Börse Frankfurt: Dax zeigt inmitten der Krise seine Stärke

Börse Frankfurt: Dax zeigt inmitten der Krise seine Stärke

, aktualisiert 05. Dezember 2011, 19:06 Uhr
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Dieser Händler zeigt es an: der Dax legt zu.

Quelle:Handelsblatt Online

Bei den Anlegern scheint die Hoffnung zu bestehen, dass der kommende EU-Gipfel nachhaltig zur Besserung der Schuldenkrise beitragen könnte. So setzte auch der Dax heute seine Gewinnserie fort.

FrankfurtDer deutsche Leitindex hat seinen positiven Trend von vergangener Woche fortsetzen können. Er ging mit einem Plus von 0,42 Prozent und 6.106 Punkten aus dem Handel. Zwischenzeitlich erreichte er in der Spitze gar ein Tageshoch ein Tageshoch von 6.170 Punkten - ein Plus von 1,5 Prozent.

Die 17 Euro-Regierungen sowie interessierte EU-Länder sollten sich künftig monatlich treffen, kündigten Bundeskanzlerin Merkel und Präsident Sarkozy heute an. Auf dem EU-Gipfel am Donnerstag und Freitag soll entschieden werden, ob die bis März ausgearbeitete Regelung Teil des EU-Vertrages werden wird oder ob die Euro-Zone alleine voranmarschiert. „Wir sind fest entschlossen, die Entscheidung genau bei diesem Rat herbeizuführen“, betonte die Kanzlerin. Zudem solle versucht werden, dass der dauerhafte Euro-Rettungsmechanismus ESM bereits Ende 2012 und damit sechs Monate früher als geplant seine Arbeit aufnehmen kann.

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Laut Marc Burgheim, Leiter des Devisenhandels der BayernLB, sollte dies nicht überinterpretiert werden - tatsächlich setzten Anleger derzeit vor allem auf die EZB. Bis zur Zinsentscheidung am Donnerstag sei deshalb kaum mit neuen Turbulenzen zu rechnen. Auch die jüngste Entspannung an den Anleihemärkten der Eurozone - die Renditen für Papiere der großen Krisenländer Italien und Spanien setzten ihren Sinkflug am Montag fort - spielten Burgheim zufolge eine eher untergeordnete Rolle. Im Hinblick auf die Schuldenkrise sei die EZB für Devisen-Investoren „das Zünglein an der Waage“.

Der Technologiekonzern Siemens, dessen Titel um 0,72 Prozent zulegen konnten, kauft den Software-Spezialisten für Zählerdaten-Management eMeter, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Anfang Dezember hätten die Unternehmen eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet, bis Ende des Jahres solle der Kauf abgeschlossen sein. „In zahlreichen Projekten“ habe der Konzern Vertriebsstruktur und Software des kalifornischen Unternehmens bereits genutzt. Mit Hilfe der Software können laut Siemens „die immer größer werdenden Datenmengen von elektronischen Zählern im Stromversorgungsnetz effizient ausgelesen, verarbeitet und zur Abrechnung bereit gestellt werden“.

Volkswagen übernimmt den händlereigenen Autovermieter Euromobil. Das Unternehmen solle zum Jahresanfang von der Leasingtochter gekauft und langfristig in das Geschäftsfeld „Neue Mobilität“ integriert werden, teilte der Autobauer am Montag mit. Zum Kaufpreis machte VW keine Angaben. Die vor knapp 20 Jahren gegründete Euromobil gehörte bislang zur Auto Business Group, hinter der Volkswagen- und Audi-Händler stehen. Mit dem Kauf will VW nach eigener Darstellung eine Lücke in seinem Mobilitätskonzept schließen. Die Aktien des Unternehmens konnten heute um 0,27 Prozent zulegen.

Die Commerzbank will zur Stärkung ihrer Kapitalbasis Hybridanleihen für bis zu 600 Millionen Euro zurückkaufen. Das teilte Deutschlands zweitgrößtes Geldhaus am Montag mit. Das Institut ist dafür allerdings auf die Bereitschaft der Investoren angewiesen, die Papiere gegen Barzahlung abzutreten. Nach einem Magazinbericht über eine mögliche Verstaatlichung sind die Aktien in den Keller gerauscht. Nach einer Berg- und Talfahrt ging sie mit einem Minus von 4,14 Prozent aus dem Handel. Die Bank steht derzeit unter Zugzwang, die Anforderungen der europäischen Bankenaufsicht (EBA) bezüglich des aufsichtsrechtlichen Eigenkapitals zu erfüllen. Eine Refinanzierung am Kapitalmarkt ist zur Zeit schwer möglich.


Bankenrettungsfonds Soffin steht vor Reaktivierung

Die Auftragslage der US-Industrie hat sich im Oktober eingetrübt. Die Bestellungen seien im Vergleich zum Vormonat um 0,4 Prozent zurückgegangen nach einem revidierten Minus von 0,1 Prozent im September, teilte das Handelsministerium in Washington am Montag mit. Für September war zunächst ein Plus von 0,3 Prozent veranschlagt worden. Analysten hatten für Oktober mit einem Minus von 0,3 Prozent gerechnet.

Die mittelständische Industrie in Deutschland würde eine weitere EZB-Leitzinssenkung zwar begrüßen, erwartet davon allerdings keine allzu großen Impulse für ihr Geschäft. „Es hilft natürlich, wenn wir billiger an Geld kommen“, sagte am Montag der Chef des BDI/BDA-Mittelstandsausschusses Arndt Kirchhoff in Berlin. Jeder Punkt, um den die EZB den Leitzins zurücknimmt, helfe auch der Industrie. Allerdings lägen der Leitzins mit 1,25 Prozent und in der Folge die Kreditzinsen für gesunde Unternehmen schon so tief, dass die Auswirkungen auf die Firmen wenig spektakulär ausfallen dürften. „Wenn sie ein gesundes Unternehmen haben, finanzieren sie auch heute schon sehr günstig“, erläuterte er.

Die europäischen Regierungen erwägen laut einem Bericht der „Welt“, den Internationalen Währungsfonds (IWF) im großen Stil zu stärken, um die Staatsfinanzierungskrise zu beenden. Nach Informationen der Zeitung aus verhandlungsnahen Kreisen ist angedacht, dass die 17 Zentralbanken der Euro-Zone einen dreistelligen Milliardenbetrag in einen Spezialfonds einzahlen, aus dem dann Programme für Krisenländer finanziert werden. Auch andere Zentralbanken wie beispielsweise die amerikanische Federal Reserve seien offenbar dazu bereit, einen Teil der Kosten zu finanzieren. Die Finanzierung über den IWF solle die Märkte beruhigen.

Der vor einem Jahr stillgelegte staatliche Bankenrettungsfonds Soffin könnte schon in wenigen Wochen wiederbelebt werden. Ein entsprechender Beschluss zur Reaktivierung des Sondertopfs für Krisenbanken werde möglicherweise noch vor Weihnachten im Bundeskabinett gefasst, bestätigten Koalitionskreise am Montag in Berlin. Mit dem Soffin stünde ein Instrument bereit, mit dem Banken die bis Mitte 2012 geforderten zusätzlichen Eigenkapitalanforderungen notfalls auch mit Staatshilfe erfüllen können. Innerhalb der schwarz-gelben Bundesregierung sind die schon vor Wochen aufgekommenen Pläne zur erneuten Öffnung des Soffin aber noch umstritten. Es sei offen, ob ein Kabinettsbeschluss erreicht werde, hieß es.

Quelle:  Handelsblatt Online
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