Börse Frankfurt: Dax legt Verschnaufpause ein

Börse Frankfurt: Dax legt Verschnaufpause ein

, aktualisiert 01. Dezember 2011, 18:49 Uhr
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Geht der Höhenflug weiter? Aktuell weiß der Dax nicht so recht wohin.

Quelle:Handelsblatt Online

Nach seinem Steilflug am Mittwoch startete der Dax mit einer Atempause in den Dezember. Doch auch wenn es noch keine Gegenbewegung gibt, die 7000-Punkte-Marke ist aus Sicht vieler Analysten in weite Ferne gerückt.

DüsseldorfNach den kräftigen Aufschlägen der vergangenen vier Handelstage hat der deutsche Aktienmarkt am Donnerstag eine Verschnaufpause eingelegt und bei 6035 Punkten geschlossen - ein Rückgang um 0,87 Prozent. Zum Mittag fiel der Leitindex auf sein Tagestief von 6017 Punkten. Danach konnte er sich allerdings wieder fangen und lief zur Tageshöchstform auf, die ihn kurzzeitig über die 6100-Marke blicken ließ (6111 Punkte). Die meiste Zeit bewegte er sich allerdings eng um die 6050-Punkte-Marke.

Auf die Kurse drückten Händlern zufolge neben Gewinnmitnahmen auch Äußerungen von EZB-Präsident Mario Draghi. Draghi hatte vor dem Europa-Parlament gesagt, die nicht auf Dauer angelegten unkonventionellen Maßnahmen der Europäischen Zentralbank (EZB) zur Bekämpfung der Krise seien begrenzt. Die Zentralbank sei sich zudem der „andauernden Schwierigkeiten der Banken“ bewusst, sagte der Notenbanker.

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„Draghi hat die Laune etwas gedämpft“, sagte ein Frankfurter Aktienhändler. „Bei der Bewegung gestern waren viele kurzfristige Anleger einfach gezwungen, mitzumachen, um nichts zu verpassen.“ Allerdings hätten viele Investoren mit dem Jahr 2011 auch schon abgeschlossen. „Wir sehen, dass unsere Kunden nicht mehr bereit sind, jetzt kurz vor dem Jahresende bei diesen Schwankungen noch viel zu machen.“ Zudem sei der Wirtschaftsausblick alles andere als rosig.

So macht der weltweite Abschwung auch vor China nicht halt. Nach fast drei Jahren stetigen Wachstums schrumpfte im Reich der Mitte die Industrie. In der weltgrößten Volkswirtschaft - den USA - ist nach Einschätzung der Notenbank Fed die Konjunktur immer noch zu schwach, um zu einem Abbau der hohen Arbeitslosigkeit zu führen.

Auf die Emission neuer Staatsanleihen aus Frankreich und Spanien hingegen haben die Anleger am Aktienmarkt erleichtert reagiert. Der Dax machte seine Verluste wett. Der Euro zog ebenfalls leicht an und stand bei Börsenschluss bei 1,3477 Dollar. Die Nachfrage bei den drei spanischen Auktionen war knapp dreifach überzeichnet. Die zehnjährige französische Staatsanleihe war rund dreifach überzeichnet, das 30-jährige Papier mehr als zweifach.

„Wie so oft in diesen Tagen, lag der Fokus einzig und allein darauf, dass die Sache über die Runden gebracht wurde“, sagte Commerzbank-Analyst David Schnautz. „So gesehen war die Auktion erfolgreich.“

Nach dem Öffnen der Dollar-Schleusen durch die großen Zentralbanken war der Dax am Vortag um fünf Prozent nach oben geschossen. Der MDax fiel um 1,25 Prozent auf 8904 Punkte, der TecDax sank um 1,23 Prozent auf 696 Punkte. „Die Aktion der Notenbanken hat sicher geholfen, aber gelöst sind die Probleme noch nicht“, sagte ein Händler.


Derivate-Anleger setzen auf Erholung der Kurse

Derivate-Anleger haben am Donnerstag auf eine erneute Erholung der Kurse am deutschen Aktienmarkt gesetzt. So waren Calls auf den Dax beliebt, nachdem der Leitindex am Mittwoch um fünf Prozent auf 6088 Punkte nach oben gegangen war. Der Kursrückgang von 0,7 Prozent auf 6046 Zähler am Donnerstagnachmittag konnte die Investoren indes nicht schrecken. Sie griffen zum Beispiel zu einem Call der Deutschen Bank auf den Dax mit Basispreis bei 7300 Punkten. „Es herrscht die Erwartung vor, dass es mittelfristig weiter aufwärts geht“, sagte Derivatehändler Simon Görich von der Baader Bank.

