Charts der Woche: Diese Aktien springen vor Freude
Rhön-Klinikum: Jetzt ist die Luft raus
Wer auf eine Übernahme des Klinik-Betreibers Rhön-Klinikum durch Fresenius gehofft hatte, wurde diese Woche herb enttäuscht. Der Medizinkonzern hat einen weiteren Übernahmeversuch abgeblasen. Das brachte der Rhön-Aktie am Montag den größten Tagesverlust der Unternehmensgeschichte ein. Die Papiere fielen um bis zu 21,6 Prozent und kosteten mit 14,86 Euro nur unwesentlich mehr als unmittelbar vor Bekanntgabe der ersten Offerte im April.
Fresenius: Mehr als eine gute Nachricht
Die Aktien von Fresenius stiegen nach Bekanntgabe der Nachricht um 2,5 Prozent. Die Übernahme wäre dem Markt zu teuer geworden, begündete Analystin Claudia Lakatos von Silvia Quandt Research den Kursanstieg. Die Fresenius-Aktie profitierte diese Woche noch von einer anderen Meldung. Die Generika-Tochter Kabi hob zum dritten Mal ihre Prognose an. Am Mittwoch legte Fresenius 1,8 Prozent zu und zählte damit im Dax zu den größten Gewinnern.
Metro: Dax-Aus lässt Anleger kalt
MAN und Metro müssen ihre Plätze im Dax räumen. An ihrer Stelle steigen Continental und Lanxess in den Leitindex auf, wie die Deutsche Börse am Mittwochabend mitteilte. Die Metro-Aktie zeigte sich am Donnerstag davon unbeeindruckt. Im Zuge des allgemeinen Aufwärtstrends zog die Aktie aus dem Handelssegment kräftig mit nach oben.
Continental: Aufstieg beflügelt Kurs
Die Aufsteiger profitierten deutlich davon, jetzt wieder zur Dax-Familie zu gehören. Der Autozulieferer Continental legte am Donnerstag 3,7 Prozent zu. Der Wiederaufstieg sei, gerade auch nach dem jüngsten Kursaufschwung, überhaupt keine Überraschung, schrieb Analyst Michael Raab von Kepler in einer Studie. Für den Aktienkurs des Autozulieferers und Reifenherstellers sei dies ganz klar eine gute Nachricht.
Henkel: Investoren von Präsentation überzeugt
Nach dem Metro-Abstieg ist aus Düsseldorf neben Eon nur noch der Konsumgüter-Hersteller Henkel im Dax. Der verkauft sich aber gut. Am Mittwoch präsentierte sich das Unternehmen vor kritischem Publikum: Analysten. Der Investorentag habe ihn in seiner positiven Einschätzung bestärkt, schrieb einer von ihnen, Eddy Hargreaves von der Investmentbank Canaccord Genuity. Er sei zuversichtlich, dass die Sparte Wasch- und Putzmittel, die 30 Prozent zum Konzerngewinn beisteuere, seine bisherigen Prognosen übertreffen könne. Hargreaves hob sein Kursziel auf 68 von 66 Euro an und bekräftigte die Kaufempfehlung. Die Aktie legte am Mittwoch bis zu zwei Prozent auf ein Rekordhoch von 61,99 Euro zu.
Infineon: Analysten wegen schwacher Nachfrage besorgt
Weniger gut konnte Infineon kritischen Blicken standhalten. Jedenfalls haben die Analysten von Nomura die Aktie herabgestuft. Am Montag rauschte die Aktie des Chip-Herstellers in die Tiefe; sie fiel um bis zu zwei Prozent. Die Markterwartungen an die Unternehmensergebnisse seien trotz der Gewinnwarnung vom Juni zu hoch, schrieb Analystin Carmen Boyero in einem Kommentar. "Wir sind zunehmend besorgt wegen der stärkeren Abkühlung der Nachfrage und der Anzeichen für Überkapazitäten."
