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Börse Frankfurt: Der Dax wartet auf Impulse aus Amerika

Quelle: Handelsblatt Online

Zahlreiche Quartalsergebnisse an der Wall Street dürften in dieser Woche die Kurse an den Aktienmärkten bewegen. Der Dax liegt vorbörslich auf dem Freitagsniveau.

Der Dax am Freitag. Quelle: Reuters
Der Dax am Freitag. Quelle: Reuters

FrankfurtDer Dax bewegt sich vorbörslich nur wenig. Das Marktbarometer pendelt um den Freitagsschluss von 6.557 Punkten. Im Gegensatz zu den europäischen Börsen steuert die Wall Street auf eine bewegte Woche zu. Eine ganze Reihe von Firmenbilanzen, Konjunkturzahlen und der Halbjahresbericht von US-Notenbankchef Ben Bernanke vor dem Kongress in Washington werden die Anleger kräftig auf Trab halten. Es gibt keinen Tag, an dem nicht Zwischenberichte oder Daten anstehen.

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Bei den Bilanzen rechnen Experten nach Daten von Thomson Reuters im zweiten Quartal inzwischen insgesamt nur noch mit einem Gewinnwachstum der Firmen von fünf Prozent. Anfang April waren sie noch von mehr als neun Prozent ausgegangen. Die Erwartungen sind mittlerweile so nach unten geschraubt, dass die Quartalsberichte eigentlich nur noch besser ausfallen und möglicherweise eine Rally der Erleichterung auslösen können, lautet das Credo. Seit einem Monat tritt der S&P 500 mehr oder weniger auf der Stelle.

Neben den bekanntesten Namen der Finanzbranche wie Bank of America, Morgan Stanley, Citigroup, Goldman Sachs und American Express fordern große Marken wie CocaCola, Johnson & Johnson, Chip-Hersteller wie Intel und AMD sowie Technologiekonzerne wie Microsoft, Yahoo oder IBM Aufmerksamkeit - zumindest kurzfristig. Denn die Reports der Riesen dürften nicht wie gewohnt das Börsengeschehen bestimmen: Auch wenn die anlaufende Berichtssaison natürlich Beachtung findet, bleiben die Hauptrichtungsgeber doch Schuldenkrise, Konjunkturperspektiven sowie die hohe Liquidität von den Notenbanken für die Börsen, meinen die Analysten der Landesbank Berlin.

In Sachen Schuldenkrise bewege die Ausgestaltung über das Paket zur spanischen Bankenrettung die Diskussion, urteilen die Analysten der DZ Bank. Die endgültige Entscheidung darüber steht Ende der Woche auf dem Sondergipfel der Finanzminister der Euro-Zone an. Und auf Hinweise zur weiteren Richtung der US-Geldpolitik lauern Investoren am Dienstag, wenn Fed-Chef Ben Bernanke vor den Politikern des US-Kongresses spricht. Somit dürften die Aktienmärkte nach Ansicht der Analysten anfällig für Schwankungen bleiben. Die US-Aktien sollten allerdings die inzwischen sehr niedrigen Bewertungen - trotz zurückgehender Gewinnprognosen - vor stärkeren Kursrückschlägen bewahren, meinen die DZ Banker.

Aber in Europa liegen die Prognosen ihrer Ansicht nach noch immer zu hoch. Spätestens ab dem dritten Quartal drohten den Firmen in Europa angesichts der lahmenden Weltkonjunktur Gewinnrevisionen, meinen die Analysten.

Am Freitag beendeten die wichtigsten Aktienbörsen allerdings den Handel mit Gewinnen. Neue Zahlen zum Wirtschaftswachstum Chinas und der hohe Nettogewinn der US-Bank JP Morgan beflügelte die Aktienkurse. Der deutsche Standardwerteindex Dax legte um gut zwei Prozent zu. Der Euro-Zonen-Index Euro Stoxx 50 sowie der New Yorker Dow-Jones-Index stiegen um gut ein Prozent.

Eher unbeeindruckt zeigten sich Investoren von der Herabstufung der Bonität Italiens durch die Ratingagentur Moody's. Obwohl Moody's die Kreditwürdigkeit des hochverschuldeten Landes um zwei Stufen auf mittlere Bonität "Baa2" herunterstufte, brachte Italien ohne größere Probleme Anleihen im Volumen von 5,25 Milliarden Euro auf den Markt. Für Bonds mit Laufzeit von drei Jahren muss das Land deutlich weniger Zinsen zahlen als noch im Juni. Die Rendite der zehnjährigen italienischen Anleihe stieg infolge der Herabstufung leicht um 0,14 Prozentpunkte auf 6,03 Prozent.

Im Gegenzug sank deren Kurs leicht. Die zu den sichersten Zinspapieren zählenden deutschen Bundesanleihen pendelten sich in der vergangenen Woche auf ein wieder niedrigeres Renditeniveau um 1,25 Prozent ein, da Anleger angesichts der Unsicherheit ihr Geld in Qualitätspapiere stecken. Diese Tendenz dürfte laut Analysten vorerst weiter anhalten. In dieser Woche wollen Deutschland, Frankreich und Spanien Bonds über insgesamt 17 Milliarden Euro auf den Markt bringen. Belastet hat die Herabstufung Italiens aber den Euro, wie Händler berichten. Gegenüber dem Dollar liegt er nur wenig über seinem Zwei-Jahrestief von knapp 1,22 Dollar.


Die Woche an den Märkten

Konzernergebnisse, Konjunkturzahlen und der Euro-Gipfel


Montag Über die Lage US-Konjunktur geben gleich drei Daten Aufschluss: der Industrieindex der New York Fed für Juli, der Einzelhandelsumsatz für Juni und die Lagerbestände für Mai. Aus Deutschland kommen die Beschäftigten im verarbeitenden Gewerbe für Mai. Der Internationale Währungsfonds veröffentlicht seinen Weltwirtschaftsausblick und Finanzstabilitätsbericht. Citigroup, H&M und SEB legen Zahlen vor.

Dienstag Das Mannheimer Forschungsinstitut ZEW stellt seinen Konjunkturbericht für Deutschland im Juli vor. Weitere relevante Daten kommen aus den USA mit den Verbraucherpreisen und der Industrieproduktion für Juni. Für Spannung sorgt die Rede des US-Fed-Chefs Ben Bernanke zur Geldpolitik vor dem Kongress. Coca-Cola, Goldman Sachs, Intel, Johnson & Johnson und Yahoo berichten.

Mittwoch Die US-Notenbank Fed stellt ihren Konjunkturbericht "Beige Book" vor. Die Bank of England veröffentlicht ihr Protokoll zur geldpolitischen Sitzung von Anfang Juli. Aus Washington kommen die US-Wohnbaubeginne für Juni. American Express, Bank of America, EBAY, Ericsson, Honeywell und IBM legen Zahlen vor.

Donnerstag Aus den USA kommen Frühindikatoren, der Industrieindex Philadelphia Fed und Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe für die Woche. Adva, Akzo Nobel, Alstom, AMD, Blackstone, Delticom, Microsoft, Morgan Stanley, Nokia, Novartis, Sundisk und Verizon legen Zahlen vor.

Freitag In Brüssel treffen sich die Euro-Finanzminister. Deutsche Erzeugerpreise für Juni werden veröffentlicht. General Electric, OMV, Scania und Vodafone berichten.

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