
Der Deutsche Aktienindex dürfte nach ersten Indikationen knapp 30 Punkte im Plus starten. Am Freitag war der Index mit einem Plus von fast vier Prozent bei 6865 Punkten aus dem Handel gegangen.
Die Börsianer erwarten, dass Mario Draghi, Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), die "Bazooka" einsetzen und beispielsweise ein Anleihe-Aufkaufprogramm für die kriselnden EU-Länder auflegen wird. Dabei kommt es weniger auf den Zeitpunkt der Ankündigung für neue Hilfen an, sondern nur auf die Grundhaltung der EZB - und die ist klar: Draghi wird den Euro um jeden Preis retten. Analysten erwarten, dass die EZB im Kampf gegen die Eurokrise in nicht allzu ferner Zukunft zur Tat schreiten wird.
"Es wird sehr volatil an den Märkten bleiben, denn die EZB hat keine konkreten Maßnahmen angekündigt. In den nächsten Wochen wird es daher viele Spekulationen geben darüber, ob, wann und was da kommen wird", sagte Marktstratege Jörg Rahn von Marcard, Stein & Co. Er schließt auch Kursverluste in der neuen Woche nicht aus, da der Dax sich zuletzt gut entwickelt hat. Seit Ende Juni hat der Leitindex rund zehn Prozent gewonnen. Mehr Optimismus versprüht dagegen Wolfang Duwe von der Bremer Landesbank. Der Markt habe die Äußerungen von EZB-Präsident Mario Draghi verarbeitet, daher könne es weiter nach oben gehen. "Außerdem ist die Bewertung des Marktes günstig", fügt Duwe hinzu.
Auf längere Sicht teilen viele Analysten Duwes Zuversicht. Schuldenkrise und Konjunktursorgen belasteten die Märkte zwar in nächster Zeit, schrieben die Analysten der Landesbank Berlin. "Allerdings gehen wir trotz der zuletzt ungeschickten Vorgehensweise Draghis davon aus, dass die EZB ihre Stützungsmaßnahmen ausbauen wird. Die Liquidität bleibt den Märkten als Impulsgeber weiter erhalten." Ähnlich sieht das Aktienstratege Andreas Hürkamp von der Commerzbank, der ebenfalls erwartet, dass Notenbanken und Politik eingreifen und damit die Aktienmärkte unterstützen werden. Analysten gehen davon aus, dass die EZB im September zur Tat schreiten wird. Einer Reuters-Umfrage zufolge rechnen die meisten Volkswirte damit, dass die Zentralbank dann italienische und spanische Anleihen kaufen und den Leitzins auf 0,5 Prozent senken wird.
Die Woche an den Märkten
Montag Bauindex und Sentix-Konjunkturindex für Deutschland. Zahlen melden Landesbank Berlin, SHW, Tipp24, Easyjet.
Dienstag Britische und italienische Industrieproduktion sowie italienische Wachstumszahlen, schweizerische Arbeitslosenquote und Verbraucherpreise. Bei den Unternehmen veröffentlichen Zahlen: Bridgestone, Pfeiffer Vacuum, Lanxess, Leoni, Münchener Rück, Air Berlin, Voestalpine, Air France KLM, Walt Disney.
Mittwoch Deutsche Industrieproduktion, US-Produktivität. Die Bank von Japan beginnt ihre geldpolitische Sitzung. Bei den Firmen liefern Zahlen: Nikon, Axel Springer, Stada, Fraport, Brenntag, Klöckner & Co, Douglas, Heidelberger Druck, Evotec, Freenet, Gigaset, Grammar, SAS, OMV, Swisscom, ING, Rio Tinto, News Corp, J.C. Penney.
Donnerstag Chinesische Industrieproduktion sowie Erzeuger- und Verbraucherpreise, japanisches Verbrauchervertrauen, Ifo-Wirtschaftsklima für den Euro-Raum, US-Zahlen zum Arbeitsmarkt sowie zur Handelsbilanz. Firmendaten veröffentlichen Rhön Klinikum, Lufthansa, Deutz, Symrise, Bilfinger Berger, Commerzbank, MLP, OVB, Deutsche Telekom, Cewe Color, Jungheinrich, TAG Immobilien, Patrizia Immobilien, Palfinger, Aegon, Aviva, Nestlé, Swiss Re.
Freitag Chinesischer Außenhandel, deutscher Verbraucherpreisindex, französische Industrieproduktion, US-Einfuhrpreise. Zahlen von Thyssen-Krupp, Rheinmetall, Hannover Rück, TUI, Deutsche Postbank, Drillisch IVG Immobilien, Bechtle.



















