Börse Frankfurt: Dax wieder im Minus - Commerzbank tiefrot

Börse Frankfurt: Dax wieder im Minus - Commerzbank tiefrot

, aktualisiert 13. Dezember 2011, 20:07 Uhr
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Der Dax startet heute unter schlechten Vorzeichen: Gestern ging es kräftig abwärts.

Quelle:Handelsblatt Online

Auch heute schafft es der Dax nicht in die Gewinnzone. Der Markt wartet vergeblich auf positive Signale aus der Politik. Besonders hart traf es wieder einmal Commerzbank-Aktionäre. Die Papiere fallen auf Allzeittief.

Düsseldorf, FrankfurtMit ihrer erneuten Absage an eine erhöhte Haftungsobergrenze des dauerhaften Euro-Rettungsschirms ESM hat Bundeskanzlerin Angela Merkel den Dax am Dienstagnachmittag ins Minus gedrückt. Der Leitindex schloss 0,2 Prozent im Minus bei 5.774 Zähler, nachdem er zuvor noch die längste Zeit deutlich fester notiert hatte. Auch der Euro gab klar nach und fiel mit 1,3098 Dollar auf den tiefsten Stand seit Mitte Januar.

Merkel hat sich am Dienstag erneut gegen die Anhebung der Haftungsobergrenze des ESM ausgesprochen. In der CDU/CSU-Fraktionssitzung sagte die Kanzlerin nach Angaben von Teilnehmern, dass die Überprüfung der Obergrenze von 500 Milliarden Euro im März zwar in dem EU-Gipfelbeschluss stehe, sie dies aber nicht für nötig halte. „Jede Hoffnung auf mehr Geld, die erstickt wird, führt derzeit zu solch deutlichen Kursreaktionen“, sagte ein Händler. Zuvor hatten die guten Ergebnisse der Anleihenauktion in Spanien sowie die besser als befürchteten ZEW-Konjunkturerwartungen in Deutschland das Leitbarometer stützen können.

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Die möglichen Folgen der Schuldenkrise sorgten unter den Investoren immer noch für große Nervosität, sagte Händler Terry Pratt vom Brokerhaus IG Markets. „Die Aussicht auf weitere Rating-Herabstufungen ist auch nicht gerade hilfreich. Dies scheint das dominierende Thema zum Jahresende zu sein.“

Die zweite Reihe zeigte sich hingegen fester. Der MDax mittelgroßer Werte stieg um 0,3 Prozent auf 8.587 Punkte, der TecDax legte sogar ein Prozent auf 672 Punkte zu.

Die Konjunkturzuversicht deutscher Finanzexperten hat sich im Dezember überraschend aufgehellt. Die ZEW-Konjunkturerwartungen stiegen um 1,4 Punkte auf minus 53,8 Zähler, wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag in Mannheim mitteilte. Von der Nachrichtenagentur dpa-AFX befragte Volkswirte hatten hingegen mit einem Rückgang auf minus 55,4 Punkte gerechnet. Zuvor waren die Erwartungen neuen Monate in Folge gesunken. „Bei den Konjunkturerwartungen scheint die Bodenbildung erreicht worden zu sein“, erklärte ZEW-Präsident Wolfgang Franz. Die Finanzmarktexperten rechneten anscheinend mit einer geringeren Wirtschaftsdynamik, aber nicht mit einem Absturz der deutschen Wirtschaft im nächsten halben Jahr.

Die Aktien der Commerzbank sind nach einer Meldung der Nachrichtenagentur Reuters über mögliche neue Staatshilfen für das Institut erneut abgerutscht. Die Titel fielen am Dienstag um 4,7 Prozent und setzten zeitweise sogar ein neues Rekordtief. Die Auslagerung von Teilen oder der gesamten Immobilien-Tochter EuroHypo in eine staatliche „Bad Bank“ wäre eine der attraktiveren Lösungen zur Schließung der Kapitallücke bei der Commerzbank, urteilte Analyst Michael Rohr von Silvia Quandt Research. Bei einem Komplett-Verkauf und mit Hilfe des Rückkaufs von Hybrid-Kapital könnte das Institut die strengeren Eigenkapital-Vorschriften erfüllen.

Die Aussicht auf eine mögliche Sonderdividende bei Bilfinger Berger hat die Aktie des Bau- und Dienstleistungskonzerns am Dienstag kurzzeitig nach oben getrieben. Bilfinger-Chef Roland Koch sagte dem Deutschen Anleger Fernsehen (DAF), man müsse mit den Aufsichtsrat besprechen, wie das Unternehmen mit den positiven Sondereffekten aus dem Verkauf der Australienaktivitäten umgehe. Das Unternehmen hatte die australische Bautochter Valemus zu Jahresbeginn mit Gewinn verkauft. Koch hatte bereits Mitte August angekündigt, der Verkaufserlös werde in die Überlegungen über die Dividendenhöhe einbezogen. Die Aktie stieg im MDax um bis zu 2,1 Prozent auf 63,73 Euro, reduzierte ihre Gewinne dann aber wieder und notierte nur noch 0,6 Prozent fester.

Nach den zuletzt deutlichen Kursrückgängen standen die Zeichen bei K+S am Dienstag auf Erholung. Die Aktien des Streusalz- und Düngemittel-Herstellers setzten sich mit einem Plus von 2,4 Prozent an die Dax -Spitze. „Das ist eine rein technische Gegenreaktion“, sagte ein Händler. Seit Monatsbeginn haben K+S gut 16 Prozent an Wert eingebüßt, sie gehören damit zu den schwächsten Werten im Dax. Der deutsche Leitindex selbst kommt seit Anfang Dezember auf ein Minus von fünf Prozent.

Ein Bericht über die geplante Aufstockung der Beteiligungen des Logistikunternehmers Klaus-Michael Kühne und der Stadt Hamburg bei Hapag-Lloyd hat TUI am Dienstag Auftrieb gegeben. Mit einem Plus von 2,5 Prozent gehörten die Titel des Touristik-Konzerns und Hapag-Großaktionärs zu den Favoriten im MDax.

Ein positiver Kommentar von Barclays Capital hat den europäischen Stahlwerten am Dienstag Auftrieb gegeben. Die Branchenstimmung und die Stimmungsindikatoren seien zwar negativ, schrieb Analyst Vincent
Lepine in einer Studie. Historisch betrachtet folgten auf solchen Pessimismus Phasen mit einer überdurchschnittlichen Kursentwicklung des Sektors. Außerdem seien viele Unternehmen gesund genug, um eine deutlich schlechtere Konjunkturentwicklung zu verkraften. Seine Favoriten seien ThyssenKrupp, Klöckner & Co. (KlöCo) und Voestalpine. Die Papiere der drei Firmen legten zu.

Quelle:  Handelsblatt Online
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