bekam von den Instituten aber nur 194,199 Milliarden Euro.

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Das Verbrauchervertrauen in den USA hat sich im November überraschend deutlich aufgehellt. Der Index stieg auf 56,0 Punkte von revidiert 40,9 Zählern im Oktober, wie das Forschungsinstitut Conference Board am Dienstag mitteilte. Es ist der höchste Wert seit Juli, nachdem das Barometer im Oktober noch auf den niedrigsten Stand seit rund zweieinhalb Jahren gefallen war. Analysten hatten im Schnitt für November nur mit 44,0 Punkten gerechnet. Die Stimmung der Verbraucher gilt als zentraler Indikator für die Konsumausgaben, die etwa zwei Drittel der US-Wirtschaftsleistung ausmachen.

Der Sturm auf die britische Botschaft in Teheran durch Demonstranten und positiv aufgenommene US-Konjunkturdaten haben am Dienstagnachmittag den Ölpreis angeschoben. Das Fass der Nordsee-Sorte Brent verteuerte sich um 1,6 Prozent. Der Preis für US-Leichtöl legte um 1,4 Prozent zu. Börsianer verfolgen Meldungen aus dem Iran sehr aufmerksam, seitdem im Streit um das iranische Atomprogramm die USA, Großbritannien und anderer Länder neue Sanktionen gegen die islamische Republik verhängt haben.

Das Wirtschaftsklima in der Euro-Zone hat sich im November etwas stärker eingetrübt als erwartet. Der Index sank auf 93,7 Zählern von 94,8 Punkten, wie die EU-Kommission am Dienstag mitteilte. Von Reuters befragte Volkswirte hatten für November mit einem Rückgang auf 94,0 gerechnet. Die Stimmung trübte sich in der Industrie, bei den Dienstleistern und bei den Verbrauchern ein. Das separat ermittelte Geschäftsklima im Währungsgebiet sank auf minus 0,44 Zähler von minus 0,19 Punkten. Experten hatten hier einen Stand von minus 0,30 Zählern vorhergesagt.

Die Ankündigung eines umfangreichen Restrukturierungsprogramm hat den Qiagen -Kurs am Dienstag gestützt. Die Aktien von Deutschlands größten Biotechkonzern legten im TecDax um 2,1 Prozent zu. Qiagen kündigte an, 300 bis 380 von weltweit rund 3800 Stellen zu streichen. Mit dem Maßnahmenpaket will das Unternehmen ab 2012 jährlich rund 50 Millionen Dollar vor Steuern einsparen. Der größte Teil davon soll in Wachstumsfelder wie die molekulare Diagnostik reinvestiert werden. Das Sparprogramm sollte dem Konzern helfen, sich auf die wichtigsten Geschäftsfelder konzentrieren und die Ebit-Ziele für 2013 erfüllen zu können, schrieb DZ-Bank-Analyst Michael Bissinger in einem Kommentar.


HHLA nach Goldman Sachs-Empfehlung gefragt

Anleger sind am Dienstagnachmittag einer Empfehlung von Goldman Sachs für HHLA gefolgt. Die Titel des Hamburger Hafenlogistikkonzerns verteuerten sich um bis zu 3,2 Prozent und gehörten damit zu den am meisten gefragten Werten im MDax. Die Goldman-Analysten bekräftigten ihre Kaufempfehlung für die Aktie und erhöhten das Kursziel auf 33 von 29,50 Euro. Die Experten verwiesen auf einen Umweltbericht der EU-Kommission, in dem die in Hamburg umstrittene Elbvertiefung empfohlen werde. Dies reduziere die Gefahr von möglichen Gerichtsverfahren gegen das Projekt. Nach Zustimmung der entsprechenden Stellen sei mit dem Beginn des Ausbaus zum Ende des ersten Quartals 2012 zu rechnen. Dies werde sich für HHLA ab 2013 auszahlen.

Eine Herunterstufung durch die Analysten der Deutschen Bank hat Daimler am Dienstag ausgebremst. Mit einem Abschlag von 1,1 waren die Aktien größter Verlierer im Dax. Angesichts der konjunkturellen Unsicherheiten dürften die Gewinne bei Daimler 2012 schrumpfen, zitierten Händler aus dem Kommentar. Die Analysten stuften die Aktien herunter auf „Buy“ von „Hold“ und senkten das Kursziel auf 48 von 36 Euro. Die Papiere der Konkurrenten BMW und Volkswagen notierten mit 0,2 beziehungsweise 0,1 Prozent ebenfalls schwächer.

Ein Zeitungsbericht über Pläne zur Trennung der ungeliebten Immobilien-Tochter Eurohypo hat den Commerzbank -Aktien am Dienstag Auftrieb gegeben. Die Aktien gewannen knapp zwei Prozent. Er ziehe die Ausgliederung der Eurohypo in eine „Bad Bank“ einer erneuten Beteiligung durch den Bankenrettungsfonds SoFFin vor, schrieb DZ-Bank-Analyst Matthias Dürr in einem Kommentar.

Die Anteilseigner des Immobilienkonzerns Deutsche Wohnen haben bei der jüngsten Kapitalerhöhung im großen Stil zugegriffen. 96 Prozent der angebotenen 20,46 Millionen Aktien seien von den bestehenden Aktionären gezeichnet worden, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Damit hat Deutsche Wohnen einen Erlös von 178,65 Millionen Euro bereits sicher. Die nicht abgenommenen Aktien sollen am Dienstag am Markt platziert werden, zu einem Preis von mindestens 9,10 Euro. Vorstandschef Michael Zahn will mit dem frischen Geld alte Schulden tilgen und Wohnungsbestände zukaufen. Einige konkrete Projekte seien bereits in der Pipeline.

Quelle:  Handelsblatt Online
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