BMW: Absatzminus belastet Kurs
Vor dem deutlichen Plus von fast vier Prozent am Donnerstag, das der EZB-Nachricht geschuldet war, lief auch BMW diese Woche schlecht. Erst belasteten Befürchtungen über die künftige Geschäftsentwicklung in China den Autobauer; am Dienstag verlor die Aktie 1,9 Prozent. Am Mittwoch kamen Sorgen wegen des US-Geschäftes hinzu und drückten die Titel abermals um fast zwei Prozent. BMW hatte für August in den USA als einziger großer deutscher Hersteller ein Absatzminus von 5,7 Prozent ausgewiesen.
Deutsche Börse: Sommerloch auch für die Aktie
Schlechte Nachrichten auch aus der Finanzwelt: Ein Umsatzeinbruch im August hat der Deutschen Börse am Dienstag die Aktien-Performance verhagelt. Die Titel fielen um bis zu ein Prozent. "Das Sommerloch zusammen mit der extremen Zurückhaltung der Anleger hat Spuren hinterlassen. Dazu kommt noch der Exodus zu alternativen Handelsblattformen", erklärte ein Händler.
Deutsche Post: Achterbahn durch Einflüsse von außen
Auf und ab ging es hingegen für die Deutsche-Post-Aktie. Am Dienstag hievte eine positive Einschätzung der Analysten von Nomura die Aktien nach oben. Sie kletterten um 0,6 Prozent. Die Analysten hatten ihr Kursziel auf 20 von 16,50 Euro angehoben und die Empfehlung mit "Buy" bestätigt. Sie vertrauen der Prognose für 2015. Eine Gewinnwarnung des US-Konkurrenten FedEx hat indes am Mittwoch im frühen Geschäft die Freude getrübt. Die Titel führten die Verliererliste mit einem Abschlag von rund einem Prozent an.
Solarworld: Neue Hoffnung belebt Kurs
Aufwärts ging es diese Woche hingegen für Solarwerte. Im Preiskampf gegen die chinesische Konkurrenz könnte die EU den europäischen Firmen Schützenhilfe geben, hoffen die Investoren offenbar. Auslöser: Die EU-Kommission geht einer Beschwerde europäischer Solarunternehmen wegen Dumpings nach und leitet ein Verfahren gegen die chinesische Konkurrenz ein. Davon profitierten auch die Aktien von Solarworld, die am Donnerstag 2,4 Prozent zulegten.
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Rhön-Klinikum: Jetzt ist die Luft raus
Wer auf eine Übernahme des Klinik-Betreibers Rhön-Klinikum durch Fresenius gehofft hatte, wurde diese Woche herb enttäuscht. Der Medizinkonzern hat einen weiteren Übernahmeversuch abgeblasen. Das brachte der Rhön-Aktie am Montag den größten Tagesverlust der Unternehmensgeschichte ein. Die Papiere fielen um bis zu 21,6 Prozent und kosteten mit 14,86 Euro nur unwesentlich mehr als unmittelbar vor Bekanntgabe der ersten Offerte im April.
Der Deutsche Leitindex hat seine Rally vom Donnerstag fortgesetzt und ein neues Jahreshoch erklommen. Das bisherige Höchststand datierte vom März und liegt bei 7.194 Punkten. Diese Marke übertraf der Dax mit Leichtigkeit und schloss gegenüber dem Vortag mit einem Plus 0,66 Prozent bei 7.214 Punkten. Draghis Versprechen sorgte für Kauflaune, daran konnte auch der US-Arbeitsmarktbericht vom Nachmittag nichts ändern.
Die Umsätze, die im Sommer überaus niedrig gewesen waren, zogen ebenfalls deutlich an. Bereits am Vortag war die Handelsaktivität deutlich gestiegen. Der Umsatz im Dax betrug am späten Vormittag bereits 73 Prozent des 90-Tages-Schnitts. Rund 105 Millionen Aktien wechselten bis um 11.15 Uhr den Besitzer, genauso viele wie am Mittwoch über den ganzen Tag.
