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Börse Frankfurt: Der Dax pendelt unterhalb von 6.400 Punkten

Quelle: Handelsblatt Online

Die Vorgaben aus Amerika und Asien für den Deutschen Aktienindex sind negativ. Top-Manager stehen zum Euro. Heute verhandelt das Bundesverfassungsgericht über den Euro-Rettungsschirm.

Der Dax am Montag Quelle: Reuters
Der Dax am Montag Quelle: Reuters

FrankfurtDer Dax ist vorbörslich verhalten gestartet. Das Marktbarometer pendelt leicht unter dem Vortagesniveau unter der Marke von 6.400 Punkten. Am Montag war der Dax mit einem Minus von 0,4 Prozent auf 6.387 Punkten aus dem Handel gegangen.

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Die Wall Street ist mit negativen Vorzeichen in die Bilanzsaison gegangen. Zum Start des Zahlenreigens nach Handelsschluss zeigten sich Investoren am Montag skeptisch: Anleger fürchteten, das langsamere globale Wachstum und die anhaltenden Schuldenprobleme in die Europa könnten die Gewinne der Konzerne drücken. Nach den enttäuschenden US-Arbeitsmarktzahlen vom Freitag drückten Konjunkturdaten aus Asien zudem auf die Stimmung. Der Dow-Jones-Index notierte zum Handelsende mit einem Minus von 0,3 Prozent bei 12.736 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index schloss bei 1352 Punkten, ein Abschlag von 0,2 Prozent. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor ebenfalls 0,2 Prozent und ging mit 2931 Punkten aus dem Handel. In Tokio lag der Nikkei-Index im Verlauf ebenfalls im Minus.

Drei von vier Topmanagern sind der Ansicht, dass "auf jeden Fall versucht werden sollte, die Euro-Zone in ihrer jetzigen Form zu erhalten". Dies ist das zentrale Ergebnis des Handelsblatt Business-Monitors, einer repräsentativen Umfrage, für die das Marktforschungsinstitut Forsa rund 650 Führungskräfte der ersten Leitungsebene interviewt hat. Damit stehen die deutschen Topmanager in scharfem Kontrast zur Mehrheit der Bevölkerung: In einer aktuellen Umfrage für "Spiegel Online" halten es nur 41 Prozent der Befragten für sinnvoll, weiter für die Rettung der Gemeinschaftswährung zu kämpfen.

Im Fokus steht weiter das Treffen der Finanzminister der Euro-Länder. Die Euro-Finanzminister haben sich auf Eckpunkte der Finanzhilfen für Banken in Spanien geeinigt. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble sagte in der Nacht zum Dienstag in Brüssel nach dem Treffen der Eurogruppe, es gebe darüber eine politische Verständigung. Deutschland und andere Staaten könnten nun die Entscheidungsverfahren in ihren Parlamenten einleiten, sodass endgültig am 20. Juli grünes Licht gegeben werden könne.

Eine bei den EU-Banken festgestellte milliardenschwere Kapitallücke ist offenbar weitgehend gestopft. Die betroffenen Finanzinstitute hätten das fehlende Kapital aus privaten oder öffentlichen Quellen erhalten, geht aus einem am Montag veröffentlichten Dokument hervor, das für das EU-Finanzminister-Treffen am Dienstag vorbereitet wurde. In einigen Ländern würden die Bilanzen der Banken noch "repariert". Diese Arbeiten schritten voran. Die größten europäischen Banken sollten ihr Eigenkapital bis zum Sommer um insgesamt 115 Milliarden Euro aufstocken. Die EU-Bankenaufsicht EBA will mit der großangelegten Aktion verloren gegangenes Vertrauen in die Branche wiederherstellen. Allein sechs großen deutschen Banken fehlen zusammen 13,1 Milliarden Euro. Die Kreditinstitute waren im vergangenen Dezember einem Stresstest unterzogen worden.

Konjunkturdaten gibt es aus Asien, und zwar zum chinesischen Außenhandel und dem japanischen Verbrauchervertrauen. Corp Energies präsentiert Quartalszahlen, die Lufthansa Verkehrszahlen.

Das Bundesverfassungsgericht verhandelt heute über mehrere Eilanträge zum Stopp des Euro-Rettungsschirms ESM und des neuen EU-Fiskalpakts für mehr Haushaltsdisziplin. Beides sind tragende Säulen in der Strategie der Euro-Länder zur Bewältigung ihrer Schuldenkrise. Bei den Eilanträgen geht es zunächst nur um die Frage, ob Bundespräsident Joachim Gauck bis zur Entscheidung in der Hauptsache die beiden Ratifizierungsgesetze unterschreiben darf oder nicht. Mit einer Entscheidung über die Frage, ob der ESM und der Fiskalpakt gegen das Grundgesetz verstoßen, wird in einigen Wochen gerechnet. An der mündlichen Verhandlung in Karlsruhe nimmt auch Finanzminister Wolfgang Schäuble teil.

