Börse Frankfurt: Dax steht vor deutlichem Kursrutsch

Börse Frankfurt: Dax steht vor deutlichem Kursrutsch

, aktualisiert 06. April 2017, 07:06 Uhr
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Dax-Anleger agieren am Monatsschluss eher lustlos.

Quelle:Handelsblatt Online

Die US-Notenbank will noch in diesem Jahr mit dem Abschmelzen ihrer billionenschweren Bilanz beginnen. Das überrascht viele Experten. Die Anleger kennen darauf nur eine Antwort: verkaufen.

FrankfurtEs ist nicht nur die unsichere weltpolitische Lage, die Anleger hierzulande vor neuen Käufen zurückschrecken lässt und eine Fortsetzung der Aktienrally bremst. Denn die US-Börsen haben, belastet von den Zinsprotokollen der US-Notenbank, am Mittwoch mit leichten Abschlägen geschlossen. Die Federal Reserve will noch dieses Jahr mit dem Abschmelzen ihrer billionenschweren Bilanz beginnen. Bei entsprechend günstiger Konjunktur halten die meisten Währungshüter einen solchen Schritt im „späteren Jahresverlauf“.

Entsprechend deuten die vorbörslichen Indikatoren auf deutliche Kursverluste beim Dax hin. Der deutsche Leitindex liegt bei 12.147 Punkten, rund 70 Zähler weniger gegenüber dem Vortagesschluss. Noch am Mittwoch schloss der Index mit einem Minus von 0,5 Prozent bei 12 217 Punkten. Zu Wochenbeginn hatte sich der deutsche Leitindex noch bis auf 15 Punkte seiner knapp zwei Jahre alten Bestmarke von 12 390 Zählern genähert. Der MDax hingegen, der die mittelgroßen Konzerne repräsentiert, schaffte es am Mittwoch erstmals über die Marke von 24 000 Punkten und gewann letztlich 0,2 Prozent auf 24 010 Zähler.

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Vor allem die Finanzwerte wie Deutsche Bank und Commerzbank dürften unter Druck stehen. Denn der S&P für Finanzwerte in den USA gab 0,7 Prozent nach. Die Wall-Street-Banken hatten nicht vor Mitte 2018 mit einem Bilanzabbau der Fed gerechnet.

Weil die US-Börsen zunächst im frühen Handel deutlich zulegen konnten, fiel das Minus aufgrund der Fed-Protokolle nur gering aus. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,2 Prozent tiefer bei 20.648 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 sank 0,3 Prozent auf 2352 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verringerte sich um 0,6 Prozent auf 5864 Stellen. Im Handelsverlauf hatte das Marktbarometer ein neues Rekordhoch bei 5936 Punkten markiert.

Die japanischen Börsen haben nach schwachen Vorgaben aus den USA deutlich nachgegeben. Der Nikkei-Index verlor am Donnerstag im frühen Handel rund ein Prozent auf 18.670 Punkte. Zeitweise lag er auf dem niedrigsten Niveau seit Anfang Dezember. Der breiter gefasste Topix-Index fiel ebenfalls um ein Prozent auf 1489 Zähler.

Ein weiterer Grund für die Zurückhaltung der Anleger: Viele Investoren möchten das am heutigen Donnerstag und Freitag anberaumte Treffen von US-Präsident Donald Trump und Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping abwarten - und bis dahin in Deckung bleiben. Bei den Gesprächen soll es unter anderem um Nordkoreas Atomprogramm und um den Freihandel gehen, den Trump wegen des hohen US-Handelsdefizits im Visier hat. Für Zurückhaltung sorgen zunehmend auch die näherrückenden Präsidentschaftswahlen in Frankreich. Umfragen zufolge liegen der proeuropäische Kandidat Emmanuel Macron und die Chefin der rechtsextremen Partei Front National, Marine Le Pen bei der ersten Runde im Kampf um das Amt am 23. April gleichauf.

Die Termine heute: Mario Draghi, der Präsident der Europäischen Zentralbank, eröffnet um 9 Uhr die Konferenz „The ECB and its Watchers“, die sich an das interessierte Publikum rund um die Notenbank richtet. Mit Spannung wird erwartet, ob sich Draghi Hinweise darauf entlocken lässt, wie die EZB aus der ultralockeren Geldpolitik aussteigen will und wann sie die Zinsen erhöht. EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny hatte ins Spiel gebracht, dass die Notenbank den Einlagenzins erhöhen könnte, bevor sie ihre milliardenschweren Anleihekäufe beendet. Dagegen hat EZB-Chefvolkswirt Peter Praet deutlich vor einer solchen Debatte gewarnt.

Alle drei Jahre laden die privaten Banken zum Deutschen Bankentag In diesem Jahr steht die Veranstaltung unter dem Motto „Perspektiven schaffen, Europa stärken, Banken in der Verantwortung. Unter anderem diskutieren Spitzenbanker wie Deutsche-Bank-Chef John Cryan und sein Kollege Martin Zielke von der Commerzbank mit Politikern und Aufsehern über die Vollendung der Kapitalmarktunion in der EU und über neue Geschäftsmodelle.

Quelle:  Handelsblatt Online
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