Börse Frankfurt: Erholungsversuch gescheitert - Dax setzt Talfahrt fort

Börse Frankfurt: Erholungsversuch gescheitert - Dax setzt Talfahrt fort

, aktualisiert 22. November 2011, 22:47 Uhr
Bild vergrößern

Und abermals hat sich der Dax am Ende des Tages für eine weitere Kellerfahrt entschieden.

Quelle:Handelsblatt Online

Der Blick auf die Anleiherendite der verschuldeten Euro-Staaten und schwache US-Daten machten den deutschen Anlegern am Dienstag Angst und Bange. Der Dax kann auch nach sechs Handelstagen im Minus nicht von der Talfahrt lassen.

FrankfurtNach sechs Handelstagen in Folge mit Kursverlusten ist auch am siebten Tag die Negativstimmung, trotz einer längeren positiven Handelsphase, nicht vom Aktienmarkt gewichen. Am späten Nachmittag schloss der deutsche Leitindex 1,2 Prozent tiefer bei 5.537 Punkten, nachdem er gestern bereits mehr als drei Prozent verloren hatte. Am Mittag hatte er noch einen Tageshöchststand von 5.682 Punkten erreicht. Der MDax mittelgroßer Werte verlor 1,1 Prozent auf 8.208 Punkte, der Technologieindex TecDax lag 0,7 Prozent im Minus bei 643 Zähler.

Die wieder anziehenden Renditen der hochverschuldeten Euro-Staaten belasteten den Leitindex laut Börsianern ebenso wie unerwartet schwache Wachstumsdaten aus den USA. Helaba-Analyst Ralf Umlauf bezeichnete die im Vergleich zur ersten Schätzung nach unten korrigierte BIP-Wachstum im dritten Quartal als enttäuschend. Positiv sei dagegen die angehobenen Zahlen zum Außenhandel.

Anzeige

Die Nervosität am Markt bleibt Börsianern zufolge hoch. Aktien drehten nach anfänglichen Gewinnen ins Minus und folgten damit erneut dem Rentenmarkt, an dem die Renditen insbesondere der hochverschuldeten Staaten der Eurozone (PIIGS) deutlich anzogen.

Der Euro hat am Dienstagnachmittag seine Gewinne zum US-Dollar komplett eingebüßt. Die Gemeinschaftswährung notierte bei 1,3489 Dollar, nachdem sie am Mittag noch bis auf 1,3568 Dollar geklettert war. Händler begründeten den Rückgang damit, dass Anleger ihre Positionen glattstellten, nachdem Daten ein langsameres Wachstum der US-Wirtschaft als bisher angenommen signalisiert hatten. Der als Anti-Krisenwährung genutzte Dollar legte dagegen zur japanischen Währung um 0,2 Prozent auf 77,09 Yen zu.

Angesichts neuer Sanktionen gegen den Iran ist der Ölpreis am Dienstag gestiegen. Die Furcht vor zunehmenden Spannungen in der Golfregion sorgte dafür, dass sich das Fass der Nordsee-Sorte Brent um ein Prozent auf 107,84 Dollar verteuerte. Der Preis für US-Leichtöl stieg um 1,2 Prozent auf 98,09 Dollar je Barrel. Die USA, Kanada und Großbritannien belegten das iranische Bankensystem mit Sanktionen. Auch zur Öl-Industrie im Iran sollen die Verbindungen gestutzt werden. Die drei westlichen Länder reagierten damit auf den Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), demzufolge das iranische Atomprogramm auch die Entwicklung von Kernwaffen zum Ziel haben könnte.

Spekulationen auf eine bevorstehende Kapitalerhöhung haben am Dienstag die Commerzbank-Aktien in der Spitze um 15 Prozent auf ein Rekordtief von 1,12 Euro gedrückt. Die Aktien waren nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters unter Druck geraten, wonach das Geldhaus Finanzkreisen zufolge deutlich mehr Kapital als bisher angenommen braucht. Das Institut wolle den Bedarf bis Mitte 2012 über den Abbau von Risikopositionen (RWA) decken, hieß es in den Kreisen.

