Börse Frankfurt: Dax setzt Negativserie fort

Börse Frankfurt: Dax setzt Negativserie fort

, aktualisiert 24. November 2011, 18:48 Uhr
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Händler an der Börse Frankfurt: Es geht wieder aufwärts.

Quelle:Handelsblatt Online

Ein überraschend starker Ifo-Index und Gerüchte über ein deutsches „Ja“ zu Euro-Bonds ließen den Dax am Donnerstag zunächst steigen. Am Nachmittag platzte das Gerücht. Der Dax büßte die Gewinne ein – und drehte ins Minus.

FrankfurtDie Negativserie des deutschen Leitindex geht weiter. Der überraschende Anstieg des Ifo-Geschäftsklimaindex und Spekulationen, Deutschland könne der Emission von gemeinsamen Euroraum-Bonds unter gewissen Bedingungen doch zustimmen, hatten die Kurse im Tagesverlauf zunächst gestützt, zeitweise lag der Leitindex 1,9 Prozent im Plus. Am Nachmittag musste der Index seine Gewinne jedoch wieder abgeben und drehte ins Minus. Am späten Nachmittag schloss der Leitindex mit 5.428 Punkten 0,5 Prozent unter Vortagesniveau.

„Der Ifo-Index ist gut ausgefallen und hilft uns auf jeden Fall. Aber die Umsätze sind wegen des US-Feiertages einfach sehr gering“, sagte ein Händler am Morgen. Börsianer mochten dem Plus daher nicht allzu viel Bedeutung beimessen. „Ohne die Amerikaner ist das heute nicht aussagekräftig“, sagte ein anderer Händler.

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Nachdem am Donnerstag zunächst Gerüchte über eine Annäherung der deutschen Position an gemeinsame Anleiheemissionen (Euro-Bonds) für steigende Kurse gesorgt hatten, schickte das Dementi von Bundeskanzlerin Angela Merkel den Dax am Nachmittag auf Talfahrt. Merkel gab den Spekulationen einen Dämpfer und erklärte, an ihrer Ablehnung der Euro-Bonds habe sich nichts geändert. Die europäischen Börsenindizes büßten darauf ihre Gewinne wieder ein. „Viele haben die Hoffnung, dass die Eurobonds zur Lösung der Euro-Krise irgendwann kommen - doch sobald Merkel dagegen redet, fallen diese Hoffnungen wieder in sich zusammen“,
kommentierte ein Händler.

Wegen des US-Thanksgiving-Feiertages fehlten viele internationale Investoren, die ein verlängertes Wochenende einlegen. Die Wall Street blieb am Donnerstag geschlossen und wird auch am Freitag nur den halben Tag geöffnet haben. Trotz der Schuldenkrise der Euro-Zone stieg der Ifo-Geschäftsklimaindex im November auf 106,6 Zähler von 106,4 Zählern. Analysten hatten im Schnitt mit einem Rückgang auf 105,1 Punkte gerechnet.

Der überrraschende Anstieg des wichtigsten deutschen Konjunkturbarometers, das zuvor vier mal in Folge gesunken war, hat die Experten auf dem falschen Fuß erwischt: „Wir sind nicht im freien Fall“, konstatierte Ifo-Konjunkturexperte Klaus Abberger. „Deutschland schlägt sich merklich besser als der Rest von Europa. Wir haben gute Chancen, eine Rezession im Winter vermeiden zu können.“ Sein Fazit: Die Schuldenkrise schlägt noch nicht auf die Realwirtschaft durch und trifft hauptsächlich den Finanzsektor. Auch Ifo-Chef Hans-Werner Sinn sieht keinen Grund für Schwarzmalerei: „Die deutsche Wirtschaft schlägt sich vor dem Hintergrund der internationalen Verwerfungen weiterhin vergleichsweise gut.“


Welche Dax-Werte zulegen konnten

Während die konjunkturelle Lage in Deutschland der Krise trotzt, spitzt sich die Lage für Portugal weiter zu. Die Ratingagentur Fitch hat die Kreditwürdigkeit Portugals erneut herabgestuft. Die Agentur bewertet das Land nun mit der Note „BB+“ - Ramsch-Niveau. Der Ausblick sei negativ, Portugal habe keinen Status als Investment-Land mehr. Die Ratingagentur begründete ihren Schritt mit den großen Ungleichgewichten im Haushalt, der hohen Verschuldung über alle Sektoren hinweg sowie einem ungünstigen konjunkturellen Ausblick. Fitch rechnet damit, dass die portugiesische Wirtschaft nächstes Jahr um drei Prozent schrumpft.

Im Dax konnten vor allem konjunktursensible Werte wie HeidelbergCement, MAN oder ThyssenKrupp zulegen. Sie profitierten von dem überraschend gut ausgefallenen Ifo-Index und gehörten zu den stärksten Werten im Index. Neben den Autowerten BMW und Daimler konnten auch die Finanzwerte nach den Verlusten der Vortage Boden gut machen: Aktien der Commerzbank führten den Dax mit einem Zuwachs von gut vier Prozent an. Noch am Dienstag war die Commerzbank-Aktie nach einem Reuters-Bericht über eine größere Kapitallücke um 17 Prozent abgestürzt.

Die Telekom-Aktien gaben ein halbes Prozent nach. Inzwischen wachsen die Zweifel, dass der Bonner Konzern seine ungeliebte US-Tochter T-Mobile USA wie geplant an AT&T verkaufen kann. Die Firmen zogen die Anträge bei der US-Telekomaufsicht FCC für die milliardenschwere Transaktion zurück, der Antrag bei den Kartellbehörden läuft aber weiter. „Das ist eindeutig eine negative Nachricht für die Telekom und senkt die Wahrscheinlichkeit, dass der Deal angenommen wird“, erklärte LBBW-Analyst Stefan Borscheid. Am Ende des Dax befanden sich die Unternehmen Eon, Fresenius Medical Care und Fresenius SE.

Im MDax zählten die Aktien von Vossloh mit einem Plus von mehr als sieben Prozent auf 71,45 Euro zu den Gewinnern. Händler begründeten das Plus mit der möglichen Aufstockung des Anteils durch den Großaktionär und Knorr-Bremse-Eigner Heinz Hermann Thiele.

Im TecDax setzten sich Dialog Semiconductor an die Spitze. Der Chipentwickler schwimmt weiter auf der Erfolgswelle der Smartphones und hat nach eigenen Angaben mit der Auslieferung von integrierten Hochleistungs-Chips an Samsung begonnen. Mit einem Plus von über 11 Prozent führte das Unternehmen den Technologieindex mit Abstand an.

Quelle:  Handelsblatt Online
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