
Kann der Dax die kräftigen Gewinne von gestern verteidigen? Nach der positiven Prognose des Alu-Riesen Alcoa und Hoffnung auf Zinssenkungen in China legte schaffte der Dax ein Plus von 2,4 Prozent auf 6163 Punkte. Nach ersten Indikationen dürfte der Index leicht im Minus starten. Der Dow-Jones-Index schloss 0,6 Prozent höher bei 12.462 Punkten. Der Nikkei steht aktuell bei 0,2 Prozent im Plus bei 8435 Punkten.
Analysten warnen vor einer Überbewertung des allgemeinen Kursaufschwungs, da dieser zuletzt mit niedrigen Umsätzen einherging. „Das ist alles andere als idealtypisch", sagt Christian Schmidt von der Helaba, der noch „kein tragfähiges Fundament" für einen weiteren Aufschwung der Aktienkurse sieht.
Neben den verwirrenden und teils widersprüchlichen Aktionen zur Entspannung der Euro-Schuldenkrise gilt der sorgenvolle Blick der Börsianer vor allem der Weltkonjunktur. Denn ungeachtet der jüngst positiven Wirtschaftsmeldungen sind die Gefahren einer globalen Rezession noch nicht gebannt. Im Gegenteil – dort, wo Regierungen zur Reduzierung ihrer Schulden auf der einen Seite sparen und auf der anderen Seite Steuern und administrative Abgaben erhöhen, wird Wachstum verhindert.
Angesichts der stark angespannten Lage geht die Mehrheit der Marktteilnehmer davon aus, dass die Notenbanken auch in den kommenden Monaten als Handlanger der Regierungen fungieren und die Finanzmärkte mit noch mehr billigem Geld überschwemmen werden. Für die anstehende geldpolitische Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) rechnen Ökonomen mit entsprechenden Schritten. EZB dürfte Leitzins senken „Wir erwarten, dass die EZB den Leitzins um 25 Basispunkte senken wird", hieß es beim Finanzhaus Jefferies.
Doch nicht nur das: Die Experten des Hauses erwarten auch im Februar eine Senkung des Euro-Leitzinses um weitere 25 Basispunkte. Im Monat März werde es dann durch die EZB zu weiteren monetären Eingriffen in Form des Rückkaufs von Staatsanleihen – als „Quantitatives Easing" bezeichnet – kommen. Andere Marktteilnehmer schließen nicht aus, dass Europas Finanzmärkte wegen der riesigen Schuldenblase „japanische Verhältnisse" erleben.
Zehnjährige Yen-Renditen waren im Rahmen der Schuldenkrise Japans von 8,23 Prozent im Jahr 1990 bis 2003 auf 0,445 Prozent gefallen. Japan hat sich bis heute nicht aus der tiefen Rezession befreien können. Zum Vergleich: Zehnjährige Bundesanleihen rentieren heute mit 1,88 Prozent.
Noch in dieser Woche stehen Anleiheauktionen in Spanien und Italien an, die die Märkte fest im Blick haben. Anleger reagierten jedoch erleichtert darauf, dass die Rating-Agentur Fitch Frankreich die Top-Bonitätsnote „AAA“ in diesem Jahr voraussichtlich nicht entziehen wird. Die US-Börsenaufsicht drängte die heimischen Banken zur Preisgabe von mehr Informationen über ihre Engagements in europäischen Bonds.
Einige Termine dürften für Anleger heute interessant sein. Kurz vor Börsenstart präsentiert das statistische Bundesamt die Daten zum Bruttoinlandsprodukt 2011. Um zehn Uhr folgt die italienische Defizitquote für das dritte Quartal. Um 16.00 Uhr veröffentlicht das ifo Institut den ökonomischen Ausblick für die Eurozone.
Wichtiger dürften Daten aus den USA sein. Nach Börsenschluss veröffentlicht die Notenbank FED den Konjunkturbericht Beige Book (20.00 Uhr) Unternehmenszahlen sind heute rar. Lufthansa uns SAS präsentieren Verkehrszahlen, Douglas lädt zur Bilanzkonferenz. Außerdem veröffentlicht Cropenergies Geschäftszahlen.








