Börse Frankfurt: Panik an der Börse - Dax stürzt um mehr als fünf Prozent ab

Börse Frankfurt: Panik an der Börse - Dax stürzt um mehr als fünf Prozent ab

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Ein kleiner Teil der DAX-Kurve

Während die US-Börsen ruhen, herrscht am deutschen Aktienmarkt Ausverkaufsstimmung. Der Dax beschleunigt seine Talfahrt. Sein Zweijahrestief hat der Leitindex durchbrochen. Besonders hart trifft es die Deutsche Bank.

Der Dax ist am Montag auf den tiefsten Stand seit September 2009 abgesackt. Nach einem sehr schwachen Start weitete der deutsche Leitindex seine Verluste bis auf 5,7 Prozent auf 5.223 Punkte aus. Aktienhändlerin Anita Paluch von ETX Capital verwies auf den enttäuschenden US-Arbeitsmarktbericht vom vergangenen Freitag, der neben der Wall Street auch schon die asiatischen Aktienmärkte belastet hatte. Zudem richte sich die Aufmerksamkeit wieder stärker auf die Eurozone und insbesondere auf die zunehmenden Sorgen, ob Griechenland die notwendigen Reformen schaffe. Als weiteren Belastungsfaktor sah Marktanalystin Louise Cooper von BGC Partners die ungeachtet massiver EZB-Käufe wieder gestiegenen Renditen für italienische Staatsanleihen, nachdem Ministerpräsident Silvio Berlusconi sein Sparpaket verwässert hat.

Der MDax der mittelgroßen Werte büßte 5,4 Prozent auf 8.357 Punkte ein und der Technologiewerte-Index TecDax sackte um 4,8 Prozent auf 694 Punkte ab. Auf der Suche nach "sicheren Anlagehäfen" nahmen Investoren Kurs auf Bundesanleihen und Gold .

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"Es werden wieder die altbekannten Themen - Euro-Schuldenkrise und Sorgen um US-Rezession - gespielt", sagte ein Börsianer. Da die Wall Street wegen des Labor-Day-Feiertags in den USA geschlossen sei, müsse mit dünnen Umsätzen gerechnet werden. "Somit sollte man sich auf einen kaufarmen Handelstag einstellen, bei dem wieder die eine oder andere Absurdität zu beobachten sein wird." Zu den größten Verlierern im Dax zählte die Deutsche Bank, deren Aktien 9,6 Prozent abrutschten. Damit notierten sie auf dem niedrigsten Stand seit März 2009. In den USA steht das Institut wegen umstrittener Hypothekengeschäfte vor Gericht. Darüber hinaus ermitteln die britischen Aufsichtsbehörden einem Zeitungsbericht zufolge wegen Betrugsverdacht gegen die Deutsche Bank. Auch die Titel der Commerzbank sackten sechs Prozent ab.

Goldpreis knapp unter Rekordhoch

AT&T muss der Deutschen Telekom beim einem Platzen des Verkaufs von T-Mobile USA einem Insider zufolge unter bestimmten Umständen nicht die vereinbarte Entschädigung von rund sechs Milliarden Dollar zahlen. "Es gibt eine Reihe von bestimmten Optionen, unter den der Vertrag nicht zustande kommt", sagte eine mit dem Vertrag vertraute Person am Montag zu Reuters. So sei der Deal unter anderem daran gebunden, dass der Wert von T-Mobile USA infolge von Kartellauflagen bis zum Abschluss nicht unter eine gewisse Schwelle falle. Zudem müsse die Übernahme innerhalb einer festgelegten Zeit über die Bühne gehen. Die Telekom-Aktie baute ihre Verluste daraufhin etwas aus, sie lag 1,6 Prozent im Minus bei 8,59 Euro. Das Unternehmen wollte sich zu dem Thema nicht äußern.

Der Goldpreis ist am Montag erstmals seit fast zwei Wochen wieder über die Marke von 1.900 Dollar gesprungen und stand nur knapp unter dem Rekordhoch von 1.913,50 Dollar. Getrieben von einer weiterhin hohen Unsicherheit an den Finanzmärkten und starken Kursverlusten an den Aktienbörsen sprang der Preis für das gelbe Edelmetall zeitweise auf ein Tageshoch bei 1903 US-Dollar je Feinunze (etwa 31 Gramm). Im weiteren Handelsverlauf ist der Goldpreis wieder etwas zurückgefallen und stand gegen Mittag bei 1892,74 Dollar. Das sind 8,94 Dollar mehr als am Freitag.

Deutsche Staatsanleihen gefragt wie nie

Angesichts der unklaren Perspektiven für den Euro haben sich Investoren am Montag aus der Gemeinschaftswährung zurückgezogen. Der Euro fiel den fünften Handelstag in Folge bis auf 1,4113 (spätes Vorwochengeschäft: 1,4205) Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit Mitte August. Vor einer Woche war er gut vier US-Cent teurer gehandelt worden. Händler begründeten das Absacken der Gemeinschaftswährung mit den immer neuen Schlagzeilen zur Schuldenkrise: Die Sparanstrengungen Italiens beschreiben Analysten als halbherzig.

Deutsche Staatsanleihen sind bei Investoren gefragt wie nie zuvor. Zu Wochenbeginn sorgte der Ansturm auf die als extrem sicher geltenden Papiere für abermals starke Kursgewinne am deutschen Rentenmarkt. Die Rendite der richtungsweisenden Bundesanleihe mit zehnjähriger Laufzeit sank daher am Montag auf ein Rekordtief deutlich unter zwei Prozent. Experten führen die außergewöhnlich starke Nachfrage nach sicheren Anlagen vornehmlich auf zwei Gründe zurück: Schwächere Konjunkturdaten in wichtigen Volkswirtschaften und die nach wie vor ungelöste Schuldenkrise in der EU.

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