Ein Thema bleibt die US-Geldpolitik. Die verhaltene Wirtschaftsentwicklung und hohe Arbeitslosigkeit in den USA lassen die Rufe innerhalb der US-Notenbank nach einer Lockerung der Geldpolitik wieder lauter werden. Sollten die Wirtschaftdaten weiter unter den Erwartungen bleiben, müsse die Zentralbank handeln, sagte der Fed-Präsident von San Francisco, John Williams, am Montag in Coeur D'Alene. Zwei weitere Notenbanker, die zu den Tauben und damit Befürwortern einer expansiveren Geldpolitik zählen, forderten auf einer Veranstaltung in Bangkok weitere Schritte. Allerdings unterstrich der Fed-Chef von Richmond, Jeffrey Lacker, mit skeptischen Äußerungen bezüglich weiterer Hilfen die Spaltung der Notenbank in dieser Frage. Williams rechnet für die kommenden eineinhalb Jahre mit einer schwächeren Entwicklung der US-Konjunktur. Zudem prognostiziert der Notenbanker keine spürbare Verbesserung der Arbeitslosenquote bis zum Ende des nächsten Jahres. Williams ist im Offenmarkt-Ausschuss stimmberechtigt, der über die Geldpolitik entscheidet.

In letzter Minute hat Norwegens Regierung eine Blockade der Öl- und Gasförderung verhindert. Arbeitsministerin Hanne Bjurstroem ordnete in der Nacht auf Dienstag unmittelbar vor Inkrafttreten einer Aussperrung überraschend eine Zwangsschlichtung des Arbeitskampfes in der Öl- und Gasbranche an. Damit wurde auch ein vor über zwei begonnener Streik abgewendet. Eine Verschärfung des Arbeitskampfes drohte, die norwegische Ölbranche vollends lahmzulegen. Hauptstreitpunkt war die Gewerkschaftsforderung nach einer Vorruhestandsmöglichkeit ab einem Alter von 62 Jahren. Norwegen ist der zweitgrößte Gaslieferant für Europa. Größte Abnehmer sind Deutschland, Frankreich und Großbritannien.

Der Versicherer Allianz räumt Probleme mit seiner 2009 gegründeten Bankentochter ein. "Mit der Allianz-Bank sind wir sicher nicht zufrieden", sagte Markus Rieß, Vorstandschef der Allianz Deutschland AG, in einem vorab veröffentlichten Interview mit der Zeitung "Die Welt". Die Allianz hatte die Tochter nach dem Verkauf der Dresdner Bank ins Leben gerufen, um weiterhin Bankprodukte über ihre Vertreter zu vertreiben. Bei der Allianz-Bank sind allerdings nach wie vor keine schwarzen Zahlen in Sicht. "Das war für 2014 geplant, aber das werden wir ganz sicher nicht erreichen, wann das gelingen wird, hängt nicht zuletzt vom Marktumfeld ab", sagte Rieß. Die Allianz-Bank hatte rund 350.000 Kunden übernommen, die die Allianz-Vertreter in den Jahren zuvor für die Dresdner Bank angeworben hatten. "Die strategische Überlegung hinter der Idee halte ich weiterhin für tragfähig: Die Vertreter sollen Kunden, die sie eng an sich binden wollen, auch einfache Bankprodukte anbieten können", sagte Rieß. "Allerdings muss man zugestehen, dass wir bisher nicht die Erfolge haben, die wir uns davon versprochen hatten."

Volkswagen will einem Medienbericht zufolge in Zentralchina ein neues Werk bauen. Die Fabrik solle in Zusammenarbeit mit dem Partner China FAW Group in der Stadt Wuhan entstehen, berichtete Automotive News China am Montag unter Berufung auf lokale Medien. Manager von Europas größtem Autobauer und China FAW stünden in intensiven Gesprächen mit der Stadtverwaltung. Ein VW-Sprecher war zunächst nicht zu erreichen. VW hatte im vergangenem Jahr angekündigt, in der Volksrepublik über Joint Ventures 14 Milliarden Euro für neue Werke und Produkte auszugeben. Marken wie Audi und Skoda mit eingerechnet hatte VW in China in den ersten fünf Monaten dieses Jahres mit 1,08 Millionen Fahrzeugen 17,5 Prozent mehr abgesetzt.


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