
FrankfurtDer Dax dürfte wenig verändert beginnen. Darauf deuten die ersten Handelsaktivitäten am Morgen vor Beginn des Präsenzhandels hin. Am Vortag hatte das Marktbarometer ein Prozent verloren und bei 6732 Punkten geschlossen. Die großen Indizes an der Wall Street verloren bis zu 0,6 Prozent. Die Börse in Tokio schloss sich dem Verlustzug heute an.
Die Aktie von Volkswagen steht erneut im Blickpunkt. Denn heute steht die VW-Hauptversammlung an. Zur Wahl in den Aufsichtsrat von Europas größtem Autokonzern steht eine Frau, deren Werdegang sie nicht zwangsläufig für diesen Posten prädestiniert: Ursula Piëch, laut Einladung zur Hauptversammlung „Kindergärtnerin und Horterzieherin mit zusätzlichem Prüfungsfach Wirtschaft und Recht (derzeit kein ausgeübter Beruf)“.
VW-Patriarch Ferdinand Piëch will heute von den Aktionären als Aufsichtsratschef bestätigt werden und mit der Berufung seiner 19 Jahre jüngeren Gattin in das Gremium den Einfluss der Familie Piëch auf den Konzern sichern.
Doch unter wichtigen Anteilseignern stößt Piëchs Projekt auf entschiedenen Widerstand: „Wir wollen gegen die Nominierung Piëchs und seiner Frau stimmen, da das unserer Meinung nach gegen die Grundsätze guter Unternehmensführung verstößt“, sagte Ingo Speich, Fondsmanager bei der Gesellschaft Union Investment, dem Handelsblatt. Man wirf dem VW-Patriarchen vor, dass dieser „als Aufsichtsratsvorsitzender nicht für eine hinreichende Zahl von unabhängigen Vertretern in dem Gremium sorgt“.
Ebenfalls gegen Piëch votiert Hans-Christoph Hirt, Manager des britischen Pensionsfonds Hermes: „VW ist ein Aushängeschild der deutschen Wirtschaft und setzt so leider ein schlechtes Beispiel für andere Unternehmen und den Wirtschaftsstandort Deutschland.“ Auch die Deutsche-Bank-Tochter DWS schließt sich dem Protestzug an.
Positiv entwickelt sich die deutsche Wirtschaft. Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute erwarten nach Informationen des Handelsblatt, dass die Wirtschaftsleistung 2013 um stattliche zwei Prozent zunimmt. Dieses Jahr seien trotz des schwachen Starts noch 0,9 Prozent Wachstum realistisch, erfuhr das Handelsblatt aus Kreisen, die mit dem Frühjahrsgutachten vertraut sind, das heute veröffentlicht wird.
Die Wirtschaftsforscher sind damit deutlich optimistischer als die Regierung, die bislang für dieses Jahr lediglich einen Zuwachs der Wirtschaftsleistung von 0,6 Prozent erwartet. Ein Prozent mehr Wirtschaftsleistung entspricht rund 26 Milliarden Euro.
Weniger gefährlich als vielfach befürchtet ist nach Ansicht von Wissenschaftlern auch der Anstieg der Ölpreise. Droht womöglich gar eine neue Ölkrise wie in den 70er-Jahren, fragen sich viele? Doch ein dreiköpfiges Forscherteam um Ifo-Konjunkturchef Kai Carstensen gibt in einer neuen empirischen Studie Entwarnung: Denn längst nicht jeder Öl- und Benzinpreisschock hat die gleichen negativen Folgen für die Konjunktur. Die für die deutsche Gesamtwirtschaft enorm wichtige Exportindustrie profitiert sogar nicht selten von höheren Ölpreisen.
Basis der Forschungsarbeit ist eine detaillierte Analyse von Daten über Angebot und Nachfrage auf dem globalen Öl-Markt, der Entwicklung der Weltwirtschaft und der deutschen Konjunktur zwischen 1973 und 2011. Dabei zeigt sich: Die Konjunktur-Effekte höherer Treibstoffpreise stehen und fallen damit, welche Ursachen den Sprit teurer machen – Ölpreisschock ist längst nicht gleich Ölpreisschock.
Auf ganzer Linie gefährlich für die Wirtschaft wird es nur dann, wenn es wie in den 70er-Jahren zu Produktions- oder Lieferengpässen auf dem Ölmarkt kommt, urteilen die Wissenschaftler.
Wichtige Zahlen kommen heute wieder aus Spanien. Das Land begibt heute Anleihen mit Laufzeiten bis 2014 und 2022. Frankreich kommt mit Papieren bis 2014, 2015, 2017 und 2018.
Weitere Unternehmen berichten über den Verlauf des ersten Quartals, unter anderem Bank of America, Boston Scientific, Microsoft, Morgan Stanley, Philip Morris, Sandisk, Southwest Airlines, New York Times und Verizon.
Wer sich heute nicht mit Aktien anfreunden mag, kann sich alternativ mit Oldtimern beschäftigen. Erstaunliche Renditen erzielen viele alte Schätzchen, insbesondere Modelle aus dem Haus Daimler. Knapp 170 Prozent haben nach den Berechnungen der Südwestbank die Mercedes-Modelle W 108 und W 109 in den vergangenen sieben Jahren an Wert gewonnen. Wer sich nicht erinnern kann: Das waren die Vorgänger der luxuriösen S-Klasse, die von 1965 bis 1972 gebaut wurden. 1720 Fahrzeuge sind in Deutschland noch zugelassen. 22.900 Euro muss man im Schnitt momentan dafür hinlegen.






















