Börse Frankfurt: Italien und US-Börsen belasteten Dax zu stark

Börse Frankfurt: Italien und US-Börsen belasteten Dax zu stark

, aktualisiert 14. November 2011, 19:08 Uhr
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Blick in den Handelssaal der Deutschen Börse in Frankfurt. Bis zum Handelsschluss gab es keine positiven Nachrichten mehr.

Quelle:Handelsblatt Online

Der deutsche Leitindex hatte bis zum Abend mit den Nachwirkungen der italienischen Anleiheauktion und der schwachen Eröffnung der Wall Street zu kämpfen. Ackermann will nicht in Aufsichtsrat der Deutschen Bank wechseln.

FrankfurtNach einem freundlichen Start am Morgen konnte der deutsche Leitindex seine Gewinne nicht lange behaupten. Verlief der Vormittag noch sehr volatil, konnte der Dax bis zum Handelsschluss dem deutlichen Minus von 1,19 Prozent auf 5.985 Punkten nicht mehr entfliehen.

Generell hatten Aktienanleger in Europa zurückhaltend auf den Regierungswechsel in Italien reagiert. Zwar hoffen viele Investoren, dass die neue Übergangsregierung die drittgrößte Volkswirtschaft der Eurozone aus der Krise führt. Aber es werde sehr schwer für Ministerpräsident Mario Monti, die notwendigen Sparmaßnahmen durchzusetzen und wirtschaftliches Wachstum anzustoßen, hieß es in einem Marktkommentar der RBS.

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Denn der Rücktritt von Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi und die Nominierung des früheren EU-Kommissars Mario Monti haben die Investoren nicht beruhigen können. Italien musste am Montag für die Aufnahme neuer Schulden einen deutlich höheren Preis zahlen als noch Mitte Oktober. Die Zinsen für fünfjährige Anleihen stiegen von 5,32 Prozent auf 6,29 Prozent. Allerdings lagen sie unter dem Wert vom Freitag, der auf dem Sekundärmarkt, wo bereits ausgegebene Staatspapiere gehandelt werden, noch 6,437 Prozent erreicht hatte. Insgesamt nahm Italien am Montag neue Schulden in Höhe von fünf Milliarden Euro auf.

Wegen wachsender Zweifel an der Reformpolitik war Italien zuletzt verstärkt ins Visier der Finanzmärkte geraten. Das Land will unter dem neuen Ministerpräsidenten und früheren EU-Kommissar Mario Monti einen politischen Neuanfang nach der Ära des langjährigen Regierungschefs Silvio Berlusconi wagen. Die hoch verschuldete, drittgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone muss rasch das Vertrauen der Märkte zurückgewinnen und Reformen auf den Weg bringen.

Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann verzichtet nach seinem Ausscheiden aus dem Vorstand auf ein Aufrücken in den Aufsichtsrat. Die „extrem herausfordernden Verhältnisse auf den internationalen Finanzmärkten und im politisch-regulatorischen Umfeld“ erforderten den vollen Einsatz Ackermanns als Bankchef, teilte die Bank am Montag mit. Dies lasse keinen Raum für die für einen Wechsel in den Aufsichtsrat notwendigen Einzelgespräche mit Aktionären. Die Aktien der Deutschen Bank verloren

Einigermaßen halten konnten sich die Aktien von Adidas mit einem Gewinn von 1,35 Prozent. Händler verwiesen auf positives Feedback nach einer Investorenveranstaltung in der vergangenen Woche. Zudem hatte es am Wochenende in den Medien Berichte gegeben, wonach Puma seinen Umsatz bis 2015 auf vier Milliarden Euro steigern wolle. Händler sagten, das sei auch positiv für Adidas. Weiter hieß es am Markt, wahrscheinlich profitiere die Aktie auch von der Platzierung von Hugo-Boss-Anteilen. Anleger dürften teils in Adidas-Papiere ausweichen.

Die Furcht vor einem Platzen der Fusion mit der Nyse Euronext hat der Deutschen Börse Händlern zufolge zugesetzt. Die Titel des Börsenbetreibers gingen mit einem Minus von 2,82 Prozent aus dem Handel. „Es geht die Angst um, dass die Fusion scheitern könnte“, sagte ein Händler in Frankfurt. Deutsche-Börse-Chef Reto Francioni beharrte am Montag im Streit mit der EU-Kommission auf seiner Position zum Derivatemarkt. Der Streit mit der EU gilt als die größte Hürde vor dem transatlantischen Zusammenschluss.

