Börse Frankfurt: Dax schließt mehr als drei Prozent höher

Börse Frankfurt: Dax schließt mehr als drei Prozent höher

, aktualisiert 20. Dezember 2011, 17:50 Uhr
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Die Dax-Kurve in Frankfurt: Die Schuldenkrise sorgt für unberechenbare Kurse.

Quelle:Handelsblatt Online

Wird es jetzt doch noch was mit der von manchem Anleger erhofften Jahresendrally? Trotz der Belastungen durch die Staatsschuldenkrise - das Geschäftsklima in Deutschland scheint das nicht zu tangieren.

Nach anfänglicher Zurückhaltung haben Anleger nach Bekanntgabe eines positiven Ifo-Geschäftsklimaindex am Dienstag wieder kräftig zugegriffen. Zum Handelsstart hatte noch die erneute Weigerung von EZB-Präsident Mario Draghi, den Ankauf von Staatsanleihen auszudehnen, den Markt belastet.

Der deutsche Leitindex schloss am späten Nachmittag mit einem deutlichen Plus von 3,1 Prozent bei 5.847 Punkte zu. Der MDax gewann 2,8 Prozent auf 8.731 Punkte. Der TecDax stieg um 2,5 Prozent auf 676 Zähler.

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Zum Jahresende hat sich die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Firmen überraschend aufgehellt. Der Ifo-Geschäftsklimaindex für Dezember stieg den zweiten Monat in Folge auf 107,2 Zähler von 106,6 Punkten im Vormonat, wie das Münchner Ifo-Institut mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit einem Rückgang auf 106,1 Zähler gerechnet. Die befragten Manager beurteilten die Geschäftsperspektiven für die kommenden sechs Monate besser und schätzten die aktuelle Lage unverändert ein. Der Ifo-Index ist das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer, das die Entwicklung der kommenden Monate zuverlässig vorhersagt.

Markus Huber, Händler bei ETX Capital hob hervor, dass es sich um den zweiten ifo-Anstieg in Folge handelt. Interessant sei vor allem, „dass sich nicht nur die gegenwärtige Lage besser als erwartet hält, sondern dass auch die Zukunftserwartungen weniger düster als erwartet ausgefallen sind.“ Nach Aussage von HSBC-Analyst Thomas Amend signalisieren die aktuellen ifo-Daten, dass keine ausufernde Rezession in Deutschland zu befürchten sei. Zuvor hatte sich bereits der GfK-Konsumklimaindex für Januar überraschend stabil gezeigt. Zum ersten Mal seit fünf Monaten stiegen im Dezember die Erwartungen an die wirtschaftliche Entwicklung.

Das überraschend gute Geschäfts- und Konsumklima in Deutschland hat am Dienstag Titeln der Einzelhandelsbranche Auftrieb gegeben. Metro gehörten mit einem Plus von 3,8 Prozent zu den Gewinner im Dax. „Es sieht zudem charttechnisch so aus, als hätten die Metro-Aktien ihren Tiefpunkt erreicht“, sagte ein Händler. Dem GfK-Konsumklimaindex zufolge stiegen die Erwartungen der Verbraucher in Deutschland an die wirtschaftliche Entwicklung zum ersten Mal seit fünf Monaten wieder.

Auf der Verkaufsliste standen die Papiere der Deutschen Telekom nach der geplatzten Übernahme der Tochter T-Mobile USA durch AT&T. Die Aktien gaben um bis zu 2,1 Prozent nach, den tiefsten Stand seit knapp vier Wochen. „Das ist ein harter Rückschlag für Telekom-Chef Obermann, aber so richtig überrascht hat der gescheiterte Deal nicht mehr“, sagte ein Händler.

