Börse Frankfurt: Dax vermasselt Start in die Woche

Börse Frankfurt: Dax vermasselt Start in die Woche

, aktualisiert 19. Dezember 2011, 18:18 Uhr
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Händler glauben nicht mehr an eine Jahresend-Rally.

Quelle:Handelsblatt Online

Nach starken Schwankungen am Morgen sah es so aus, als ob der Dax den Handelstag erfolgreich beenden würde. Doch die Anleger haben ihre Rechnung nicht mit Mario Draghi gemacht.

FrankfurtEine Jahresend-Rallye hat es auch heute nicht gegeben. Die Handelswoche startete der Dax im Minus und er beendete sie ebenfalls im negativen Bereich. Der Dax schloss heute mit einem Minus von 0,5 Prozent auf 5.671 Punkte. Bis zum Nachmittag hatte sich der Deutsche Aktienindex ein stattliches Plus erarbeitet, doch kurz vor Handelsschluss knickte der Dax ein. Die zweite Garde der Indizes musste ebenfalls Verluste hinnehmen. Der MDax stank um 0,5 Prozent auf 8.489 Punkte und der TecDax verlor nach mehrmaligem Aufsteigen ins Plus 0,5 Prozent auf 660 Zähler. Aussagen von EZB-Präsident Mario Draghi verhinderten einen guten Abschluss des Dax.

Der Präsident der Europäischen Zentralbank sagte vor dem Europaparlament, dass die Spannungen an den Finanzmärkten die Wirtschaftsentwicklung in der Euro-Zone weiter dämpften. Das war Grund genug für die Anleger sich von ihren Aktien zu trennen. Die US-Börsen drehten im Anschluss an die Aussage Draghis ebenfalls ins Minus. Der Dow Jones lag nach Frankfurter Börsenschluss 0,3 Prozent im Minus auf 11.835 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 verlor 0,5 Prozent auf 1.214 Zähler und der Naadaq-100 sank um 0,3 Prozent auf 2.232 Punkte.

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Bis zum Nachmittag machte die heute stattfindende Telefonkonferenz der Euro-Finanzminister den Investoren Mut, in der sie sich über die zusätzlichen Hilfen des Internationalen Währungsfonds im Umfang von 200 Mrd. Euro beraten. "Sie werden versuchen, so viel wie möglich vor Weihnachten zu erledigen. Aber es bestehen Zweifel, dass die Märkte davon in Festtagsstimmung geraten", sagte Carsten Brzeski, Volkswirt bei ING Group in Brüssel.

Neben den Beratungen um den IWF sollen die Finanzminister außerdem über den permanenten Rettungsschirm ESM konferieren. Auf dem EU-Gipfel am 9. Dezember war ein Vorziehen des ESM um ein Jahr beschlossen worden - Der permanente Mechanismus soll den EFSF im Juli 2012 ablösen. „Bislang sieht es allerdings danach aus, dass wir erst dann eine vernünftige Lösung bekommen, wenn Europa vollends am Abgrund steht“, sagte Joe Rundle von ETX Capital.

Erfreulich aus europäischer Sicht war heute die Auktion spanischer und italienischer Staatsanleihen. Die Nachfrage wurde heute von der Europäischen Zentralbank durch Bereitstellung zusätzlicher Liquidität verschärft. Offenbar kauften Kreditinstitute die Papiere auf, um diese beim bevorstehenden Drei-Jahres-Tender als Sicherheit bei der EZB zu hinterlegen, sagte ING-Zinsstratege Alessandro Giansanti. Im Anschluss an die gelungene Auktion fielen die Renditen für zehnjährige italienische Staatsbonds auf 6,82 Prozent und die Zinsen für die spanischen Staatspapiere sanken auf 5,20 Prozent.

Doch von einer Jahresend-Rallye kann nicht die Rede sein. „Das heutige Plus hat aber wegen der dünnen Umsätze nur wenig Substanz“, sagte ein Händler in Frankfurt. „Einige Anleger sind offenbar der Meinung, dass die Weihnachtsendrally jetzt starten sollte, obwohl sich die Frage stellt, worauf der Optimismus basiert“. Keines der großen Probleme des Jahres 2011 sei gelöst.

Besonders die Ratingagentur Fitch hat mit dem Finger in die Wunde gedrückt. Am späten Freitag gerieten einige Euroländer - darunter Frankreich und Spanien - ins Visier der Ratingagentur. Außerdem drohe Deutschland seine Bestbewertung zu verlieren, hieß es. Alle Augen richteten sich nun auf die für den Nachmittag angesetzte Auktion französischer Staatsanleihen, sagte Anita Paluch von Gekko Markets. Interessant sei vor allem, wie stark die Papiere nach der Fitch-Warnung nachgefragt werden.

Rezession in Euro-Land droht

Neben der Fitch schoss sich Standard & Poor's abermals auf EU ein. Sie sehe die Staatengemeinschaft angesichts der nötigen staatlichen Sparprogramme vor einer Rezession. Betroffen wären vor allem die exportstarken Länder im Euro-Raum.

