
Frankfurt, DüsseldorfDer Deutsche Aktienindex knackte gestern erstmals seit Anfang August die Marke von 6.500 Punkten. Beflügelt von der Niedrigzinspolitik der US-Notenbank stieg der Dax in der Spitze auf 6.559 Zähler und schloss bei 6.540 Punkten und einem Plus von 1,8 Prozent. Der Euro Stoxx 50 Index gewann 1,6 Prozent. Auch wenn die Entscheidung der Fed einen eher pessimistischen Ausblick auf die Konjunktur anzeigt, freuten sich Anleger über die zugesagte Unterstützung der Notenbank. Im späten Handel verlor der Dax gestern allerdings wieder 20 Punkte und wird heute leicht im Minus erwartet.
Die Konjunktursorgen könnten im heutigen Handel mehr zum tragen kommen, wenn Zahlen zum US-Wirtschaftswachstum im vierten Quartal und zur Stimmung der Verbraucher im Januar bekanntgegeben werden. Unternehmenszahlen kommen heute ebenso hauptsächlich aus den USA: Altria, Chevron, Procter & Gamble, Honeywell und Ford berichten über ihr letztes abgeschlossenes Quartal.
Besonders gefragt unter den deutschen Aktienwerten waren gestern Zykliker. Weit vorne im Dax standen die Aktien von Thyssen-Krupp und Lufthansa. Letztere profitierte dabei wie alle Airlines vom verhalten optimistischen Ausblick des britischen Billigfliegers Easyjet, dessen Aktie um zeitweise mehr als zwölf Prozent stieg.
Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte zum Handelsschluss mit einem Minus von 0,2 Prozent bei 12.734 Punkten. Im Handelsverlauf pendelte das Marktbarometer zwischen 12.695 und 12.841 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index schloss bei 1.318 Punkten, ein Minus von 0,6 Prozent. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 0,5 Prozent und ging mit 2805 Punkten aus dem Handel.
An den Märkte reagierte der Dollar am meisten auf die Fed. Er gab wie schon am Vorabend gegenüber den meisten Währungen nach. Der Euro stieg zum Greenback auf bis zu 1,3181 Dollar und damit den höchsten Stand seit sechs Wochen. Die Dollar-Schwäche ließ Investoren zudem bei den in der US-Währung berechneten Anlageklassen Kupfer, Gold und Öl zugreifen.
Als definitiv positive Nachrichten für den Gesamtmarkt verbuchten Börsianer zudem, dass die Stimmung der deutschen Verbraucher laut Forschungsinstitut GfK auf den höchsten Stand seit einem Jahr gestiegen ist. Aus den USA überraschten die höher als erwartete Auftragseingänge langlebiger Güter im Dezember, und Italien schaffte es erneut, sich günstiger Geld zu leihen.
Rom verkaufte zweijährige Nullkuponanleihen über 4,5 Milliarden Euro. Die Rendite von knapp 3,8 Prozent lag über einen Prozentpunkt unter der bei der Platzierung vor einem Monat. Daneben stockte Italien noch eine inflationsindexierte Anleihe um 500 Millionen Euro auf. Das animierte Investoren im Handel auch zum Kauf länger laufender italienischer Bonds. Entsprechend sank die Rendite der zehnjährige Staatsanleihe erstmals seit Mitte Oktober unter die Marke von sechs Prozent. Auch die Renditen spanischer Bonds fiel.
Die Rendite der in neun Jahren fälligen Anleihen aus Irland fiel unter sieben Prozent. Denn auch von der Insel gab es positive Nachrichten. Dublin hatte am Vortag erstmals seit dem Antrag auf Hilfskredite im November 2010 einen vorsichtigen Schritt zurück auf den Anleihemarkt gewagt. Die Regierung bot Investoren an, die im Januar 2014 fällige Anleihe mit einer Rendite von 4,9 Prozent gegen einen ein Jahr länger laufenden Bond mit einer Rendite von 5,15 Prozent zu tauschen. Gestern wurde bekannt, dass die angestrebten 3,5 Milliarden Euro tatsächlich getauscht wurden.
Irlands Premier Enda Kenny wertete das als Vertrauensbeweis. Er bekräftigte, dass sich Irland ab 2013 wieder teilweise und ab 2014 wieder komplett selbständig über Anleihen refinanzieren will.






