Nach der Anhebung der Prognose von Südzucker haben Anleger am Dienstag ordentlich zugegriffen. Die Aktien stiegen um 8,1 Prozent und führten damit die Gewinnerliste im MDax an. Händler beschrieben die Prognose-Anhebung als äußerst überraschend. Die Analysten der NordLB stuften die Aktien hoch auf „kaufen“ von „halten“ und erhöhten das Kursziel um einen auf 24 Euro. Sie begründeten dies unter anderem damit, dass auch das nächste Geschäftsjahr trotz der Schuldenkrise mit ansehnlichen Ergebnissen aufwarten dürfte.


Lufthansa rechnet mit gebremsten Wachstum

Die Lufthansa rechnet im kommenden Jahr angesichts der abflauenden Wirtschaft mit einem gebremsten Wachstum in der Luftfrachtbranche. „Es wird ein schwieriges Jahr, aber wir erwarten in etwa drei Prozent Wachstum für die Luftfrachtbranche“, sagte Lufthansa-Cargo-Vorstandsmitglied Andreas Otto am Montagabend in Frankfurt. Obgleich es Anzeichen für eine Abschwächung gebe, werde diese voraussichtlich nicht so kräftig ausfallen wie im Jahr 2009. Zwar sei im ersten Quartal oder ersten Halbjahr 2012 ein Nullwachstum möglich, das zweite Halbjahr werde aber besser ausfallen. „Wir erwarten keine Rezession“, sagte der Manager. Lufthansa Cargo bereitet sich darauf vor, im Bedarfsfall auch kurzfristig Kapazitäten zu senken, sollte die Nachfrage flauer ausfallen als erwartet. Die im Dax notierte Aktie der Fluggesellschaft lag 3,2 Prozent im Minus.

Eine Kursziel-Senkung durch JPMorgan hat Wacker Chemie am Dienstag ins Minus gedrückt. Die Aktien des Spezialchemie-Konzerns gaben 4,4 Prozent nach. Angesichts der schwächeren Nachfrage aus der Chip-Branche und einem Polysilizium-Überangebot müsse mit rückläufigen Gewinnen gerechnet werden, schrieb Analyst Martin Evans in einem Kommentar. Er kürze seine Prognosen für den Überschuss 2012 und 2013 um 63 beziehungsweise 53 Prozent. Das Kursziel senke er auf 50 von 83 Euro.

Anders herum hat ein positiver Kommentar von JPMorgan Kabel Deutschland am Dienstag Auftrieb gegeben. Die Aktien des Kabelnetzbetreibers gehörten mit einem Plus von 1,5 Prozent zu den Gewinnern im MDax. Er rechne für die Jahre 2012 bis 2016 mit einem durchschnittlichen Umsatzplus von fünf Prozent, schrieb Analyst Hannes Wittig in einem Kommentar. Beim operativen Gewinn erwarte dank steigender Margen 2012/2013 ein Plus von zehn Prozent. Er nahm Kabel Deutschland in die „Analyst Focus List“ von JPMorgan auf.

Die Deutsche Post wird das Briefgeschäft ihrer Billig-Tochter First Mail zum Jahresende einstellen. Von den insgesamt rund 1600 Beschäftigten würden - inklusive 910 Auszubildenden - knapp 1100 vom Mutterkonzern übernommen, erklärte ein Sprecher am Dienstag. Die Verträge der rund 500 befristet Beschäftigten würden dagegen nicht verlängert. Die Post hatte First Mail zur Disposition gestellt, nachdem deren Billig-Tarife durch die Bundesnetzagentur und mehrere Gerichtsurteile unter Druck geraten waren. Die Papiere des Dax-Konzerns verloren 1,1 Prozent.


Quelle:  Handelsblatt Online
Anzeige
Immobilien-Wertfinder:Was Mieten und Kaufen in Ihrer Region kostet
Immobilien-Wertefinder

Mit unserem interaktiven Tool finden Sie Interessierte Mieten und Kaufpreise in ihrem Viertel und ihrer Straße. Mehr...

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%