Börse Frankfurt: Dax setzt Negativserie fort – Ende nicht in Sicht

Börse Frankfurt: Dax setzt Negativserie fort – Ende nicht in Sicht

, aktualisiert 24. November 2011, 07:08 Uhr
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Ein frustrierender Handelstag für die Händler.

Quelle:Handelsblatt Online

Wieder nicht geschafft: Schlechte Nachrichten aus China und der Eurozone machten dem Dax zu schaffen. Die sicheren Bundesanleihen kamen heute auch ins straucheln. Die Börsianer sind sich einig: Die Rezession kommt.

FrankfurtSeit acht Tagen kennt der Dax nur eine Richtung: Nach unten. Mit dem heutigen Minus von 1,4 Prozent auf 5.458 Punkte setzte der Leitindex seine Negativserie fort, die mittlerweile die drittlängste in seiner Geschichte ist. Der MDax gab heute 1,3 Prozent nach auf 8.106 Punkte und der TecDax verlor ein Prozent auf 636 Zähler.

Über den ganzen Handelstag hindurch schaffte der Dax keine stabile Seitwärtsbewegung. Die Anleger setzten vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Marktlage auf kurzfristige Gewinnmitnahmen. Viele Börsianer befürchten nämlich, dass die Konjunktur in der Euro-Zone in die Rezession abstürzt. Dies bestätigte dem Finanzdienstleister Markit zufolge auch eine Umfrage unter Einkaufsmanagern, die den dritten Monat in Folge ein Schrumpfen der Wirtschaft signalisierte. Heute nährte zudem die schwache Auktion der Bundesanleihen die Skepsis der Anleger.

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Am Vormittag wurde bekannt, dass die Nachfrage nach zehnjährigen Bundesanleihen nicht den Erwartungen entsprach. Statt den angepeilten Einnahmen in Höhe von sechs Milliarden Euro waren es am Ende nur 3,9 Milliarden. Analysten sprachen von einem Desaster. „Es ist besorgniserregend, dass die beste Bonität Europas sich nicht im geplanten Umfang refinanzieren konnte“, sagte Helaba-Analyst Ralf Umlauf. „Wir werten das als Misstrauensvotum gegen die Euro-Zone.“.

Doch schon vor Handelsbeginn war klar, dass der heutige Handelstag kein guter werden würde. Denn das Thema Euro-Schuldenkrise hat die Märkte auf der ganzen Welt immer noch fest im Griff.

In Europa waren Spanien und Frankreich die heutigen Sorgenkinder. Spanien fiel schon gestern mit erhöhten Renditen auf ihre Staatsanleihen auf. Sie erreichten den höchsten Stand seit 14 Jahren. Frankreich rückte heute durch die US-Ratingagentur Fitch in den Fokus. Der Agentur nach sei die Bestnote für die zweitgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone in Gefahr, sollte sich die Schuldenkrise verschärfen. Schon am Montag hatte Moody's vor einer Herabstufung Frankreichs gewarnt. Dabei spielt auch die Schieflage der französisch-belgischen Bank Dexia eine Rolle. Medienberichten zufolge könnte die Rettung der Bank Frankreich mehr als gedacht kosten.

Aus Asien erreichen im Zuge der Euro-Schuldenkrise auch immer mehr besorgniserregende Nachrichten die europäischen Märkte. Laut dem Einkaufsmanagerindex der Großbank HSBC schrumpften die Geschäfte in Chinas Industrie so stark wie seit März 2009 nicht mehr und lagen mit 48 Punkten unter der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. „Zu den Sorgen um die Euro-Krise gesellt sich nun auch die Angst vor einer deutlichen Abkühlung der Weltwirtschaft - das ist eine unglückliche Mischung, die nicht gerade für Kauflaune unter den Anlegern sorgt“, sagte ein Händler.