Japans Wirtschaft ist erstmals seit vier Quartalen wieder gewachsen. Wie die Regierung am Montag auf vorläufiger Basis bekanntgab, stieg das Bruttoinlandsprodukt zwischen Juli und September um eine hochgerechnete Jahresrate von 6,0 Prozent. Zuvor hatte sich Japans Wirtschaftsleistung in Folge des Erdbebens und des Tsunamis vom 11. März empfindlich abgeschwächt. Im Vergleich zum Vorquartal legte die Wirtschaft um 1,5 Prozent zu. Zur Erholung trug der Export und der Privatkonsum bei. Doch der Ausblick ist trübe: Ein Abschwung der Weltwirtschaft, die Schuldenkrise in Europa sowie der teure Yen stellen eine weitere Bedrohung für das stark exportabhängige Land dar.


Die Erneuerbaren haben es schwer

Der Tiefbauspezialist Bauer hofft nach einem durchwachsenen Jahr auf bessere Geschäfte 2012. „Der hohe Auftragsbestand lässt für 2012 und die Folgejahre bei der Gesamtkonzernleistung Wachstumschancen von jährlich 5 bis 10 Prozent erwarten“, sagte Vorstandschef Thomas Bauer am Montag bei der Vorlage der Zahlen zum dritten Quartal. Unter dem Strich verdiente der Konzern nur 14,2 Millionen Euro, nach 21 Millionen im Jahr zuvor. Neben den vollen Auftragsbüchern stimmt Bauer aber vor allem die Aussicht auf einen Milliardenauftrag aus dem Irak zuversichtlich. Die Aktie des Unternehmens gewann 1,05 Prozent.

Mit Enttäuschung aufgenommene Geschäftszahlen haben Solarworld am Montag ins Minus gedrückt. Die Aktien verbilligten sich um fast 15 Prozent. Die Solarindustrie hat ihr letztes Glanzlicht verloren: Branchenprimus Solarworld verbuchte erstmals seit seiner Aufnahme in den TecDax im Jahr 2004 einen Quartalsverlust. Ein weiteres Novum: Konzernchef Frank Asbeck musste seine Jahresprognose kappen. Der „Sonnenkönig“ stellt sich auf magere Zeiten ein.

„Ich erwarte im kommenden Jahr einen weiteren Preisrückgang um zehn Prozent“, sagte Asbeck am Montag im Reuters-Interview. Damit sei die Branche nahe an den Produktionskosten, nur noch einstellige Margen seien möglich. Dann habe die Solarindustrie ähnliche Konditionen wie die Halbleiterbranche. „Willkommen in der Realität“, bemerkte Asbeck lakonisch. Gleich ob Solarworld oder Q-Cells, die Zahlen der Unternehmen machen derzeit nicht viel Hoffnung. Q-Cells rutschte nach der Vorlage von Zahlen zeitweise sogar um fast 30 Prozent ab und gingen nur unwesentlich stärker aus dem Handel.

Der Hamburger Windkraftanlagenbauer Nordex leidet unter den Folgen der Staatsschuldenkrise in Europa. Dennoch konnten sich die Anteilsscheine des Unternehmens mit 2,9 Prozent im Plus halten. Die Großbanken hielten sich mit der Finanzierung von Großprojekten wieder stärker zurück, sagte Vorstandschef Thomas Richterich am Montag bei einer Telefonkonferenz. In der Folge hätten sich einige internationale Aufträge etwa für einen Windpark in Griechenland verschoben. Deshalb rechnet das Unternehmen mit Sitz in Hamburg in diesem Jahr nun mit einem Verlust vor Zinsen und Steuern von rund 20 Millionen Euro.

US-Unternehmen berichten

In den USA präsentieren in dieser Woche noch mit Microsoft, Dell, Home Depot und Wal-Mart prominente Namen ihre Zahlen. Da diese Namen ebenfalls über die Konsumlaune der Amerikaner einen starken Aufschluss geben, könnte sich das bisher schon positive Bild über den privaten Konsum bis zum Wochenende noch verfestigen.

Von der Konjunkturseite stehen am morgigen Dienstag die Daten zum deutschen Bruttoinlandsprodukt (BIP) im dritten Quartal sowie die Umfrage des Mannheimer ZEW im Mittelpunkt. Klaus Schrüfer von der spanischen Großbank Santander rechnet damit, dass sich das BIP um ein halbes Prozent zum zweiten Quartal verbessert hat und sogar um 2,6 Prozent im Vergleich zum dritten Quartal 2010.

Quelle:  Handelsblatt Online
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