Börse New York: Intel und EU-Beschlüsse belasten Wall Street

Börse New York: Intel und EU-Beschlüsse belasten Wall Street

, aktualisiert 12. Dezember 2011, 23:53 Uhr
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Die Beschlüsse des EU-Gipfels brachten nicht die erhoffte Entspannung.

Quelle:Handelsblatt Online

Wie in Europa so in den USA: Die Beschlüsse vom EU-Gipfel bereiten heute den Anlegern auf der ganzen Welt Sorgen. Zudem belastet die Umsatzwarnung von Intel die Kurse in New York.

New YorkEine Umsatzwarnung des Chipherstellers Intel und Zweifel an den jüngsten EU-Beschlüssen zur Bekämpfung der Schuldenkrise haben die US-Aktienmärkte am Montag ins Minus gezogen. Branchenprimus Intel senkte wegen Lieferengpässen im Zuge der Überschwemmungen in Thailand seine Erwartung für den Erlös im vierten Quartal um rund eine Milliarde Dollar. Zudem warnten die drei großen US-Ratingagenturen zu Wochenbeginn, die Beschlüsse der EU-Staats- und Regierungschefs vom vergangenen Freitag gingen nicht weit genug. Auf den Verkaufszetteln standen vor allem Bankentitel.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 1,3 Prozent schwächer bei 12.021 Punkten. Im Verlauf pendelte er zwischen 11.940 und 12.181 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500 fiel 1,5 Prozent auf 1236 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 1,3 Prozent auf 2612 Punkte. Der Dax rutschte um 3,4 Prozent auf 5785 Zähler ab und schloss damit auf dem tiefsten Stand seit Ende November.

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„Die Märkte zweifeln an der Vereinbarung, die in der vergangenen Woche erzielt wurde“, sagte Peter Cardillo von Rockwell Global Capital in New York. Langfristig sei die Absichtserklärung sicherlich positiv, aber kurzfristig löse sie nicht das Schuldenproblem. Andrew Wilkinson von Miller Tabac & Co sagte: „Europa bereitet immer noch Albträume.“ Die meisten Investoren würden ihre anfangs positive Einschätzung zu den Ergebnissen gerade noch einmal überdenken.

Moody's und Fitch erklärten jeweils, der EU-Gipfel habe wenig neue Maßnahmen zur Lösung der Schuldenkrise in der Euro-Zone gebracht. Der Zusammenhalt in der Währungsgemeinschaft sei weiterhin gefährdet. Die EU-Länder hatten sich mit Ausnahme Großbritanniens auf dem Gipfel auf eine stärkere wirtschaftliche Integration und strengere Haushaltsdisziplin geeinigt.


"Es wird weitere Gipfel geben"

Auch S&P sieht nach dem EU-Gipfel Handlungsbedarf und fürchtet, dass die Zeit für eine Lösung knapp wird. Zwar sei der Gipfel ein wichtiger Schritt auf dem Weg aus der Vertrauenskrise gewesen, sagte Europa-Chefvolkswirt von S&P, Jean-Michel Six. „Lassen Sie uns die Erwartungen nicht zu hoch steigen lassen, es wird weitere Gipfel geben“, mahnte er allerdings.

Bei den Einzelwerten fielen die Aktien von Intel um rund vier Prozent. Der weltgrößte Chiphersteller hatte die Umsatzwarnung für das vierte Quartal kurz vor Börsenbeginn ausgesprochen. Das US-Unternehmen rechnet nun mit 13,7 Milliarden Dollar - plus oder minus 300 Millionen. Bislang hatte die Firmenprognose bei 14,7 Milliarden Dollar gelegen. Analysten hatten zuletzt mit 14,65 Milliarden Dollar kalkuliert. Bei der Hochwasserkatastrophe in Thailand wurden zahlreiche Werke von Festplatten-Herstellern überschwemmt, was zu Produktionsengpässen führte und die Preise in die Höhe trieb.

Zu den Verlierern zählten Bankenwerte. Händler machten Ängste vor einer Kreditklemme in Europa im Zuge der Schuldenkrise für die Abschläge verantwortlich. Die Anteilsscheine der Bank of America verbilligten sich um 4,7 Prozent, die der Citigroup um 5,4 Prozent. Die Papiere von Goldman Sachs ließen 3,4 Prozent nach.

Positive Nachrichten kamen dagegen aus der US-Baubranche, wo sich eine Milliardenübernahme anbahnt. Martin Marietta Materials kündigte am Montag an, den größeren Rivalen Vulcan Materials für rund fünf Milliarden Dollar in Aktien übernehmen zu wollen. Martin Marietta produziert vor allem Material für den Straßenbau und könnte durch die Übernahme zum Weltmarktführer aufsteigen.

An der Wall Street kletterten Martin-Marietta-Papiere knapp zwei Prozent. Vulcan-Scheine sprangen um rund 15 Prozent auf 40 Dollar. An der New York Stock Exchange wechselten rund 780 Millionen Aktien den Besitzer. 610 Werte legten zu, 2398 gaben nach und 79 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,54 Milliarden Aktien 625 im Plus, 1903 im Minus und 106 unverändert.

Quelle:  Handelsblatt Online
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