Börse Frankfurt: Der Dax steigt – das Risiko auch

Börse Frankfurt: Der Dax steigt – das Risiko auch

, aktualisiert 02. November 2011, 18:10 Uhr
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Griechenland ist wieder Top-Thema am heutigen Handelstag.

Quelle:Handelsblatt Online

Lange ließen sich die Anleger von der Ankündigung des Referendums beeindrucken. Doch eine starke Eröffnung der US-Börsen und die näher rückende Krisensitzung zur Rettung Griechenlands machte den Anlegern wieder Mut.

Frankfurt/DüsseldorfDie Märkte sind wieder volatil: Nach einem wechselhaften Morgen und einem Stillstand zur Mittagszeit konnte der Dax am Ende doch noch deutlich zulegen. Der Leitindex beendete den heutigen Handelstag mit einem Plus von 2,3 Prozent auf 5.966 Punkte. Die zweite Reihe ging ebenfalls stark aus dem Handel. Der MDax lag 1,7 Prozent im Plus auf 8.880 Punkte und der TecDax gewann 1,4 Prozent hinzu auf 683 Zähler.

Der Mittwoch war geprägt von der gestrigen Ankündigung des Referendums in Griechenland. Der Dax stürzte am Dienstag im Anschluss an diese Nachricht über fünf Prozent ins Minus. Viele Anleger waren deswegen auch heute noch verunsichert und wollten kein Risiko eingehen. Zwischenzeitlich fiel der Dax sogar ins Minus. Am Nachmittag fassten die Börsianer dann, ermuntert von der freundlichen Eröffnung der US-Börsen, doch noch Mut und leiteten einen Kursanstieg ein. Sein Tageshoch markierte der Dax bei einer Marke von 5.991 Punkte.

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Trotz des starken Kursanstiegs hielt sich die Euphorie aber in Grenzen. Experten wiesen darauf hin, dass der Anstieg des Dax nicht durch elementare Nachrichten unterstützt werde. „Dies ist nur eine überfällige technische Gegenreaktion und kein Auftakt einer größeren Erholung“, betonte ein Börsianer. „Wir bewegen uns immer noch am Abgrund einer Rezession.“ Der Volksentscheid in Griechenland, über den noch kaum Details bekannt sind, wird demnach die Anleger noch lange in Atem halten und die Volatilität der Märkte vergrößern.

Spannend wird es nach Börsenschluss. Dann findet im Vorfeld auf den G20-Gipfel in Cannes eine Krisensitzung zwischen Bundeskanzlerin Merkel, Frankreichs Staatspräsident Sarkozy und Griechenlands Ministerpräsident Papandreou sowie den Spitzen der EU und des IWF statt. In der Konferenz werden sich die internationalen Geldgeber über das weitere Vorgehen im Falle Griechenland beraten und das griechische Staatsoberhaupt wird sich erklären müssen.

Vom G20-Gipfel in Cannes erwarten die Börsianer indes substanzielle Neuigkeiten. „Egal was sie entscheiden, Hauptsache sie entscheiden und es gibt ein Ergebnis, das nicht gleich wieder obsolet ist“, sagte ein Börsianer. „Jeder Investor, der auf eine kurzfristige Beilegung der Euro-Krise gewettet hatte, hat an den vergangenen Tagen ein schlechtes Geschäft gemacht.“

Neben der Krisensitzung zur Rettung Griechenlands stehen heute Spekulationen um weitere Stützungsmaßnahmen für die labile US-Wirtschaft durch die amerikanische Notenbank Fed im Fokus. Zwar rechnen nur wenige Börsianer mit konkreten Ankündigungen, doch Fed-Chef Bernanke dürfte sich die Tür für derartige Schritte offen halten.

Positiv fielen die Prognosen der US-Beschäftigungszahlen aus. Einer am Mittwoch veröffentlichten Erhebung der privaten Arbeitsagentur ADP zufolge stieg die Zahl der Jobs um 110.000. Analysten hatten lediglich mit einem Plus von 101.000 gerechnet.

Die US-Börsen konnten von den erfreulichen Zahlen profitieren und halten sich durchgehend im positiven Bereich auf. Der Dow Jones notierte nach Frankfurter Börsenschluss 1,4 Prozent fester auf 11.819 Punkte, der breiter gefasste S&P-500 lag 1,4 Prozent im Plus auf 1.235 Zähler und der Nasdaq-100 stieg um 0,7 Prozent auf 2.313 Punkte.