Bild: dpaCommerzbank (aktueller Kurs: 1,26 Euro)
Die teilverstaatlichen Bank erzielte in den vergangenen zwölf Monaten 49 Cent Verlust pro Aktie. Das Jahr 2012 soll sie Schätzungen zufolge mit 23 Cent Gewinn je Aktie abschließen, 2013 könnten sogar 30 Cent drin sein.
Bild: dapdSolarworld (aktueller Kurs: 1,34 Euro)
Der Konkurrenzdruck aus Asien ist groß, Überkapazität führt zu einer Bereinigung im Solarsegment. Hoffnung könnte eine Anti-Dumping-Klage geben, die Solarworld und andere Hersteller bei der EU-Kommission eingereicht haben.
Bild: dapdHeidelberger Druckmaschinen (aktueller Kurs: 1,04 Euro)
Druckereien halten sich mit der Anschaffung neuer Maschinen zurück. Heidelberger Druck macht denn auch im zweiten Quartal erneut ordentlich Verlust (74 Millionen nach 46 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum). Bis Jahresende könnte sich die Lage etwas entspannen.
Bild: dpaNokia (aktueller Kurs: 2,18 Euro)
Auf dem Smartphone-Markt bekommt Nokia keinen Fuß in die Tür. Im zweiten Quartal vervierfachte sich der Verlust gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 1,4 Milliarden Euro (Nettobarbestand: 4,2 Milliarden Euro). Doch die Finnen haben die Wende schon einmal geschafft: Ursprünglich stellte Nokia einst Gummistiefel her. Das neue Telefonmodell Lumia lässt hoffen.
Bild: dapdPraktiker (aktueller Kurs: 1,24)
Die Marke Max Bahr soll’s richten. Die Baumarktkette Praktiker will sie weiter ausbauen, 120 der 230 Praktiker-Märkte auf die Marke umstellen. Bis 2014 läuft ein Sanierungsprogramm, hinter den Kulissen allerdings auch ein Machtkampf der Großaktionäre.
Bild: dapdUniCredit (aktueller Kurs: 2,93 Euro)
Etwas für besonders Mutige: Der Gewinn der italienischen Großbank ist im zweiten Quartal stark eingebrochen – um zwei Drittel auf 169 Millionen Euro. UniCredit erzielt zudem einen Großteil der Einnahmen in Italien und hält italienische Staatsanleihen in Höhe von 41 Milliarden Euro.
Bild: dapdAlcatel-Lucent (aktueller Kurs: 0,95 Euro)
Der französische Telekomkonzern muss sparen. 5000 Stellen – 6,4 Prozent aller Stellen – sollen gestrichen werden. Geht der Sparkurs auf, der bis Ende 2013 rund 1,25 Milliarden Euro Kosten einsparen soll, dürfte auch der Aktienkurs steigen.
Bild: APTelecom Italia (aktueller Kurs: 0,74 Euro)
Der italienische Konzern ist bereits in die Gewinnzone zurückgekehrt. Deshalb hält er auch an der Zahlung einer Dividende fest. Dennoch spürt Telecom Italia die Rezession. Im ersten Halbjahr sank der Gewinn um 1,6 Prozent auf rund 5,9 Milliarden Euro. Die Schulden summieren sich auf 30,4 Milliarden Euro – 800 Millionen weniger als zuvor.
Bild: dpaConstantin Medien (aktueller Kurs: 1,44 Euro)
Das Medienunternehmen schreibt rote Zahlen. Doch die sind zumindest fürs vergangene Jahr besser ausgefallen als erwartet. 2012 könnte sich der Trend fortsetzen. Geplant ist eine schwarze Null – ein Hoffnungsschimmer.
