Börse Frankfurt: Die Herbstrally ist beendet

Börse Frankfurt: Die Herbstrally ist beendet

, aktualisiert 31. Oktober 2011, 21:03 Uhr
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Nur noch zum Haareraufen: der deutsche Leitindex rauscht kräftig in den Keller.

von Nicolas Fuchshofen, dpa und Reuters Quelle:Handelsblatt Online

Der deutsche Leitindex beschließt den Tag, an dem er nicht ein einziges Mal im Plus gestanden hatte, mit deutlichen Abschlägen. Besonders betroffen sind mal wieder die Finanzwerte, auch die europäischen.

FrankfurtDer diesjährige Oktober war für die Dax-Anleger der beste seit Auflage des Indizes vor 23 Jahren. Der letzte Handelstag des Monats hat den Anlegern aber keine Freude gemacht: der deutsche Leitindex fällt deutlich zurück und ging mit einem Minus von 3,23 Prozent 6.141 Punkten aus dem Handel. Nachdem die Beschlüsse des Euro-Gipfels in der vergangenen Woche an den Börsen euphorisch aufgenommen worden waren, melden sich nun die Bedenkenträger zurück. Aus Furcht vor möglichen Fallstricken bei den Gipfel-Beschlüssen zur Bekämpfung der europäischen Schuldenkrise nutzten einige Aktienanleger die Gelegenheit zu Gewinnmitnahmen.

Er gehe davon aus, dass in den kommenden Tagen einige Haare in der Suppe der Euro-Rettungspläne gefunden würden, sagte Marktstratege Stan Shamu von IG Markets. „Die mäßige Nachfrage bei der italienischen Anleihe-Emission am Freitag ist ein Zeichen für die Zweifel der Investoren, dass die Krise wirklich eingedämmt werden kann“, fügte er hinzu. Italien hatte seine Bonds nur mit rekordhohen Zinsen bei Investoren platzieren können.

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Zu den Verlierern zählten europaweit die Finanzwerte, die in der Vorwoche dank der Erleichterung rund um die Gipfel-Beschlüsse teilweise zweistellige prozentuale Kursgewinne verbucht hatten. Im Dax büßten Deutsche Bank-Aktien 8,6 Prozent auf 30,34 Euro und Commerzbank-Titel 7,9 Prozent auf 1,78 Euro ein. In der Vorwoche hatten Deutsche Bank allerdings 19,3 und Commerzbank 14,4 Prozent gewonnen. Die französischen Bankenwerte Societe Generale und BNP Paribas verloren je mehr als sechs Prozent, Italiens Intesa Sanpaolo und UniCredit vier bis sechs Prozent.

Klare Indizien für einen Abschwung gibt es - zumindest in Deutschland - aber nach wie vor nicht. Auch die am Morgen veröffentlichten Einzelhandelszahlen für das dritte Quartal fielen gut aus. Die Einzelhändler steigerten ihren realen Umsatz um 0,5 Prozent im Vergleich zum Vorquartal, teilte das Statistische Bundesamt mit. Im Großhandel fiel das Plus mit 1,8 Prozent noch deutlicher aus. Experten sagen deshalb für das dritte Quartal einen kräftigen Anstieg des Bruttoinlandsproduktes voraus. „Da auch die Industrieproduktion im dritten Quartal kräftig gewachsen ist, erwarten wir insgesamt für die deutsche Wirtschaft ein Wachstum um mehr als einem halben Prozent“, sagte Commerzbank-Analystin Ulrike Ronsdorf.


Continental nimmt Fahrt auf

Der Autozulieferer Continental hat von der hohen Nachfrage seiner Kundschaft im dritten Quartal kräftig profitiert - und musste trotzdem um 4,8 Prozent auf 54,19 Euro abgeben. Branchenexperten gehen im Schnitt davon aus, dass der Umsatz von Juli bis September binnen Jahresfrist um 13 Prozent geklettert ist. Noch stärker stieg demnach der bereinigte Betriebsgewinn, der den Prognosen zufolge um fast die Hälfte anschwoll. Das Unternehmen aus Hannover will am Donnerstag über die Geschäftsentwicklung im dritten Quartal 2011 berichten.

Der Nutzfahrzeug- und Maschinenbauer MAN hat nach Einschätzung von Analysten im dritten Quartal Umsatz und Gewinn weiter gesteigert, wenn auch deutlich langsamer als zuletzt. Während im Geschäft mit Lastwagen und Bussen Zuwächse erwartet werden, rechnen die Experten mit Rückgängen bei Großmotoren, Turbomaschinen und Getrieben. MAN will am Mittwoch über die Entwicklung im dritten Quartal 2011 berichten. Im ohnehin schwachen Gesamtmarkt kamen die Titel mit einem Minus von fast fünf Prozent unter die Räder.

Dem Baukonzern Hochtief, dessen Aktien bis Handelsschluss drei Prozent einbüßten, kehren weitere Topmanager den Rücken. In der Bausparte „Solutions“ gehen der Vorstandsvorsitzende Henner Mahlstedt und Finanzchef Heiner Helbig, wie der Essener Konzern mitteilte. Die beiden hätten nach der Mehrheitsübernahme durch den spanischen Großaktionär ACS ein Sonderkündigungsrecht genutzt. Eine Veränderung gibt es auch bei der Hochtief-Tochter „Concessions“: Dort geht Vorstandsmitglied Bernward Kulle - ebenfalls wegen „unterschiedlicher strategischer Auffassungen“.

Der Windenergiekonzern Nordex, der 0,7 Prozent einbüßte, wurde von den schlechten Nachrichten des Konkurrenten mit nach unten gezogen. Sie litten den ganzen Handelstag unter der Gewinnwarnung des dänischen Konkurrenten Vestas, deren Aktien an der Kopenhagener Börse um bis zu 26 Prozent einbrachen. Die Papiere des spanischen Windkraftanlagen-Bauers Gamesa verbilligten sich um bis zu acht Prozent.

Quelle:  Handelsblatt Online
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