Auf dem deutschen Aktiemarkt traf die Nachricht des Referendums in Griechenland die Bankwerte am härtesten. Ein Nein der Griechen zu den Sparmaßnahmen würde wohl zu einer vollständigen Insolvenz des Hellenstaates führen und damit würde der sicher geglaubte 50-prozentige Schuldenschnitt auf der Kippe stehen. Vor diesem Hintergrund mieden gestern viele Anleger die Bankaktien. Heute zeigte sich eine Gegenreaktion und im Zuge der am Nachmittag anziehenden Marktdynamik konnten die Finanztitel deutlich zulegen. Die Deutsche Bank notierte 2,6 Prozent höher auf 28,66 Euro und die Commerzbank verzeichnete einen Zuschlag von 2,9 Prozent auf 1,66 Euro.


Fresenius enttäuscht die Anleger

Anteilsscheine von MAN fielen heute trotz mäßiger Zahlen positiv auf. Der Lastwagenbauer verkündete heute, dass er mehr Lastkraftfahrzeuge verkaufen konnten als erwartet. Jedoch führte die nachlassende Wirtschaftsdynamik im dritten Quartal dazu, dass MAN trotz der guten Verkaufszahlen weniger verdiente. Positiv auf die Aktien wirkte sich indes die Nachricht über eine mögliche Aufstockung der MAN-Anteile durch VW aus. „Es kursiert, dass VW seinen Anteil an MAN erhöhen könnte“, sagte ein Händler. VW lehnte einen Kommentar zu den Gerüchten ab. Von MAN hieß es, derzeit gebe es keinerlei Indikation, dass VW seinen Anteil weiter aufstockt. Die Anleger schienen trotzdem von dem Gerücht überzeugt zu sein und trieben die Aktien auf ein Plus von 4,9 Prozent. Anteilsscheine von Volkswagen schlossen angesichts eines brummenden US-Geschäfts und steigender Renditen der Tochter Audi sechs Prozent höher.

Deutsche-Börse-Aktien können von den gegenwärtigen Marktturbulenzen profitieren. Die Marktschwankungen haben dafür gesorgt, dass im Oktober Geschäfte in einer Gesamthöhe von 110 Milliarden Euro getätigt wurden. Die Anteilsscheine des Börsenbetreibers beendeten den heutigen Handelstag mit einem Plus von vier Prozent auf 39,10 Euro und gehörten damit zu den stärksten Werten im Dax.

Nach einer Meldung über einen möglichen Verkauf der Warenhauskette Kaufhof durch den Mutterkonzern Metro standen die Aktien des Handelsriesen im Fokus der Anleger. Als möglicher Käufer der Kaufhofkette gilt der Karstadt-Retter Nicolas Berggruen. Die Anleger honorierten den Verkaufswillen von Metro-Chef Eckhard Cordes mit Aktienzukäufen und verhalfen der Metro-Aktie 1,4 Prozent ins Plus auf 33,54 Euro.

Fresenius Medical Care (FMC) gehörten heute zu den schwächsten Dax-Werten. Grund dafür waren heute veröffentlichte Geschäftszahlen. Diese hätten leicht unter den Prognosen gelegen, sagte ein Börsianer. Marktanalyst Heino Ruland von Ruland Research betonte, FMC habe zwar seine Ziele angehoben, diese lägen aber im Rahmen der Erwartungen. Die Papiere verloren zunächst deutlich, konnten sich aber zu Handelsschluss mit einem Zugewinn von 0,2 Prozent leicht ins Plus retten.

Einer der stärksten Werte im MDax waren heute die Papiere des zuletzt stark gescholtenen Druckmaschinenbauers Heidelberger Druck. Die Aktien gingen mit einem Plus von 5,4 Prozent in den vorbörslichen Handel. Am Vortag waren sie im Zuge der globalen Talfahrt um 8,7 Prozent abgerutscht. Die Analysten der Deutschen Bank haben ihr Kursziel für den weltgrößten Druckmaschinenbauer auf zwei Euro gesetzt. Seit Jahresbeginn haben die Titel knapp 65 Prozent an Wert verloren und sind damit das Schlusslicht im MDax.

Der Euro hat die Talfahrt der vergangenen Handelstage vorerst gestoppt. Am Abend stand die Gemeinschaftswährung bei 1,3744 US-Dollar. Ein Dollar kostete damit 0,7274 Euro.

Gold konnte von der um sich greifenden Panik profitieren. Der Preis des Edelmetalls lag bei 1733 Dollar je Feinunze. Gold wird von Anlegern weiterhin als sicherer Hafen gesehen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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