Börse Frankfurt: Dax dürfte mit Gewinnen starten

Börse Frankfurt: Dax dürfte mit Gewinnen starten

, aktualisiert 09. Januar 2017, 07:12 Uhr
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Anleger schauen heute vor allem auf die Autowerte.

Quelle:Handelsblatt Online

In dieser Woche startet die Bilanzsaison. Damit dürfte der ruhige Handel in den vergangenen Tagen ein Ende finden. Vor dem Börsenstart signalisiert der deutsche Leitindex Kursgewinne.

FrankfurtDas Schicksal des Dax entscheidet sich in der neuen Woche wieder einmal jenseits des Atlantiks. „Die Wirtschaft in den USA bleibt das zentrale Thema“, sagt Aktienmarktstratege Tobias Basse von der NordLB. Erste US-Konzerne präsentieren ihre Bilanzen für 2016, zudem erwarten Analysten einen starken Anstieg der Einzelhandelsumsätze.

Das könnte dem Dow-Jones-Index den seit langem ersehnten Sprung über die noch nie erreichte Marke von 20.000 Punkten ermöglichen, den er am Freitag trotz neuen Rekordhochs hauchdünn verpasste. Für den Dax stehen die Vorzeichen deshalb nach Ansicht von Basse günstig - zumindest für die neue Woche. Die grundsätzlich positive Stimmung sollte kurzfristig anhalten.“

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Das mehrfache Scheitern des Dow Jones an der psychologisch wichtigen Marke nahm den Dax-Anlegern zuletzt den Wind aus den Segeln. Der deutsche Leitindex startete mit kräftigen Gewinnen in die erste Handelswoche 2017, dümpelte dann aber tagelang vor sich hin. Auf Wochensicht legte er rund ein Prozent auf 11.599 Punkte zu. Vor dem Start in die neue Handelswoche notiert die Frankfurter Benchmark bei 10.640 Zählern und gut 40 Punkte höher als am Freitag.

Denn in den USA erreichten am Freitag alle drei Marktbarometer Allzeithochs. Der Dow Jones-Index stieg bis zum frühen Nachmittag um 0,4 Prozent auf 19.999,63 Punkte, schloss dann aber bei 19 963,80. Der S&P 500 legte um 0,35 Prozent auf 2276,98 Punkte zu. An der Nasdaq ging es für den Auswahlindex 100 um 0,85 Prozent auf 5007,08 Punkte nach oben. Ihre Bestmarken liegen nun bei 2282 und 5020 Punkten.

Für reichlich Gesprächsstoff sorgt auch in der neuen Woche die Geldpolitik. Zahlreiche führende US-Notenbanker treten öffentlich auf und Börsianer werden ihre Worte auf die Goldwaage legen. Sie versuchen herauszuhören, wie in den USA die Notenbank Federal Reserve (Fed) auf den künftigen Präsidenten Donald Trump und sein geplantes Konjunkturprogramm reagieren wird. Trump übernimmt sein Amt am 20. Januar.

Mit diversen Tweets über einzelne Unternehmen sorgte der 70-Jährige bereits für heftige Kursschwankungen. Jüngstes Beispiel war Toyota : Dem japanischen Autobauer drohte er mit hohen Strafzöllen, sollte er Fahrzeuge für die USA in Mexiko produzieren. Die Aktie sackte ab und zog Nissan und VW nach unten. Ford gab nach einem Trump-Tweet bekannt, ein geplantes Werk in Mexiko doch nicht zu bauen.

Auch die deutschen Autobauer verfolgen daher mit Spannung, ob Trump seine Strafzoll-Drohungen wahr macht. Denn Volkswagen, BMW und Daimler stecken Milliarden in neue Werke in Mexiko. Auf der anderen Seite versprach der Immobilien-Milliardär der Autobranche im Wahlkampf geringere Umweltauflagen. Die in die Jahre gekommene Automesse in Detroit, die in der neuen Woche stattfindet, kehrt deshalb zu altem Glanz zurück.

Kaum zwei Wochen nach Neujahr legen in den USA die ersten Firmen ihre Geschäftszahlen für das vierte Quartal 2016 vor. Am Freitag öffnen die Banken JPMorgan und Wells Fargo ihre Bücher. Spannend werde, ob die von Trump angekündigten Steuersenkungen, Deregulierungen und Ausgaben für Infrastruktur auch umgesetzt würden und die Unternehmensgewinne als wichtigste Triebfeder für Aktien davon profitierten, sagt Volkswirt Carsten Klude vom Bankhaus M.M. Warburg. „Kommt es nicht zu einem Handelskrieg und gelingt es dem neuen US-Präsidenten tatsächlich, mit seiner Politik das US-Wirtschaftswachstum Richtung drei Prozent zu erhöhen, dürfte die Hausse am Aktienmarkt weitergehen.“

Hierzulande gibt es bereits am Montag den vorläufigen Jahresbericht vom Autozulieferer Continental. Am Donnerstag folgen Hella und Südzucker mit aktuellen Zahlen. Commerzbank-Aktienexperte Marcus Wallner erwartet, dass die deutschen Unternehmen vom niedrigen Euro-Dollar-Kurs profitieren.

Quelle:  Handelsblatt Online
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