Börse Frankfurt: Rom und Athen bescheren Dax kräftiges Plus

Börse Frankfurt: Rom und Athen bescheren Dax kräftiges Plus

, aktualisiert 11. November 2011, 17:53 Uhr
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Heute gab es an der Börse allen Grund zur Freude. Die politische Entwicklung in Italien und Griechenland ließ Anleger aufatmen.

Quelle:Handelsblatt Online

Italiens Senat billigte das Sparpaket, Berlusconis Rücktritt kommt damit immer näher. Griechenlands Übergangsregierung steht nun fest. Anleger waren erleichtert und ließen den Dax deutlich höher schließen.

DüsseldorfDas sich abzeichnende Ende der Regierungskrise in Italien sorgte am letzten Wochenhandelstag für ein Kursfeuerwerk. Der Dax schloss 3,2 Prozent höher bei 6.057 Punkten. Der Leitindex hatte nach der Entscheidung des italienischen Senats und der Vereidigung der griechischen Regierung am Nachmittag seine Gewinne deutlich ausgebaut. Der EuroStoxx legte ebenfalls drei Prozent zu.

Für Kauflaune sorgte, dass der italienische Senat am Nachmittag Reform- und Sparpaket gebilligt hatte. Es war der erste entscheidende Schritt zur Beendigung der tiefen Regierungskrise in Rom. Ministerpräsident Silvio Berlusconi hatte am Dienstag seinen Rücktritt angekündigt, sobald das Gesetzespaket mit den von der EU verlangten Reformen beide Kammern des Parlaments passiert hat. Die Abstimmung in der großen Kammer, dem Abgeordnetenhaus, wird an diesem Samstag erwartet.

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Entwarnung kam auch vom Rentenmarkt. Die Renditen der zehnjährigen italienischen Papiere lagen bei 6,740 Prozent und damit unter der kritischen Sieben-Prozent-Marke. Am Mittwoch waren sie mit 7,5 Prozent auf den höchsten Stand seit Einführung des Euro gestiegen.

In Griechenland steht die Einigung auf die Besetzung der Übergangsregierung. Der bisherige Finanzminister Evangelos Venizelos von der PASOK-Partei behält sein Amt. Der neue Ministerpräsident, der Papandreou ablöst, ist wie erwartet Papademos.

Politischer Etappensieg sorgt für Beruhigung

„Im Moment sieht es nach Entspannung aus. Das kann aber bei der momentanen Lage sehr schnell wieder anders aussehen“, brachte ein Händler die Stimmung auf den Punkt. Börsianer warnten einhellig vor zu viel Euphorie. „Für eine Entwarnung ist es noch viel zu früh. Der Markt braucht hundertprozentige Sicherheit, was die Politik in Italien und Griechenland angeht“, sagte ein Händler.

„Die jüngsten politischen Entwicklungen in Europa sind ermutigend“, sagte Philippe Gijsels, Chef-Analyst bei BNP Paribas Fortis Global Markets. „Sie reichen aus, um den Markt zu stabilisieren.“

Außerdem fürchteten diejenigen Investoren, die auf weiter fallende Kurse spekulierten, mögliche Fortschritte am Wochenende. Daher schlössen sie ihre Positionen, um nicht auf dem falschen Fuß erwischt zu werden. „Ein Führungswechsel ist sicher gut für Italien und Griechenland“, sagte Fondsmanager Richard Greenwood, dessen Arbeitgeber Bedlam Asset Management ein Vermögen von 700 Millionen Dollar verwaltet. „Es ändert aber nichts an der Notwendigkeit, die verschärften Sparmaßnahmen durchzubringen und ändert auch nichts an den schwächeren Wachstumsaussichten. Die neuen Regierungen stehen vor denselben Hürden und diese Hürden wachsen von Tag zu Tag.“

Von den Dax Schwergewichten legte die Allianz eine stark gesunkene Quartalsbilanz vor. Die Turbulenzen auf den Finanzmärkten hatten Europas größten Versicherer noch viel härter getroffen als gedacht. Der Überschuss brach von Juli bis September auf 258 Millionen Euro ein. Analysten hatten im Schnitt mit 566 Millionen Euro Gewinn gerechnet. Hauptursache für den starken Rückgang waren Abschreibungen auf Aktien, vor allem im Finanzsektor, und griechische Staatsanleihen. Insgesamt summierten sich die Wertminderungen im nicht-operativen Geschäft auf 931 Millionen Euro. Trotzdem war die Aktie sehr beliebt. Sie schloss 5,6 Prozent höher.

