Börse Frankfurt: Wilders und Washington halten Anleger auf Trab

Börse Frankfurt: Wilders und Washington halten Anleger auf Trab

, aktualisiert 13. März 2017, 06:56 Uhr
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Seit Ende Februar pendelt der Dax wieder um die Marke von 12.000 Punkten.

Quelle:Handelsblatt Online

Diese Woche blicken Anleger auf Mittwoch: Wird mit Geert Wilders ein Rechtspopulist Regierungschef der Niederlande und signalisiert die Notenbank Federal Reserve wegen der kräftigen US-Konjunktur raschere Zinserhöhungen?

Frankfurt„Geert Wilders' Partei schlägt sich in den Umfragen zwar gut, wird wohl aber nicht genügend Stimmen erhalten, um an die Regierung zu kommen“, sagt Jaisal Pastakia, Investment Manager beim Vermögensverwalter Heartwood. „Allerdings könnte ein signifikanter Aufschwung für die Populisten die Nervosität vor den anstehenden Wahlen in Frankreich und Deutschland schüren.“ In der alten Woche kam der Dax kaum vom Fleck. Er pendelte um die Marke von 12.000 Punkten und schloss am Freitag etwas tiefer. Auf Wochensicht gab er ein halbes Prozent ab. Der New Yorker Leitindex Dow Jones ging dank überraschend starker US-Arbeitsmarkdaten, die die Erwartung einer Zinsanhebung stützen, leicht im Plus aus dem Handel. Auf Wochensicht verlor er aber ebenfalls 0,5 Prozent.

Wilders hatte im Wahlkampf wiederholt die marokkanische Minderheit im Land angegriffen. Außerdem lehnt er den Euro und die Europäische Union ab. Derweil zeichnet sich in Frankreich Umfragen zufolge für die erste Runde der dortigen Präsidentschaftswahl Ende April ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem unabhängigen Kandidaten Emmanuel Macron und Marine Le Pen ab. Die Chefin des rechtsextremen Front National will ihr Land aus der Euro-Zone führen. Die Stichwahl in Frankreich ist am 7. Mai. Der Bundestag wird im Herbst gewählt.

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Zur Wochenmitte wird zudem die Fed in Washington den Leitzins wohl um 25 Basispunkte auf 0,75 bis ein Prozent anheben. Investoren sehen nach Reuters-Daten die Wahrscheinlichkeit hierfür bei knapp 90 Prozent. Im Dezember hatte die Fed für 2017 drei Schritte signalisiert. „Angesichts der starken Konjunktur in den USA dürfte besagter Dreh an der US-Zinsschraube für die Märkte durchaus verdaubar sein“, betont Analyst Gregor Kuhn vom Brokerhaus IG Markets. „Auf der anderen Seite eignet sich dieser Zinsschritt wiederum als potenzieller Auslöser für Gewinnmitnahmen.“

Wenige Stunden vor der Fed-Entscheidung werden in den USA Inflationszahlen und die Einzelhandelsumsätze veröffentlicht. Der private Konsum gilt als Hauptstütze der weltgrößten Volkswirtschaft. Andere Konjunkturdaten spielen in der neuen Woche nur die zweite Geige. Dies gilt Börsianern zufolge für die US-Frühindikatoren am Freitag ebenso wie für die europäischen Inflationsdaten am Donnerstag und den deutschen ZEW-Konjunkturindex am Dienstag. Letzterer spiegelt die Stimmung der Börsianer wider.

Ebenfalls am Mittwoch läuft die Aussetzung der US-Schuldenobergrenze aus. Da die darin festgelegte Summe von 20,04 Billionen Dollar nahezu ausgeschöpft sei, müsse die Regierung den Kongress dazu bewegen, die Aussetzung zu verlängern oder die Schuldengrenze erneut anzuheben, erklärt Analyst Andy Cossor von der DZ Bank. „Sonst droht dem Land innerhalb weniger Monate das Geld auszugehen.“ Mitch McConnell, republikanischer Mehrheitsführer im Senat, signalisierte bereits Kompromissbereitschaft.

Neben der Niederlande-Wahl und dem Fed-Zinsentscheid könnte der große Verfall am Freitag – im Börsenjargon Hexensabbat genannt – in der neuen Woche für zusätzliche Turbulenzen sorgen. In den Tagen zuvor schwanken die Aktienkurse üblicherweise stark, weil Investoren die Preise derjenigen Wertpapiere, auf die sie Derivate halten, in eine für sie günstige Richtung bewegen wollen.

Auf Unternehmensseite erwarten Experten nur wenige kursbewegende Nachrichten. So legt als einer der Letzten der Düngemittel-Hersteller K+S Geschäftszahlen vor. Börsianer hoffen dank einer möglichen Neu-Auflage des russisch-weißrussischen Kartells auf steigende Kali-Preise und einen optimistischen Ausblick der Hessen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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