Die US-Börsen konnte am Mittwoch ebenfalls nicht überzeugen. Neben den Problemen in Europa belasteten schwache Arbeitsmarktdaten die Börsen in Übersee. Der Dow-Jones verlor nach Frankfurter Börsenschluss 1,6 Prozent auf 11.310 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 gab 1,6 Prozent nach auf 1.169 Zähler nach und die Technologiebörse Nasdaq-100 verlor 1,7 Prozent auf 2.180 Punkte.


„Der Eurozone steht das Schlimmste noch bevor.“

Diesem turbulenten Marktgeschehen konnte sich der deutsche Aktienmarkt heute nicht entziehen. An letzter Position befanden sich heute die Anteilsscheine von Heidelbergcement, die am rund 3,7 Prozent nachgaben. Auch die Deutsche Telekom verlor heute deutlich. Die Aktien verbilligten sich um 2,4 Prozent auf 8,74 Euro. Grund dafür war ein erneuter Rückschlag des amerikanischen Mobilfunkbetreibers AT&T bei der 39 Milliarden schweren Übernahme von T-Mobile USA.

Auf der Sonnenseite waren heute dagegen die Papiere der Commerzbank zu finden. Gestern noch stürzten die Aktien des zweitgrößten Finanzinstituts Deutschlands nach negativen Nachrichten über eine mögliche erneute Kapitalerhöhung über 15 Prozent ab. Spekuliert wurde auch, dass die Commerzbank wieder Staatshilfen in Anspruch nehmen könnte. Diesen Spekulationen widersprach der Commerzbank-Chef Martin Blessing umgehend: "Wir haben doch gesagt, wir werden das aus eigener Kraft schaffen. Im Moment gibt es keinen Grund, an irgendeiner meiner Äußerungen etwas zu ändern". Die Aktien der Commerzbank beendeten den heutigen Handelstag mit einem Plus von 1,7 Prozent auf 1,17 Euro.

Aktien des Halbleiterkonzerns Infineon zeigten sich ebenfalls stark. Das Münchner Unternehmen kündigte heute an, dass sie ihre Dividendenausschüttung um zwanzig Prozent erhöhen wollen. Die Anleger honorierten diesen Schritt mit Aktienzukäufen. Am Ende konnten Infineon-Aktien 1,3 Prozent zulegen auf 5,59 Euro.

Neben konjunkturellen Nachrichten aus China kamen heute vor Handelsbeginn Wirtschaftsdaten aus der Eurozone. Um 8:45 Uhr veröffentlichte Frankreich seinen Geschäftsklimaindex, der jedoch auf ganzer Linie enttäuschte. Der Index fiel im Oktober von 97 auf 95 Prozent und zeigt damit, dass sich die Euro-Krise zunehmend auf die Realwirtschaft auswirkt. "Ursächlich für die Eintrübung ist die Schuldenkrise in der Euro-Zone und die Verlangsamung des Wachstums," sagte Pierre-Olivier Beffy von der Exande BNP Paribas in Paris.

Eine halbe Stunde nach Handelsbeginn kamen dann die Daten des Markit-Einkaufsmanagerindexes für Deutschland hinzu, die ebenfalls keinen Optimismus verbreiteten. Der Einkaufsmanagerindex für die gesamte Privatwirtschaft stagnierte im November bei 50,3 Punkten, teilte das Markit-Institut am Mittwoch zu seiner monatlichen Umfrage unter 1000 Firmen mit. Das Barometer hielt sich damit knapp über der Marke von 50 Punkten, ab der Wachstum angezeigt wird.

Die Wirtschaftsdaten für den November aus der Euro-Zone konnten auch keine positiven Signale aussenden. Der Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtschaft stieg zwar um 0,7 auf 47,2 Punkte, wie das Markit-Institut am Mittwoch zu seiner Umfrage unter rund 4500 Unternehmen mitteilte. Jedoch blieb das Barometer den dritten Monat in Folge weit unter der Marke von 50 Punkten, ab der Wachstum signalisiert wird. Eine Rezession lässt sich Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson zufolge deshalb kaum vermeiden: „Der Eurozone steht das Schlimmste noch bevor.“

Quelle:  Handelsblatt Online
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