Börse Frankfurt: Dax startet mit Verlusten

Börse Frankfurt: Dax startet mit Verlusten

, aktualisiert 17. September 2012, 09:25 Uhr
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Börsenhändler in Frankfurt.

Quelle:Handelsblatt Online

Der Kursrally nach dem ESM-Entscheid und der Lockerung der US-Goldpolitik könnte schon bald die Ernüchterung folgen. Vor allem europäischen Aktien droht eine Kurskorrektur. Der Dax eröffnet am Montagmorgen schwächer.

Nach dem jüngsten Kursfeuerwerk, nimmt sich der Dax eine Auszeit. Die neue Börsenwoche eröffnet der Leitindex bei 7390 Punkten und damit 0,3 Prozent schwächer als beim Handelsschluss am Freitag. Einige Analysten bekommen bereits Magengrimmen bei den Überlegungen, wie dauerhaft sich die Aktien nach der Rally auf den erreichten Niveaus halten können. Für den MDax geht es zum Wochenstart um 0,45 Prozent auf 11.186 Punkte nach unten, der TecDax gibt um 0,35 Prozent auf 811 Punkte nach.

„Der Aufwärtstrend bleibt uns sicher erhalten“, betonte ein Börsianer mit Blick auf die Verschnaufpause des Dax. Schließlich müsse auf Jahre hinaus mit anhaltend niedrigen Zinsen gerechnet werden. Vielen Investoren bleibe daher kaum etwas anderes übrig, als in Aktien zu investieren, weil sie bei anderen Anlagen wie zum Beispiel Staatsanleihen nur magere Renditen erwirtschaften könnten.

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Durch den Anstieg des deutschen Leitindexes Dax seit Ende Juli um 1000 Punkte auf ein neues Jahreshoch halten Analysten der Landesbank Berlin die Titel hingegen für „stark überkauft“. Aktien aus dem Dax sind ihrer Ansicht nach mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von zwölf auf Basis der Gewinnschätzungen für 2012 nicht mehr günstig. „Da der jüngste Kursanstieg in hohem Maße liquiditätsgetrieben ist und ein solides wirtschaftliches Fundament fehlt, schätzen wir die Rückschlagsgefahr als hoch ein.“

Ebenfalls „Korrekturbedarf“ erkennen die Aktienexperten der DZ Bank beim Dax und beim Euro-Zonen-Leitindex Euro Stoxx50. Beim derzeitig schwachen Konjunkturausblick erscheint es ihrer Ansicht nach unrealistisch, auf eine baldige Besserung der Gewinnaussichten der Firmen zu hoffen. Der bisherige Kursaufschwung stehe auf wackeligem Fundament. Auch wenn „die gute Stimmung noch ein paar Tage oder Wochen anhalten kann“, glauben die Analysten der österreichischen Raiffeisen Zentralbank nicht an nachhaltig hohe Kursniveaus. Sie bezweifeln, dass die jüngsten Maßnahmen der US-Notenbank tatsächlich die Konjunktur stützen können, zumal der nächste US-Präsident auf die Ausgabenbremse steigen müsse. In Europa warteten in der konkreten Umsetzung der beschlossenen Maßnahmen viele Stolpersteine.

Jeff Hochman will von Schreckensszenarien für die Aktienmärkte ebenfalls nichts wissen. „Ja, der Markt ist reif für eine Korrektur“, sagt der erfahrene Leiter der technischen Analyse beim Vermögensverwalter Fidelity. Aber: Eine Reihe von Indizien deutet für ihn darauf hin, dass es zu mehr als einer maximal acht- bis zehnprozentigen Korrektur nach unten nicht reichen wird, um einmal aus der Perspektive der „Bären“ zu sprechen, die auf fallende Kurse setzen. Deshalb rät Hochman allen Anlegern, die noch Geld für Aktien übrig haben, nicht auf allzu niedrige Kurse zu warten, denn dann könnte es schon wieder zu spät sein, weil die Märkte zur üblichen Jahresschlussrally längst wieder durchstarten.

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