Die Finanztitel, die in der Krise sehr empfindlich auf politische Nachrichten reagieren, konnten sich trotz der schlechten Nachrichtenlage lange im Plus halten. Doch am Ende fielen auch sie ins Minus. Die Commerzbank verlor 2,2 Prozent, die Deutsche Bank und die Allianz gingen mit einem Minus von jeweils 0,7 Prozent aus dem Handel.

Die Weberbank-Experten meinen, dass sich die Lage an den Aktienmärkten erst dann etwas bessern wird, wenn die Frühindikatoren einen Boden gefunden haben. Wichtigster Frühindikator für Deutschland ist in dieser Woche der Ifo-Geschäftsklimaindex. Hier erwarten Volkswirte einen weiteren Rückgang und von daher wenig Unterstützung für die Märkte. „Ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk ist vom Ifo-Institut nicht zu erwarten“, meint Stefan Mütze von der Helaba. Den Tiefpunkt dürfte der Index erst im kommenden Frühjahr erreichen.


Etihad steigt bei Air Berlin ein

Die Ankündigung einer umfassenden Zusammenarbeit von Air Berlin und Etihad hat die Aktien der deutschen Fluggesellschaft am Montag beflügelt. Die Papiere kletterten mit einem Plus von 8,8 Prozent auf 2,51 Euro an die SDax -Spitze. „Das ist schon ein Paukenschlag und lässt hoffen, dass Air Berlin mit dieser Partnerschaft zurück in die Erfolgsspur finden wird“, sagte ein Händler.

Russlands Hunger nach Hochgeschwindigkeitszügen scheint weiter ungestillt zu sein und beschert Siemens gute Verkaufszahlen. Laut Agenturmeldung bestellte die dortige Bahngesellschaft RZD acht weitere Hochgeschwindigkeitszüge des Typs Velaro RUS samt 30-jährigem Instandhaltungsvertrag. Der Auftrag hat ein Volumen von 600 Millionen Euro. Die Züge mit jeweils zehn Wagen werden in Krefeld gefertigt und sollen ab Januar 2014 aufgeliefert werden. Die Papiere von Siemens beendeten den heutigen Handelstag zwar 0,2 Prozent im Minus auf 71,25 Euro, jedoch notierten sie damit noch vergleichsweise stark.

Größter Gewinner im Dax am Montag war Henkel. Die Papiere des Traditionsunternehmens verteuerten sich heute um 1,3 Prozent.

Südzucker positionierte sich heute an die Spitze im MDax. Analysten von Goldman Sachs verhalfen den Aktien zum Plus, nachdem sie eine Kaufempfehlung für das Unternehmen abgegeben haben. Die Papiere lagen am Ende 5,1 Prozent im Plus auf 24,42 Euro. Angesichts der wachsenden Nachfrage aus den Schwellenländern rechne sie mit langfristig steigenden Preisen, schrieb Analystin Rosie Edwards in einem Kommentar.

Zeitweise an die Spitze im MDax setzte sich heute die Tui-Aktie. Nach einer positiven Analysteneinstufung stiegen die Papiere um 1,9 Prozent auf 4,57 Euro. Experten der Commerzbank stuften die Tui-Aktie von "hold" auf "buy" herauf und setzten ihr Kursziel von 5,00 auf 6,10 Euro.

Größter Verlierer im Dax war heute SGL Carbon. Der Karbonfaser-Spezialist dementierte Spekulationen auf eine Übernahme durch die Großaktionäre BMW und Susanne Klatten. „Es ist das erste Mal, dass offizielle Firmenrepräsentanten ein solches Statement abgegeben haben - das dürfte heute zu einigen Gewinnmitnahmen führen“, schrieb DZ-Bank-Analyst Dirk Schlamp in einem Kommentar. Die Papiere von SGL Carbon fielen ganze 9,5 Prozent auf 40,99 Euro.

Im TecDax verhielten sich die Solarwerte wieder einmal auffällig. Kaum ein Handelstag an dem die Werte beständig notieren. Entweder liegen sie am Ende oder an der Spitze unter den TecDax-Werten. Heute gehörten sie wieder zu den Verlieren. Q-Cells, SMA Solar und Solarworld lagen zur Mittagszeit 1,6 bis 6,5 Prozent im Minus.

Von Unternehmensseite geriet heute außerdem die Traditionsautomarke Saab in den Fokus. Nach jahrelanger Ungewissheit um die Zukunft des Autobauers, beantragte die schwedische Firma heute nun die Insolvenz. Noch am Wochenende versuchte die Konzernführung in Gesprächen mit dem chinesischen Autohersteller Youngman das Schlimmste abzuwenden, jedoch ohne Erfolg.

Eine Randmeldung für die Märkte war heute der Tod von Nordkoreas Staatschef Kim Jon Il. Laut Händlern befürchteten einige Experten eine Destabilisierung der politischen Situation im dem maroden Kommunistenstaat. Die Meldung wirkte sich jedoch nur kurzzeitig auf die Rohstoffpreise aus.


Quelle:  Handelsblatt Online
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