Börse New York: Europas Schuldenkrise hat Wall Street im Griff

Börse New York: Europas Schuldenkrise hat Wall Street im Griff

, aktualisiert 16. November 2011, 23:39 Uhr
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Händler an der New York Stock Exchange sind über die Lage in Europa besorgt - genauso wie US-Präsident Barack Obama.

Quelle:Handelsblatt Online

Die Schuldenkrise in Europa verbreitet auch bei den Anlegern in den USA Nervosität. Viele Investoren neigen zu Gewinnmitnahmen. US-Präsident Barack Obama ist sehr besorgt - und wird dies wohl auch bleiben.

New YorkAn den US-Börsen wächst die Furcht vor gravierenden wirtschaftlichen Folgen der Schuldenkrise in Europa. Die auf ein Rekordhoch gestiegenen Risiko-Aufschläge für französische Staatsanleihen verstärkten die Furcht vor einem Übergreifen der Krise auf größere EU-Staaten. Der Regierungswechsel in Rom zu einem reinen Technokraten-Kabinett konnte diese Sorgen am Mittwoch nicht dämpfen: Die Renditen auf italienische Anleihen verharrten über der kritischen Schwelle von sieben Prozent.

Die Risikoaufschläge für italienische Staatsanleihen stiegen kurzzeitig gar über die kritische Zinsmarke von sieben Prozent. Sie eröffneten mit 7,13 Prozent, bevor sie auf 6,82 Prozent zurückfielen. Spanische Anleihen stiegen auf 6,33 Prozent und gaben dann auf 6,25 Prozent nach.

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Die Furcht vor einem Übergreifen der Euro-Schuldenkrise auf die starken Länder Europas wird immer größer - entsprechend verunsichert zeigten sich auch die Anleger am deutschen Aktienmarkt. Der Dax schloss am Mittwoch nach einem nervösen Handel und mit extrem dünnen Umsätzen 0,3 Prozent niedriger bei 5913,36 Zählern. Der EuroStoxx50 legte dagegen um 0,8 Prozent auf 2270 Punkte zu. Die Indizes an der Wall Street notierten zum Handelsschluss in Europa jeweils rund 0,3 Prozent im Minus.

„Ich bin sehr besorgt über die Situation in Europa, ich war schon bisher sehr besorgt, und ich vermute, ich werde auch morgen, nächste Woche und übernächste Woche sehr besorgt sein“, sagte denn auch US-Präsident Barack Obama bei einem Besuch in der australischen Hauptstadt Canberra. Die Verwerfungen auf den Märkten würden so lange anhalten, bis die Führung der Eurozone glaubhaft versichere, dass sie „alles tue, was nötig ist“, um die Gemeinschaft zu erhalten.

In der amerikanischen Heimat fielen alle drei großen Indizes deutlich. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss am Ende 1,6 Prozent tiefer bei 11.905 Punkte. Im Verlauf pendelte er zwischen 12.109 und 11.890 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 gab 1,7 Prozent auf 1236 Zähler nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor ebenfalls 1,7 Prozent und schloss bei 2639 Stellen. Der Dax hatte zuvor 0,3 Prozent im Minus bei 5913 Punkten geschlossen.


Liquiditätskrise zieht auf

„Es ist klar, dass sich in Europa eine schwerwiegende Liquiditätskrise entwickelt“, sagte Paul Mendelsohn von Windham Financial Services. „Außerdem wird immer deutlicher, dass die Region in eine ernste Rezession abrutscht. Dort müssen sich alle wirklich zusammenreißen und die Krise lösen, sonst droht eine Rezession der Weltwirtschaft.“ Dagegen meinte Bruce Zaro von Delta Global Asset Management, an den US-Märkten werde überreagiert.

Die japanische Notenbank erklärte, die Folgen der Krise seien bereits in Japan sowie in vielen Schwellenländern zu spüren. Die britischen Währungshüter wähnen die Wirtschaft ihres Landes bereits am Rande einer Kontraktion.

Unter den Einzelwerten standen die Titel von Dell nach der Vorlage von Geschäftszahlen im Rampenlicht. Die weltweiten Wirtschaftsturbulenzen und Lieferengpässe durch die Überschwemmungen in Thailand setzen dem Unternehmen kräftig zu. Die weltweite Nummer drei der Computer-Hersteller gab sich deshalb für das laufende Geschäftsjahr pessimistischer, was die Anleger mit einem Kursrutsch von 3,2 Prozent quittierten.

Die Aktien des Bekleidungs-Herstellers Abercrombie & Fitch stürzten wegen einer enttäuschenden Bilanz sogar um knapp 14 Prozent ab. Das Unternehmen verdiente wegen einer zögerlichen US-Kundschaft bei weitem nicht so viel, wie Branchenexperten erwartet hatten.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 0,92 Milliarden Aktien den Besitzer. 718 Werte legten zu, 2291 gaben nach und 89 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,95 Milliarden Aktien 676 im Plus, 1868 im Minus und 87 unverändert.

Quelle:  Handelsblatt Online
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