Börse Frankfurt: Dax fällt ins Minus – EZB überzeugt nur kurz

Börse Frankfurt: Dax fällt ins Minus – EZB überzeugt nur kurz

, aktualisiert 21. Dezember 2011, 14:32 Uhr
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Zufriedener Händler an der Frankfurter Börse.

Quelle:Handelsblatt Online

Der Morgen begann freundlich und auch die Europäische Zentralbank überzeugte mit ihrem Drei-Jahres-Tender. Doch die Freude währte nur kurz. Am frühen Nachmittag dreht der Dax ins Minus.

Frankfurt/DüssseldorfDie Mini-Rally ist vorerst beendet. Gestern stand ein Plus von über drei Prozent an der Dax-Tafel, heute fiel der Leitindex nach vielversprechendem Start am frühen Nachmittag ins Minus. Zuletzt notierte der Dax 0,6 Prozent tiefer auf 5.812 Punkte. Die 6.000 Punkte-Marke scheint vor Jahresende fast schon in unerreichbarer Nähe. Die zweite Reihe drehte ebenfalls in Minus. Der MDax sank um 0,2 Prozent auf 8.723 Punkte und der TecDax notierte 0,4 Prozent tiefer auf 674 Zähler.

Der heute vorgelegte Drei-Jahres-Tender der Europäischen Zentralbank (EZB) löste heute eine kurzes Kursfeuerwerk aus. Der Leitindex stieg auf ein Tageshoch von 5.965 Punkte. Überraschend war die hohe Summe, zu der sich die Banken für drei Jahre Geld zum Leitzins leihen können. Experten rechneten mit 300 Milliarden Euro am Ende waren es 489,2 Milliarden. Der Euro stieg zeitweise auf 1,32 US-Dollar, konnte diese Marke im weiteren Tagesverlauf aber nicht halten.

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Doch die Maßnahme der EZB werteten die Analysten kritisch. Damit habe die EZB dem Bankensystem zwar zunächst massiv und mehr als erwartet Liquidität zur Verfügung gestellt, hieß es in einem Kommentar der LBBW. „Allerdings ist zweifelhaft, ob damit das Misstrauen am Interbankenmarkt durchbrochen werden kann.“ Auch CMC-Markets-Analyst Michael Hewson konnte der hohen Nachfrage nur wenig Positives abgewinnen: „Die große Summe zeigt letztlich nur, wie groß die Verspannungen am Interbankenmarkt sind.“ Die Kernfrage sei nun, wie viel Geld tatsächlich seinen Weg in die Wirtschaft finde.

Die US-Börsen werden heute wohl nicht an die gestrigen Gewinne anknüpfen können. Vorbörslich notierte der Dow Jones unverändert auf 12.030 Punkte, der S&P 500 lag 0,3 Prozent im Minus und der Nasdaq-100 fiel um 0,1 Prozent auf 2.265 Punkte. Die Jahresbilanz des Dow zeigt jedoch aufwärts. Im Vergleich zum Januar notiert der Dow Jones 4,5 Prozent höher.

Von solchen Gewinnen ist der Dax weit entfernt. Im Krisenjahr der europäischen Wirtschafts- und Währungsunion hat der Index bisher mehr als 15 Prozent verloren. Am Montag gab es auch von dieser Seite Hoffnungsschimmer: Spanien, eines der Sorgenkinder der Euro-Zone, traf bei einer Anleiheauktion auf eine sehr hohe Nachfrage. In Folge der sehr guten Auktion fielen die Renditen für zehnjährige spanische Staatspapiere unter fünf Prozent. Commerzbank Zinsstratege David Schnautz warnte jedoch die Renditerückgänge spanischer und italienischer Staatsanleihen nicht überzubewerten.


Drei-Jahres-Tender treibt Finanztitel ins Plus

Für den Handel am Mittwoch sind die Impulse, abgesehen von positiven Vorgaben, bisher rar. Und Termine, die die Märkte bewegen könnten, stehen kaum an. Am Morgen wurden Zahlen zu den deutschen Außenhandelspreisen im November veröffentlicht. Die Daten ergaben, dass die Einfuhrpreise im November 2011 sechs Prozent über dem Vorjahrsstand lagen. Das Statistische Bundesamt teilte zudem mit, dass im Vergleich zum Oktober der Einfuhrpreisindex um 0,4 Prozent gestiegen ist.

In Frankfurt wurde heute das Urteil in einem der größten Wirtschaftsprozesse Deutschlands verkündet. Dabei ging es um Betrug mit CO2-Emissionszertifikaten in Milliardenhöhe. In die verhandelten Vorgänge sollen auch Beschäftigte der Deutschen Bank verstrickt gewesen sein. Das Gericht verurteile die sechs Angeklagten zu Haftstrafen bis zu drei Jahre. Auf die Aktie der Bank konnte sich das Urteil aber kaum auswirken. Vielmehr ergriff die Freude über den ersten Drei-Jahres die Anleger und machte die Finanztitel heute zur attraktiven Anlagemöglichkeit. Die Papiere des größten Finanzinstituts Deutschlands stiegen um 1,2 Prozent auf 29,00 Euro. Die Commerzbank verteuerte sich um 1,1 Prozent und die Allianz notierte 2,1 Prozent höher.

Die Aktie des Sportartikelherstellers Adidas konnte heute nur kurz von guten Umsatzzahlen des Konkurrenten Nike profitieren. Der US-Konzern steigerte den Gewinn im seinem zweiten Geschäftsquartal (per Ende November) um drei Prozent und damit stärker als erwartet. Im nachbörslichen Handel legte die Nike-Aktie rund drei Prozent zu. Der Deutsche Rivale notierte am Nachmittag 0,8 Prozent im Minus auf 49,15 Euro.

Umgekehrte Vorzeichen gibt es für die Aktien des Softwarekonzerns SAP. Enttäuschende Umsatzzahlen des Rivalen Oracle haben die Aktie am Morgen belasten. Die Papiere des Softwarekonzerns sanken um 4,5 Prozent auf 40,56 Euro. Oracle-Aktien hatten an der Wall Street nachbörslich mehr als zehn Prozent verloren. Auch für die im TecDax notierten Papiere der Software AG ging es abwärts. Im Mittagshandel verbilligte sich das Papiere um 2,8 Prozent. „Es scheint, als ob sich die allgemeine IT-Nachfrage abschwächt, was wir bereits für den Rest von 2011 und 2012 so erwartet hatten“, schrieb DZ-Bank-Analyst Oliver Finger in einem Kommentar.

Die Solarwerte im TecDax zeigten sich wieder einmal auffällig. Ohne neue Nachrichtenlage stieg die Q-Cells-Aktie zwei Prozent und SMA Solar verteuerten sich um 1,5 Prozent.

Quelle:  Handelsblatt Online
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