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Börse Frankfurt: EZB-Entscheidung dämpft die Stimmung

Quelle: Handelsblatt Online

Die Enttäuschung über die Zurückhaltung der Europäischen Zentralbank wirkt nach, die Vorgaben aus Übersee sind schwach. Vorbörslich liegt der Dax einige Punkte im Minus. Für Bewegung dürften Quartalszahlen sorgen.

Ein Händler an der Frankfurter Börse. Am Donnerstag hat der Dax mehr als zwei Prozent verloren. Quelle: Reuters
Ein Händler an der Frankfurter Börse. Am Donnerstag hat der Dax mehr als zwei Prozent verloren. Quelle: Reuters

FrankfurtDie Aussagen der Europäischen Zentralbank vom Donnerstag wirken nach. Die Stimmung an den Märkten bleibt erst mal mau. Gut zwei Stunden vor Handelsstart taxiert der Londoner Broker IG Markets das deutsche Standardwertebarometer bei 6.601 Punkten und damit fünf Punkte schwächer als gestern. Im Kampf gegen die Euro-Krise hält sich die EZB - anders als von manchem Händler erhofft - zunächst mit Ankäufen von Anleihen klammer Euro-Staaten zurück. EZB-Präsident Mario Draghi sagte nach dem Ratstreffen am Donnerstag, zunächst sei die Politik am Zuge und müsse die Rettungsschirme am Anleihenmarkt aktivieren. Die EZB werde nicht automatisch handeln, sondern selbst darüber entscheiden.

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Der Dax hatte daraufhin mehr als zwei Prozent auf 6.606 Punkte verloren. Auch die Erwartungen an der Wall Street hat die EZB enttäuscht. Die wichtigsten Indizes schlossen am Donnerstag klar im Minus. „Draghi hat nichts gesagt, was aufregend war, und uns vorgeführt wie einen Haufen Trottel beim Poker“, zeigte sich Todd Schoenberger von der Blackbay Group in New York verärgert. „Die Investoren und die Händler sind sauer.“ Der japanische Aktienmarkt ist am Freitag ebenfalls mit Verlusten in den Handel gegangen. Keine guten Vorgaben für den Dax also.

Für Bewegung könnten Quartalszahlen sorgen: Die Allianz hat sich im zweiten Quartal überraschend gut geschlagen. Der operative Gewinn stieg um knapp drei Prozent auf 2,36 Milliarden Euro, unter dem Strich blieben 1,32 (Vorjahr 1,07) Milliarden hängen, wie Europas größter Versicherer am Freitag in München mitteilte. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt nur mit einem Überschuss von 1,19 Milliarden Euro gerechnet. Im Vorjahr hatten Abschreibungen auf griechische Staatsanleihen die Bilanz verhagelt. Ähnlich hohe Sonderlasten fielen dieses Mal nicht an.

"Unser operatives Geschäft ist stabil und bleibt auf Kurs", sagte Konzernchef Michael Diekmann. Er bekräftigte zugleich das Ziel, im Gesamtjahr 2012 operativ 7,7 bis 8,7 Milliarden Euro verdienen zu wollen. Getragen wurde das Ergebnis von steigenden Gewinnen in der Lebensversicherung und der Vermögensverwaltung. Die Kernsparte Schaden/Unfall schnitt dagegen von April bis Juni schlechter ab als im Jahr zuvor.

Mit Spannung wird auch der US-Arbeitsmarktbericht für den Monat Juli erwartet, der am Nachmittag veröffentlicht wird.

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