„Alles in allem sind wir positiv überrascht über die starke Entwicklung der Allianz im operativen Geschäft“, kommentierte Analyst Philipp Häßler von Equinet den Zwischenbericht. Er bewertete den überraschend schwachen Nettogewinn als nicht sehr negativ.


SMA Solar überrascht Anleger

Investoren hielten sich beim Kauf von Aktien des Düngemittel- und Salzherstellers K+S überwiegend zurück. Das Papier gab morgens stark nach und war damit zeitweise der einzige Dax-Verlierer. In einem freundlicherem Umfeld konnte sie jedoch aufholen und schloss nur 0,2 Prozent niedriger. Am Donnerstag hatten die K+S-Papiere wegen eines vorsichtigen Ausblicks des Unternehmens bereits um 4,7 Prozent nachgegeben. K+S hatte seine Prognose für 2011 leicht gesenkt und stellte für das kommenden Jahr lediglich stagnierende Umsätze und Gewinne in Aussicht. Einige Experten senkten am Freitag ihre Kursziele für die Aktien, darunter die Analysten von Equinet. Sie beließen die Bewertung auf „Buy“, geben nun allerdings nur noch ein Kursziel von 57 Euro nach zuvor 67 Euro aus.

Der Stahlkonzern Salzgitter AG hat in den ersten neun Monaten dieses Jahres einen deutlichen Gewinnanstieg verbucht. Das Nachsteuerergebnis erhöhte der Konzern deutlich auf 114,7 Millionen Euro (Vorjahr: 3,9 Millionen), wie das Unternehmen am Freitag in Salzgitter mitteilte. Grund für den Anstieg seien die guten Geschäfte in den Bereichen Stahl, Handel und Technologie. Die Aktie legte bis zum Handelsschluss 4,9 Prozent zu.

Weiterhin legte SMA-Solar seinen Quartalsbericht vor. Im dritten Quartal verbuchte der Wechselrichter-Weltmarktführer bei einem Umsatzminus von beinahe 25 Prozent auf 477,2 Millionen Euro einen Rückgang des operativen Gewinns um rund 60 Prozent auf 75 Millionen Euro. Der Nettogewinn sank gleichermaßen auf 53 Millionen Euro. Damit schnitt SMA aber besser ab als erwartet. An der Börse wurde der TecDax-Wert dafür belohnt: Die Aktie schloss 10 Prozent höher. Die Aktie des Konkurrenten Solarworld legte 17,7 Prozent zu.

Der kriselnde Immobilienkonzern IVG hat es im dritten Quartal gerade noch in die Gewinnzone geschafft. Unter dem Strich verdiente das Bonner Unternehmen drei Millionen Euro, wie es am Freitag mitteilte. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (18,3 Millionen) war das zwar ein herber Gewinneinbruch - doch im zweiten Quartal hatte IVG den Markt noch mit einem Verlust von fast 70 Millionen Euro schockiert. Nach neun Monaten blieb die Gesellschaft in den roten Zahlen stecken. Daran dürfte sich auch im Gesamtjahr nichts ändern. Börsianer griffen bei der inzwischen nur noch im SDax notierten Aktie dennoch zu: Das Papier verteuerte sich bis zum Handelsschluss um 30 Prozent.

US-Verbrauchervertrauen verbessert

Der Index von Reuters und der Universität Michigan stieg im November nach vorläufigen Berechnungen vom Freitag auf 64,2 Punkte von 60,9 Zählern im Vormonat und damit auf den höchsten Stand seit Juni. Volkswirte hatten im Schnitt mit 61,5 Punkten gerechnet. Der von Anlegern und Volkswirten stark beachtete Index gilt als wichtiges Konjunkturbarometer, das die Stimmung und das Kaufverhalten der US-Verbraucher im Voraus anzeigt. Die Konsumausgaben machen
rund zwei Drittel der Wirtschaftsleistung der USA aus.

Quelle:  Handelsblatt Online
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