Börse: Mit Zertifikaten sicher anlegen

Börse: Mit Zertifikaten sicher anlegen

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In kritischen Börsenzeiten wollen Anleger Sicherheit und gute Renditen

von Anton Riedl

In kritischen Börsenzeiten versprechen Zertifikate Sicherheit und gute Renditen. Was die wichtigsten Defensivstrategien bringen, welche sich für Anleger jetzt lohnen.

Acht Prozent pro Jahr will Andreas Raschdorf rausholen – egal, ob Aktien steigen oder fallen. Schaffen will er das mit Bonuszertifikaten. Das sind von Banken konstruierte Wertpapiere, die auch dann ansehnliche Renditen versprechen, wenn Börsenbarometer wie Dax oder Euro Stoxx auf der Stelle treten. „Solche Teilschutzzertifikate gehören zum Baukasten einer jeden Anlagestrategie“, sagt der Vermögensberater aus Straßlach bei München.

Im Geschäft mit Zertifikaten, Optionsscheinen und anderen von Aktien und Indizes abgeleiteten (derivativen) Wertpapieren ist Raschdorf ein alter Hase. In den Neunzigerjahren baute er beim damaligen Marktführer, der amerikanischen Citibank, das Geschäft mit derivativen Papieren aus, zuletzt als Vorstand. Heute ist er Geschäftsführer beim Finanzberater Chris Andrews Financial Partners und hat sich auf den Vermögensaufbau mit Zertifikaten spezialisiert. Die von ihm gemanagte Bonusstrategie funktioniert: Seit knapp zwei Jahren liegt er insgesamt mit 15 Prozent plus vorn.

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Risiko wird oft unterschätzt

Nicht bei jedem läuft es mit Zertifikaten so gut. Im Frühjahr bekamen das besonders die Besitzer von Bonuspapieren auf japanische Aktien zu spüren. Als die Kurse nach der Atomkatastrophe von Fukushima einbrachen, büßte ein Drittel der Bonuspapiere auf den Nikkei-Index auf einen Schlag seinen besonderen Renditevorteil ein. Bonuszertifikate bieten eine feste Rendite, solange der Basiswert – hier: der Nikkei – über einer bestimmten Barriere bleibt. Bricht der Basiswert durch die Barriere, läuft das Papier dann analog mit dem Basiswert weiter. „Von Anlegern wird dieses Risiko oft unterschätzt“, warnt Heiko Weyand, Derivate-Spezialist der britisch-deutschen HSBC Trinkaus.

Über sechs Milliarden Euro haben deutsche Anleger und Sparer derzeit in Bonuszertifikaten stecken. Alle Zertifikate zusammen kommen hierzulande auf 109 Milliarden Euro Volumen. Der Branchenverband DDV wirbt damit, dass Anleger mit Zertifikaten „in jeder Marktphase attraktive Renditen erzielen können“.

Solche Versprechen ziehen besonders dann, wenn das Verdienen an den Märkten mit Aktien oder Anleihen mühsam geworden ist. Dabei schneiden Zertifikate aber nur dann gut ab, wenn Produktauswahl und Einsatz stimmen, stellt selbst das branchennahe Münchner Institut für Zertifikateanalyse (IZA) fest. Wichtig auch: Zertifikate sind Inhaberschuldverschreibungen, faktisch also Kredite, die Anleger der Bank geben. Dementsprechend sollte die Bank eine möglichst hohe Bonität haben. Die von der WirtschaftsWoche vorgestellten Papiere stammen von Banken, deren Kreditversicherungsprämien alle unter 1,6 Prozent liegen. Das heißt, dass professionelle Investoren, die sich gegen einen Zahlungsausfall der Bank absichern müssen, für 100 000 Euro in Schuldpapieren aktuell maximal 1600 Euro Prämie pro Jahr zahlen müssen – ein akzeptabler Wert. Die Prämie der Bundesrepublik liegt bei 0,4 Prozent, die von Griechenland bei 19,2 Prozent.

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