Börse Frankfurt: Dax steht vor einer Fortsetzung der Rally

Börse Frankfurt : Dax hat Jahreshoch im Visier

, aktualisiert 15. Februar 2017, 11:10 Uhr
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Auf der Konjunkturseite dürfte am Mittwoch die Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed im Mittelpunkt stehen.

Quelle:Handelsblatt Online

Mit dem Rückenwind aus den Staaten nehmen die Anleger die Frankfurter Rekorde ins Visier. MDdax und SDax erreichen bereits neue Allzeithochs, der Dax steht nicht weite von seinem Jahreshoch. Die Trump-Rally geht weiter.

Die Trump-Rally scheint kein Ende zu finden. Europas Anleger haben sich nur eine kurze Verschnaufpause gegönnt und haben gleich zur Wochenmitte weiter nachgekauft. Der Dax notierte im Frühhandel ein halbes Prozent fester bei 11.825 Punkten und damit in Sichtweite seines Jahreshochs von 11.893 Zählern. Der Euro-Stoxx-50 legte ebenfalls ein halbes Prozent zu auf 3324 Zähler. Der Grund für diesen Kurssprung beim Dax: Nach einem zögerlichen Start hat die Wall Street am Dienstag ihre Rekordjagd fortgesetzt. Der Dow Jones Industrial überwand erstmals in seiner Geschichte die Marke von 20.500 Punkten und stieg am Ende um 0,45 Prozent auf eine Bestmarke von 20.504,41 Punkten.

Für den marktbreiten S&P 500 ging es um 0,40 Prozent auf 2337,58 Punkte nach oben und der technologiewertelastige Auswahlindex Nasdaq 100 gewann 0,27 Prozent auf 5271,07 Zähler. Beide Indizes schafften es im Verlauf ebenfalls auf bis dato nicht erreichte Höhen. Zuletzt hatten vage Steuerversprechen des neuen US-Präsidenten Donald Trump sowie positiv gewertete Kontakte mit den wichtigen Handelspartnern China, Japan und Kanada den Rekordlauf der Wall Street befeuert.

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Auch der Aktienmarkt in Tokio hat am Mittwoch zugelegt. Der schwächere Yen verhalf den Börsen zu einem Schub, vor allem Finanz- und Exportwerte waren gefragt. Hintergrund war der Auftritt von US-Notenbankchefin Janet Yellen im Bankenausschuss des Senats. Sie stellte dabei eine baldige Zinserhöhung in den USA in Aussicht. „Der Markt schöpft Mut aus den Aussagen von Yellen“, sagte Analyst Takuya Takahashi von Daiwa Securities. Der Leitindex Nikkei legte bis zum Mittag 1,2 Prozent auf 19.473 Punkte zu. Der breiter gefasste Topix-Index stieg um gut ein Prozent auf 1556 Zähler.

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Auch der Optimismus bei den Investoren nimmt zu. Das zeigt zumindest eine Umfrage der US-Investmentbank Merrill Lynch, die am gestrigen Dienstag veröffentlicht wurde. Demnach erwarten 23 Prozent der befragten Fondsmanager sogar einen Boom. Vor einem Jahr hatte darauf gerade mal ein Prozent gesetzt. Aktien aus der Euro-Zone sind laut Umfrage besonders beliebt, es gibt wieder mehr Investoren, die dieses Segment in ihren Depots übergewichten. Auch Blackrock-Kapitalmarktstratege Martin Lück hat hohe Erwartungen an Anteilsscheine aus Europa: „Gut möglich, dass der Euro Stoxx den bisherigen Performance-Rückstand gegenüber seinen US-Pendants seit Jahresanfang von rund drei Prozentpunkten noch vor dem Sommer aufholt.“ Europa dürfte für Anleger auch angesichts weiterer Unsicherheit in den USA attraktiver aussehen.

Daneben erfreuen sich Schwellenländeraktien bei Investoren wieder größerer Beliebtheit. Doch die befragten Anlageexperten, die laut Merrill Lynch insgesamt Vermögen in Höhe von mehreren Hundert Milliarden Dollar verwalten, sehen einige Marktrisiken. Sie fürchten sich am meisten vor den anstehenden Wahlen in Europa, einem Handelskrieg und einem Crash am globalen Anleihemarkt. Zudem könnten Protektionismus und Zinserhöhungen für fallende Kurse sorgen. Daher ist auch Gold beliebt als Beimischung.

Die wichtigsten Termine des heutigen Tages: Der zweite Teil der Anhörung von Fed-Chefin Janet Yellen - dieses Mal vor dem vor dem Finanzdienstleistungsausschuss des Repräsentantenhauses - steht auf den Kalendern. Vor dem Bankenausschuss des Senats hatte sie am Dienstag mit klaren Signalen auf bald steigende Zinsen den Dollar angeschoben. Dies hatte den Euro wieder unter die Marke von 1,06 Dollar gedrückt. Am Mittwoch war die Gemeinschaftswährung mit 1,0577 Dollar kaum verändert.

Eine Reihe von Konjunkturstatistiken aus den USA dürfte laut Händlern am Nachmittag auf entsprechende geldpolitische Signale abgeklopft werden. Unter anderem stehen der Einzelhandelsumsatz und die Inflationsdaten für Januar an.

Die Hüter des Dax legen Zahlen für das Geschäftsjahr 2016 vor: Analysten schätzen, dass die Deutsche Börse ihren operativen Gewinn von gut 992 Millionen Euro auf rund 1,1 Milliarden Euro steigern konnte. Die Börse will mit der London Stock Exchange fusionieren, doch der Deal steht unter keinem guten Stern: Zuletzt wurden Ermittlungen gegen Börsenchef Carsten Kengeter wegen Insiderhandels bekannt. Er hatte zwei Monate vor Bekanntwerden der Börsenhochzeit ein Aktienpaket des Konzerns erworben.

Und die Brauerei Heineken ihre Jahreszahlen vor. Die Zeichen stehen auf Expansion: So hatte Heineken bereits am Montag mitgeteilt, den weltgrößten Bierkonzern Anheuser-Busch Inbev auf dessen Heimatmarkt Brasilien anzugreifen. Die Nummer zwei der Branche übernimmt dort für gut eine Milliarde Euro die defizitären Brauereien des japanischen Anbieters Kirin. Zuletzt hatte Heineken vor allem in Westeuropa und Asien die Markterwartungen übertroffen.

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Die Prüfung eines möglichen Verkaufs des Standorts Köln-Deutz ist bei den Deutz -Aktionären am Mittwoch gut angekommen. Die Aktien stiegen vorbörslich um 1,3 Prozent und zählten damit im SDax zu den größten Gewinnern. „Das wäre natürlich positiv, wenn Geld in die Kassen käme“, sagte ein Händler. Das Plus könnte aber nach dem starken Anstieg der letzten Zeit begrenzt sein. Binnen der vergangenen zwölf Monate hatte sich der Kurs schon mehr als verdoppelt. Der Motorenbauer könnte nach eigenen Angaben mit dem Verkauf einen Einmalgewinn im mittleren bis höheren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich erzielen.

Die Schuldenkrise Griechenlands spitzt sich wieder zu. Am Mittwoch reist EU-Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici nach Athen, um die unterbrochene Überprüfung der Reformen wieder in Gang zu bringen. Die griechische Regierung sträubt sich gegen zusätzliche Sparauflagen ihrer Kreditgeber.

Quelle:  Handelsblatt Online
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