
New YorkDie Zustimmung des griechischen Parlaments zum umstrittenen Sparkurs hat auch an der Wall Street für Erleichterung gesorgt. Von Euphorie konnte aber keine Rede, auch weil das zweite Rettungspaket noch nicht in trockenen Tüchern ist. Besorgt äußerten sich Händler in New York auch über die Krawalle in Athen nach dem Sparvotum. Die Zustimmung der Abgeordneten sei zwar ein Schritt in die richtige Richtung, sagte Peter Cordillo, Chef-Marktstratege bei Rockwell Global Capital. „Aber die Aufregung, die Unruhen werden die Gewinne in Grenzen halten.“
Der Dow-Jones- Index der Standardwerte legte bis zum Mittagshandel um 0,4 Prozent auf 12.848 Punkte zu. Der breiter gefasste S&P-500 stieg um 0,5 Prozent auf 1348 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 0,6 Prozent auf 2922 Stellen. In Frankfurt schloss der Dax 0,7 Prozent fester bei 6738 Zählern. In der Hoffnung auf eine Einigung in Griechenland hatte die Wall Street seit Oktober schon kräftig Boden gutgemacht.
Doch Rückschläge bei den Verhandlungen hatten den Anlegern immer wieder zugesetzt. Nicht zuletzt angesichts der Unruhen bleibt auch jetzt ungewiss, ob sich die Griechen wirklich an den vereinbarten Sanierungskurs halten und so einen Flächenbrand im schuldengeplagten Europa verhindern können. Dass das Parlament zugestimmt habe, verringere die Spannung aber erst einmal deutlich, sagte Yu-Dee Chang von ACE Investments. Von den positiven Nachrichten aus Griechenland profitierten vor allem Finanzwerte. Es wird befürchtet, dass Banken und Versicherer bei einer Pleite Griechenlands hohe Abschreibungen vornehmen müssen. Die Anteilsscheine der Bank of America legten 2,4 Prozent zu, die der Citigroup 1,3 Prozent.
Im Mittelpunkt des Geschehens lag auch Apple. Eine weitere Patentklage gegen den Erzrivalen Samsung gab den Aktien des iPad-Herstellers Auftrieb. Sie gewannen mehr als ein Prozent auf 498,52 Dollar, nachdem sie zeitweise erstmals in der Geschichte über 500 Dollar notiert hatten - ein Rekordhoch. Mit der Klage ins Visier nimmt Apple das aktuelle Samsung-Modell, das mit dem Google-Betriebssystem Android läuft.
Google konnte an der Börse aber von der Erwartung in informierten Kreisen profitieren, dass die Kartellwächter in Europa und den USA der geplanten Übernahme von Motorola Mobility zustimmen werden. Google-Papiere legten 1,1 Prozent auf 612,33 Dollar zu.
Zu den ganz großen Gewinnern gehörten auch Regeneron Pharmaceuticals, nachdem der Pharmakonzern die Umsatzprognose für das Augen-Mittel Eylea kräftig angehoben hatte. Die Papiere schossen 14 Prozent in die Höhe. Zu Beginn einer weiteren Woche voller Bilanzen blickten die Anleger am Montag zunächst vor allem nach Washington, wo Präsident Barack Obama seinen Haushaltsplan vorstellte. Im Wahljahr will er trotz der immensen Schulden mit zusätzlichen Ausgaben kräftig die Konjunktur ankurbeln.