Daneben ragte ein Turbo-Call der UBS auf die Adidas-Aktie mit Basispreis und Knock-Out-Barriere bei 36,89 Euro heraus. Hinter den zahlreichen Verkäufen vermuteten Händler eine Empfehlung. Die Aktie des Sportartikelherstellers lag zum Börsenschluss 1,34 Prozent tiefer bei 51,56 Euro.

Auch von einem Turbo-Call von der DZ Bank auf die BMW-Aktie mit Basispreis und Knock-Out bei 34,27 Euro trennten sich viele Anleger, nachdem die Titel des Autobauers am Mittwoch um satte 5,8 Prozent zugelegt hatten. Am Donnerstag notierten die Anteilsscheine 1,43 Prozent niedriger bei 55,18 Euro.

Der bayerische Autobauer hat gemeinsam mit Toyota eine umfassende technische Zusammenarbeit beschlossen. So wird die Münchner Nobelmarke etwa Dieselmotoren an den japanischen Autoriesen liefern, wie beide Unternehmen am Donnerstag am Rande des Autosalons in Tokio mitteilten. Zudem wollen die beiden Konzerne künftig bei der Grundlagenforschung für Batterietechnik kooperieren, vor allem bei der Weiterentwicklung der Lithium-Ionen-Technologie.

Allerdings will BMW bei seiner neuen Partnerschaft mit dem japanischen Hersteller keine Kapitalverflechtung eingehen. „Das ist für uns kein Thema“, sagte ein Sprecher des Münchner Konzerns am Donnerstag. „Da ist überhaupt nichts geplant.“ Toyota hatte zuvor bei der Ankündigung der Kooperation in Tokio gesagt, wenn im Laufe der Zusammenarbeit in Zukunft eine gegenseitige Beteiligung der Konzerne notwendig werde, werde man dies erwägen. Im Moment gebe es aber darüber keine Diskussion. Bei Börsenschluss notierte der Kurs der BMW-Aktie bei 55,80 Euro.


Der Befreiungsschlag bleibt wohl aus

Die Gewinnerliste im Dax führten die Papiere von Beiersdorf (+ 1,72 Prozent) an. Händlern zufolge empfahlen die Analysten von Bank of America/Merrill Lynch die Papiere zum Kauf. Der Kosmetikkonzern hatte am Mittwoch angekündigt, bis zu 1000 Stellen streichen zu wollen. Die Analysten von Equinet zeigten sich allerdings vorsichtig. Es könnte etwas zu früh sein, um optimistisch zu werden, schrieb Analyst Edouard Aubery in einem Kommentar.

Unter die Räder kamen viele Aktien, die am Vortag besonders deutlich zugelegt hatten. So büßten die Papiere der Bayer AG einen Teil ihrer Gewinne von 6,5 Prozent am Vortag wieder ein und fielen um fast drei Prozent (-2,9 Prozent). Zu den weiteren Verlierern des Tages gehörten die Commerzbank (- 2,45 Prozent), K+S (- 2,36) und Henkel (- 2,07).

Doch wer auf den großen Befreiungsschlag im Dax hofft, dürfte bitter enttäuscht werden. Nach der monatelangen Talfahrt am deutschen Aktienmarkt ist die 7000-Punkte-Marke aus Sicht vieler Analysten erst einmal in weite Ferne gerückt. Die Schuldenmisere in Europa bleibe das dominierende Thema, entsprechend hartnäckig dürfte sich auch die Nervosität an den Märkten halten, prognostiziert Heinz-Gerd Sonnenschein, Aktienstratege bei der Postbank.

Zahlreiche Experten gehen davon aus, dass der Dax bis Ende 2012 bei 6500 Punkten liegen wird. Das wäre im Vergleich zum aktuellen Stand von knapp 6100 Zählern zwar ein Plus von sieben Prozent. Allerdings hätte das deutsche Börsenbarometer damit gerade einmal ein Drittel seiner Verluste aus diesem Jahr wieder wettgemacht - die belaufen sich bislang auf gut 20 Prozent.

Quelle:  Handelsblatt Online
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