
New YorkDie Anleger in den USA ... Der US-Leitindex Dow fiel nach Handelsbeginn um knapp ein Prozent ab und pendelte sich dann bei knapp über 12.540 Punkten und einem Minus von etwa 0,5 Prozent ein. Auch der S+P 500 verzeichnete ein Minus von über 0,8 Prozent und die Nasdaq lag mit etwa 1,5 Prozent im Minus.
Auch an den europäischen Aktienmärkten war die Enttäuschung über die Zurückhaltung der US-Notenbank im Kampf gegen die Konjunkturflaute groß. Der Dax lag am Nachmittag 0,8 Prozent im Minus bei 6.400 Punkten. Der EuroStoxx50 notierte 0,7 Prozent niedriger bei 2230 Zählern. An den US-Börsen zeichnete sich ebenfalls ein schwacher Handelsstart ab, nachdem die Indizes dort in Reaktion auf die Fed-Protokolle schon am Mittwoch abgerutscht waren. Der Euro fiel erstmals seit zwei Jahren unter die Marke von 1,22 Dollar. Für einen Lichtblick am deutschen Aktienmarkt sorgte SAP mit der Vorlage eines Rekordumsatzes im zweiten Quartal - die Aktie schoss um über fünf Prozent in die Höhe.
An der Enttäuschung über die Federal Reserve änderte das freilich nichts. Börsianer hatten darauf gehofft, dass die US-Notenbank in ihrem Protokoll zur Sitzung im Juni klarere Hinweise auf weitere Maßnahmen zur Konjunkturbelebung und insbesondere ein neues Anleihenkaufprogramm "QE3" geben würde. Nur im Falle einer weiteren Eintrübung der wirtschaftlichen Lage wollen aber viele Mitglieder des für die Geldpolitik zuständigen Offenmarktausschusses zu diesem Mittel greifen, hieß es im Protokoll.
"Das ändert nichts an meiner Einschätzung, dass es später in diesem Jahr oder zu Beginn des kommenden Jahres noch ein QE3 geben wird. Aber auf kurze Sicht war das eine Enttäuschung", sagte Philippe Gijsels, Leiter der Analyse bei BNP Paribas Fortis Global Markets. Roger Peeters von Close Brothers Seydler konnte dem Ganzen auch etwas Gutes abgewinnen: "Wenn die Fed es sich leisten kann, weniger aggressiv zu handeln, ist das ein Hinweis darauf, dass sie mehr Vertrauen in die gegenwärtige wirtschaftliche Situation hat." Gestützt wurde diese Argumentation durch die jüngsten Daten vom US-Arbeitsmarkt: In der vergangenen Woche stellten mit 350.000 Menschen so wenig Amerikaner einen neuen Antrag auf Arbeitslosenhilfe wie seit März 2008 nicht mehr.



