Bild: dpaSky Deutschland (aktueller Kurs: 2,71 Euro)
Am 14. August kommen zahlen und die –so die Erwartungen – sollen gut sein und die Wende zementieren. Schon das erste Quartal war profitabel. Mit Promis wie Harald Schmitt oder Lothar Matthäus als Experten will der Sender weiteres Wachstum generieren.
Commerzbank (aktueller Kurs: 1,26 Euro)
Die teilverstaatlichen Bank erzielte in den vergangenen zwölf Monaten 49 Cent Verlust pro Aktie. Das Jahr 2012 soll sie Schätzungen zufolge mit 23 Cent Gewinn je Aktie abschließen, 2013 könnten sogar 30 Cent drin sein.
In den USA sind im August 96.000 neue Stellen außerhalb der Landwirtschaft geschaffen worden - deutlich weniger als die Prognose von 125.000. Zudem wurde die Statistik des Vormonats nach unten revidiert.
„Es ist zu einem unerwartet schwachen Stellenaufbau in den USA gekommen“, sagte Helaba-Analystin Viola Julien. Also dürfte die amerikanische Notenbank das Tempo des Stellenaufbaus weiterhin als zu langsam bezeichnen. „Da die Fed in ihrer letzten Sitzung deutlich gemacht hatte, dass sie ohne eine substanzielle Verbesserung der Datenlage die Notwendigkeit für weitere geldpolitische Lockerungsmaßnahmen gegeben sieht, dürften sich QE3-Spekulationen im Markt festigen.“
Am Donnerstag war den Börsianern ein Stein vom Herzen gefallen, als die EZB angekündigt hatte, unter bestimmten Bedingungen an den Finanzmärkten unbegrenzt Staatsanleihen von Euro-Ländern zu kaufen.
„Das scheint ein Weg zu sein, um aus der Krise herauszukommen. Die Rally geht weiter, und wer noch nicht im Markt ist, steigt sicher noch ein“, sagte ein Händler. Die Analysten der BayernLB urteilten, die EZB habe die Märkte beeindruckt, obwohl vieles erwartet worden war. Ein nun möglich gewordenes, koordiniertes Vorgehen von EZB und Regierungen sei dazu geeignet, die Märkte für längere Zeit zu beruhigen.
Bild: Creative Commons-LizenzUnderberg
Underberg ist auf gesättigten Märkten unterwegs, Anleger dürsteten trotzdem nach der anleihe des Spirituosenherstellers.
Bild: PRSeidensticker
Siebenfach überzeichnet war das Papier von Seidensticker zur Emission.
Bild: PRZamek
60 Prozent mehr Nettoschulden als noch eineinhalb Jahre zuvor hatte Zamek Ende 2011.
Bild: dpaSchalke
Fünf Prozent verloren Schalke-Fans in kürzester Zeit mit der neuen Anleihe der Königsblauen
Bild: dpa/dpaweb
Underberg
Underberg ist auf gesättigten Märkten unterwegs, Anleger dürsteten trotzdem nach der anleihe des Spirituosenherstellers.
Die Entspannung an den krisengeschüttelten Rentenmärkten setzte sich ebenfalls fort. Insbesondere in Spanien, aber auch in Italien und Portugal waren die Risikoaufschläge zu deutschen Staatsanleihen am Freitag weiter rückläufig. In Spanien und Italien liegen die Zinsaufschläge, die private Investoren verlangen, mittlerweile so tief wie seit fast einem halben Jahr nicht mehr.
Trevor Greetham vom Fondsanbieter Fidelity gab zu bedenken: „Ein Haken an der Sache bleibt aber, dass niedrigere Refinanzierungskosten die Peripheriestaaten nicht wettbewerbsfähiger machen.“ Viele Ökonomen begrüßten die Entschlossenheit der Notenbank zur Rettung der Gemeinschaftswährung. Anleihenkäufe könnten „als indirekte Staatsfinanzierung interpretiert werden, zur Vermeidung von Staatsinsolvenzen sind sie aber unumgänglich“, kommentierte das Bankhaus Lampe.
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