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Börse Frankfurt: Die Talfahrt des Dax könnte weiter gehen

Quelle: Handelsblatt Online

Vorbörslich bleibt die Stimmung am deutschen Aktienmarkt schlecht. Die Vorgaben aus Amerika und Asien sind mäßig. Vor allem die Eurokrise belastet. Im Blickpunkt steht die Aktie der Deutschen Bank.

Der Dax am Donnerstag Quelle: Reuters
Der Dax am Donnerstag Quelle: Reuters

FrankfurtDer Dax tendiert weiter nach unten. Vorbörslich sahen Händler den Index bei 6660 Zählern. Am Donnerstag hatte das Marktbarometer nach einer Berg- und Talfahrt 0,9 Prozent tiefer bei 6671 Zählern geschlossen.

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Wichtige Konjunkturdaten stehen heute an. Der Geschäftsklimaindex des Münchener Ifo-Instituts könnte den Handel bestimmen. Schon vor dem Börsenstart werden die deutschen Verbraucherpreise vom März erwartet.

Die Vorgaben aus Amerika sind mäßig. An der Wall Street kam trotz guter Zahlen von Ebay und Morgan Stanley keine gute Stimmung auf. Schwache Arbeitsmarktdaten und Gerüchte, Frankreich könnte die Herunterstufung durch eine Rating-Agentur bevorstehen, sorgten für Verunsicherung. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte mit einem Abschlag von 0,5 Prozent bei 12964 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index schloss bei 1376 Zählern, ein Minus von 0,6 Prozent. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 0,8 Prozent auf 3007 Punkte.

Aus der Unternehmenswelt berichten Atoss Software, Teles, Zooplus, General Electric, Honeywell, Kimberly-Clark, McDonalds und Schlumberger. In Deutschland steht die Hauptversammlung von Merck an.

Fit für 2018“ lautet die neueste Devise von Merck. Das Jahr ist mit Bedacht gewählt: Dann feiert der Darmstädter Chemie- und Pharmakonzern sein 350-jähriges Bestehen – ein seltenes Jubiläum in der deutschen Industrie.

Hinter der Fixierung auf 2018 steckt aber auch strategisches Kalkül. Denn nach etlichen Fehlschlägen in der Forschung hat sich bei Deutschlands drittgrößtem Pharma- und fünftgrößtem Chemiehersteller eine Kluft aufgetan zwischen einer aktuell noch soliden Geschäftsentwicklung und mittelfristig eher unsicheren Perspektiven. Maximal sechs Jahre bleiben Firmenchef Karl-Ludwig Kley und seiner neu formierten Führungsmannschaft, um das zu ändern. Sonst läuft der Konzern Gefahr, mit seinen beiden wichtigsten Geschäftsfeldern in eine Abwärtsspirale zu geraten.

Nach zwei mageren Jahren verbuchte die Merck-Aktie 2011 mit 28 Prozent Kursgewinn die stärkste Entwicklung im Leitindex Dax. Dabei dürfte freilich nicht nur die Zuversicht eine Rolle spielen, dass die Merck-Führung endlich strukturelle Defizite anpackt. Anlass zur Korrektur der Bewertung gab letztlich wohl auch die Erkenntnis, dass das operative Geschäft vorerst noch rundläuft – ungeachtet der Forschungsausfälle.

Die Deutsche Bank sieht weiter keinen Bedarf für Kapitalmaßnahmen, um die strengeren Vorschriften Basel III zu erfüllen. "Wir erwägen keine Kapitalerhöhung", sagte ein Sprecher der Bank. Er wies damit einen Bericht der Online-Ausgabe des "Wall Street Journal" zurück, wonach das größte deutsche Geldhaus eine Kapitalmaßnahme über drei Milliarden Euro vorbereitet.

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