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Börse: Höhenrekorde und Tiefstände

Börse: Wolkenkratzer-Indikator warnt: Achtung, Crash!

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Höhenrekorde und Tiefstände

Platz 10

Das Pentominium in Dubai würde 2012 mit 516 Metern immerhin das höchste Wohngebäude der Welt. Voraussetzung hierbei ist allerdings die Wiederaufnahme des Baus. Momentan ist dieser nämlich gestoppt.

Bild: Imre Solt

Der Höhenrekord des Empire State Building wurde erst 1972 vom World Trade Center in New York eingestellt, dem zwei Jahre später der Sears Tower in Chicago folgte. Die beiden Wolkenkratzer läuteten die Stagflation der Siebzigerjahre ein, die verhängnisvolle Kombination aus stagnierendem Wachstum und hoher Inflation. Zeitgleich begann sich die wirtschaftliche Dynamik zunehmend in den Fernen Osten zu verlagern.

Doch auch dort sind die hohen Türme ein zwiespältiges Symbol: Nahezu jeder Höhenrekord markierte einen ökonomischen Tiefstand. Während die Petronas-Türme in Malaysia gebaut wurden, setzte 1997 die Asien-Krise ein. Das Taipei 101 in Taiwan steht für das Platzen der Dotcom-Blase im Jahr 2000. Der Burj Khalifa in Dubai verkörpert die exzessiven Immobilienspekulationen, mit denen das Emirat heute noch zu kämpfen hat.

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Ausnahme Woolworth Building

Alles nur Zufall? Finanzwissenschaftler Löffler hat erstmals mit statistischen Methoden den Zusammenhang zwischen Hochhaus-Bau und Finanzmärkten am Beispiel der USA untersucht. „In den ersten drei Jahren, nachdem der Bau eines Wolkenkratzers mit neuem Höhenrekord begann, sind die Renditen auf den Aktienmärkten im Durchschnitt sieben Prozentpunkte niedriger als zu anderen Zeiten“, sagt Löffler. Wolkenkratzer-Rekorde zeigten eine kommende Baisse exakter an als andere Indikatoren wie etwa Dividendenrenditen. Zu den Ausnahmen gehört das 1913 fertiggestellte Woolworth Building in New York, das keine Finanzkrise einleitete.

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Doch warum sind Hochhaus-Riesen ein so guter Indikator für kommende Krisen? Sie verschlingen immense Investitionen; so hat der Burj Khalifa rund 1,5 Milliarden Dollar gekostet. Zugleich ist bei Baubeginn ungewiss, ob die Türme sich gut vermieten lassen und jemals Gewinne abwerfen. Solch waghalsige Projekte werden nur in Angriff genommen, wenn Bauherren und Banker die Zukunft überoptimistisch sehen. Kurz bevor eine Hausse endet, gehen Anleger oft die größten Wagnisse ein. Bis zur Fertigstellung des neuen Towers in China ist aber noch ein bisschen Zeit.

3 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 20.08.2012, 10:25 UhrMauserspeck

    Soviel zur Rationalität der Finanzmärkte.
    Allen Anlegern wünsche ich weiterhin viel Glück.

  • 19.08.2012, 11:51 UhrAndiDD

    Nein Gottvater, Sie müssen natürlich keine Angst um Ihre Ersparnissse haben, weil die Garage Ihres Nachbarn ja einerseits keinen Höhenrekord aufstellt und andererseits kein besonderes Wagnis darstellen dürfte. Sie können also weiterhin beruhigt sparen. Aber es ist gut, dass Sie fragen. Wer nicht fragt, kann nämlich auch nichts dazulernen.

  • 19.08.2012, 11:04 UhrGottvater

    Dieser "Herr Professor für Finanzwirtschaft an der Universität Ulm" meint das ja wohl nicht ernst. Oder er will beweisen, dass seine Zunft aus Esoterikern und Kaffeesatzlesern besteht. Gilt das Phänomen auch kleinräumlich? Mein Nachbar stockt nämlich gerade seine Garage auf. Muss ich Angst um meine Ersparnisse haben?

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