Ein Bericht über die Suche Daimlers nach einem Großaktionär in China hat den Titeln am Dienstag Auftrieb gegeben. Die Aktien des Autobauers setzten sich mit einem Plus von sechs Prozent an die Dax -Spitze. Das „Manager Magazin“ hatte berichtet, dass Daimler nach Interessenten für eine Beteiligung in Höhe von fünf bis zehn Prozent an dem Stuttgarter Konzern Ausschau halte. Daimler wollte sich dazu nicht äußern. „Die Aktie profitiert von der Hoffnung, dass die Suche auch erfolgreich ist“, sagte ein Händler. Im Fahrwasser des Daimler-Kursanstiegs legten die Titel des Erzrivalen BMW um 4,3 Prozent zu.


Fresenius Medical Care macht Dollar-Stärke zu schaffen

Mit Abschlägen hatten die Aktien des Medizin-Dienstleisters Fresenius Medical Care (FMC) zu kämpfen, die zeitweise 1,5 Prozent verloren. Wegen des starken Greenbacks soll der Umsatz nun um rund ein bis zwei Prozent unterhalb der bisher angepeilten 13 Milliarden US-Dollar liegen, erklärte das Unternehmen. Fresenius notierten 0,6 Prozent schwächer.

Der schleppende Geschäftsverlauf im vierten Quartal ist den Anlegern von Süss Microtec übel aufgestoßen. Der Chipausrüster teilte mit, der Auftragseingang werde voraussichtlich unter dem Ausblick liegen. Die Aktie rutschte um 11,5 Prozent ab und war damit größter Verlierer im TecDax. „Das hat ganz schön für Enttäuschung gesorgt“, sagte ein Händler.

Die Furcht einiger Anleger vor Versorgungsengpässen haben Rohöl am Dienstag verteuert. Ein Barrel der US-Sorte WTI kostete mit 94,40 Dollar 0,6 Prozent mehr als am Montag. Brent-Öl verteuerte sich um 0,8 Prozent auf 104,46 Dollar. Als Auslöser für diese Spekulationen nannten Börsianer die anhaltenden Proteste von Ölarbeitern in Kasachstan. Darüber hinaus ist der Opec zufolge die iranische Ölförderung aufgrund mangelnder Investitionen rückläufig. Außerdem drohen dem Land im Atomstreit mit dem Westen verschärfte Sanktionen. Die anhaltende Verunsicherung über die Auswirkungen der europäischen Schuldenkrise auf die Weltkonjunktur verhinderte aber größere Preisaufschläge, sagten Börsianer weiter.

Die hohe Nachfrage und der deutliche Rendite-Rückgang bei der Emission kurz laufender spanischer Anleihen hat dem Euro am Dienstag Auftrieb gegeben. Er verteuerte sich auf 1,3074 Dollar, nachdem er zuvor bei etwa 1,3030 Dollar bewegt hatte.

Derweil nimmt die Schuldenkrise ihren Lauf. Nachdem die EZB gestern vor „systemischen Risiken“ und Risiken für die Banken gewarnt hatte, zeigt sich Europa wieder einmal uneins bei der Lösung der Probleme. Großbritannien will sich nicht an der Aufstockung der IWF-Mittel für verschuldete Euro-Länder beteiligen und gefährdet damit das Ziel einer Anhebung der Hilfen um 200 Milliarden Euro.

Eigentlich war ein britischer Beitrag von zwölf Milliarden Euro eingeplant. Damit ist fraglich, ob die 17 Länder der Euro-Zone, weitere EU-Staaten sowie die USA, Russland und Japan die vereinbarten 200 Milliarden Euro zusammen bekommen. Allerdings haben nicht nur die Briten, sondern auch die USA und die deutsche Bundesbank wenig Begeisterung für zusätzlichen Aufwendungen gezeigt.

Ebenfalls interessant könnten neue zahlen von den Unternehmen sein. Der US-Sportartikelhersteller Nike legt am Abend die Zahlen für das zweite Quartal vor. Wie beim Weltmarktführer die Geschäfte laufen, wird auch die Adidas-Aktionäre interessieren. Auch der Softwarehersteller und SAP-Konkurrent Oracle gibt am Abend Einblick in den Verlauf des zweiten Quartals.

Quelle:  Handelsblatt Online
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