Börse Frankfurt: Dax im Sog des Brexit

Börse Frankfurt: Dax im Sog des Brexit

, aktualisiert 24. Juni 2016, 06:58 Uhr
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Das EU-Votum der Briten bringt auch den deutschen Aktienmärkt in große Turbulenzen.

Quelle:Handelsblatt Online

Die Befürworter eines Austritts der Briten aus der EU liegen vorn. Das führt zu heftigen Turbulenzen an den weltweiten Finanzmärkten. Das deutsche Aktienbarometer liegt vorbörslich deutlich im Minus.

Anleger weltweit hatten in den vergangenen Tagen auf einen Sieg der Brexit-Gegner gewettet - und wohl verloren. Die Mehrheit der britischen Wähler hat sich offensichtlich für einen Austritt aus der Europäischen Union entschieden. Nach Hochrechnungen des britischen Fernsehsenders BBC und Auszählung der überwiegenden Zahl der Wahlbezirke liegen die Befürworter des sogenannten Brexit vorn. Knapp 52 Prozent der Wähler votierten für „Leave“.

An den Märkten führte dies zu heftigen Reaktionen. Die Talfahrt an den Börsen in Ostasien und Australien beschleunigte sich am frühen Freitagmorgen die Talfahrt. Der Nikkei-Index in Tokio notierte rund drei Prozent niedriger.

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Auch für den Deutschen Aktienindex geht es am Freitag nach unten. Bereits im vorbörslichen Handel liegt der Dax etwa 800 Punkte unter dem Schlusskurs vom Donnerstag. Das ist ein Minus von etwa acht Prozent.

„Jetzt wird es turbulent an den Finanzmärkten. Die Finanzmärkte fragen sich jetzt: Wie sieht das neue Verhältnis zwischen EU und Großbritannien aus? Die Briten könnten künftig Mitglied des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) werden, wie Norwegen. Ich gehe nicht davon aus, dass das Verhältnis EU-Großbritannien damit beendet ist. Die EU wird das Land nicht am langen Arm verhungern lassen“, kommentiert Thomas Gitzel von der VP Bank die Folgen.

Für Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, ist die entscheidende Frage, „ob wir eine saubere oder eine schmutzige Scheidung bekommen“. Es gehe vor allem darum, ob Großbritannien nach einem Verlassen der EU den Zugang zum EU-Binnenmarkt behalte. „Das Land ist zweitwichtigster Handelspartner der EU, nach den USA und vor China. Die EU hat ein großes wirtschaftliches Interesse daran, Zölle im Warenhandel zu vermeiden und das Land im Binnenmarkt zu behalten“, sagt er. Krämer erwartet jedoch nicht, „dass der Euro-Raum in die Rezession zurückfällt“.

Besonders hart trifft der wahrscheinliche Sieg der EU-Gegner die britischen Banken Standard Chartered und HSBC. Deren Aktienkurse brachen massiv ein. An der Börse in Hongkong verloren Standard Chartered am Freitag mehr als zwölf Prozent, HSBC geben gut elf Prozent nach. Die beiden Geldhäuser werden auch an der Börse in London gehandelt.

Im Fokus deutscher Anleger dürften daher an diesem Freitag auch die Kurse der hiesigen Banken, insbesondere der Deutschen Bank stehen.

Große Turbulenzen zeigen sich wie erwartet an den Devisenmärkten. Das britische Pfund sank auf den niedrigsten Stand seit 30 Jahren. Der Euro brach um 4,1 Prozent auf 1,0914 Dollar ein - der größte Kursrückgang in der Geschichte der Gemeinschaftswährung. Anleger flüchteten statt dessen in den Schweizer Franken, der zum Euro auf den höchsten Stand seit August 2015 kletterte. Ein Euro kostete am Freitagmorgen 1,0686 Franken.

Auch die Ölpreise verloren deutlich. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im August kostete am Morgen 47,92 US-Dollar. Das waren gut 5,87 Prozent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im August fiel zuletzt 6,03 Prozent auf 47,09 US-Dollar.

Quelle:  Handelsblatt Online
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